„Post hätte so nie erscheinen dürfen“: Huffington Post-Chef entschuldigt sich für Flüchtlings-Clickbait

Huffington-Post-Chef Sebastian Matthes entschuldigt sich für dieses Posting
Huffington-Post-Chef Sebastian Matthes entschuldigt sich für dieses Posting

Publishing "1000 Fälle im Jahr: Das machen Einwanderer mit deutschen Kindern" – so titelte die Huffington Post Deutschland am vergangenen Dienstag. Die Überschrift suggeriert: "Deutschen" Kindern droht Gefahr. Hinter der reißerischen Zeile steckt jedoch ein Text über Trends bei Kindernamen. Nach zahlreichen Beschwerden entschuldigt sich der HuffPo-Chefredakteur. Der Post war allerdings kein Einzelfall.

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Tatsächlich dreht sich das Video hinter dem Link um eine wachsende Vielfalt bei der Vergabe von Kindernamen in Deutschland. „Die vielen neuen Zuwanderer erweitern die kulturelle Vielfalt“, heißt es in dem Beitrag. Damit gebe es auch jedes Jahr neue Namen, die in den Geburtsurkunden eingetragen werden. Rund 1.000 Vornamen seien auf diese Weise nach Deutschland gekommen.

Durch die Überschrift sowie das dazugehörigen Facebook-Posting („Die Zusammenhänge sind eindeutig“) wurde allerdings eine ganz andere Stimmung erzeugt. Das Ziel der deutschen Huffington Post dürfte sein: durch sensationsheischende Formulierungen so viele Klicks wie möglich zu generieren.

Bei Twitter war Bild.de-Chef Julian Reichelt der erste, der sich über das Clickbaiting der HuffPo beschwerte. Adressiert an die Chefredakteurin der Huffington Post USA schrieb er: „Ihre deutsche Ausgabe ist eine Schande für Ihre Marke sowie für den Journalismus.“

Christian Mutter, Social-Media-Redakteur bei der Bild, zeigte weitere Beispiele:

Auch Medienjournalist Jens Twiehaus verwies auf die „ekelhafte Klickjagd“ des Online-Mediums – woraufhin sich Huffington-Post-Chefredakteur Sebastian Matthes entschuldigte: „Der Post hätte so nie erscheinen dürfen. Es war ein Fehler. Wir lernen daraus.“ Die Überschrift in dem betreffenden Beitrag wurde bereits geändert

Man darf gespannt sein, ob die Redaktion ihre Clickbaiting-Strategie tatsächlich ändern wird. Auf Stefan Niggemeiers Medienkritik-Webseite Übermedien.de sammelt Autor Boris Rosenkranz Beispiele für weitere Fälle der Huffington Post, in denen Wahrheit und Überschrift weit voneinander entfernt sind:

Screenshot: uebermedien.de

Screenshot: uebermedien.de

Screenshot: uebermedien.de

Screenshot: uebermedien.de

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Alle Kommentare

      1. ICH VERBITTE MIR SOLCHE UNTERSTELLUNGEN!!!!!!!!!!!

        ICH BEHERRSCHE DIE C R AAA FT !!!

        !!!

    1. @AKS: Könnte man bei den Schlagzeilen fast meinen – bloß dass dann die Beiträge daruntern in eine andere Stoßrichtung gehen würden …

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