Dank starkem Deutschland-Geschäft: RTL erzielt Rekordumsatz und steigert Gewinn

RTL Group CEOs Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt
RTL Group CEOs Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt

Fernsehen Der Medienkonzern RTL Group kämpft weiter mit Problemen in Frankreich und den Niederlanden sowie im Produktionsgeschäft. In allen drei Segmenten ging der operative Gewinn zurück. Gut lief es dagegen in Deutschland, wo die Werbeeinnahmen dank der starken Konjunktur anzogen. Zusammen mit dem stark wachsenden Digitalgeschäft reichte das für ein Umsatzplus von 3,8 Prozent auf 6,03 Milliarden Euro.

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2016 rechnet der ProSiebenSat.1-Rivale mit einem weiteren moderaten Wachstum. Der operative Gewinn soll weitgehend stabil bleiben. 2015 sei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Firmenwert (Ebita) um 2 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro gestiegen. Von Bloomberg befragte Analysten hatten beim Umsatz und Ebita mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet.

Enttäuschend fiel dagegen die Dividende von 4 Euro je Aktie für das vergangene Jahr aus. Hier hatten viele Analysten auf mehr gehofft. Für 2014 hatte es noch 5,50 Euro gegeben – darin war allerdings auch eine Sonderausschüttung von 2 Euro enthalten.

RTL ringt seit einiger Zeit mit dem schwachen Geschäft außerhalb Deutschlands und hinkt zudem beim Ausbau des Digitalbereichs dem Erzrivalen ProSiebenSat.1 hinterher. Dies ist einer der Gründe, warum die im MDax notierte RTL-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um 13 Prozent gefallen ist, während das ProSiebenSat.1-Papier im gleichen Zeitraum leicht zulegte.

Das digitale Wachstum dürfte sich in den kommenden Quartalen als einer der wichtigsten Faktoren für ein anhaltendes Wachstum der Gruppe erweisen. Aktuell liegt der Anteil der digitalen Einnahmen nur bei 8,4 Prozent. Allerdings macht auch das bereits einen Umsatz von 508 Millionen Euro aus. Den Löwenanteil der Einnahmen steuert noch immer das klassische TV-Geschäft mit 53,78 Prozent bei, während 22 Prozent auf den Bereich Content entfallen.

Alleine schon wegen des sehr uneinheitlichen Bildes, das die globale Wirtschaft im vergangenen Jahr bot, sind die beiden CEOs, Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch, mit dem „Rekordjahr“ zufrieden. In den kommenden Monaten wollen sie vor allem in zwei Bereichen investieren: in das digitale Wachstum und die Content-Produktion. „Die Produktion eigener Inhalte und der Besitz eigener Rechte, ist einer der Schlüssel für künftiges Wachstum“.

Mit Material von dpa

 

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