„Könnte kotzen“: Heino und Volksmusiker kritisieren Schlager-„Tatort“ aus Sachsen

Kritik am „Tatort“: Musiker wie Heino finden Volksmusik im ARD-Krimi falsch dargestellt
Kritik am "Tatort": Musiker wie Heino finden Volksmusik im ARD-Krimi falsch dargestellt

Fernsehen Der neue Sachsen-"Tatort" über einen Mord in der Volksmusik-Szene hat einige Schlagersänger sehr verärgert. "Das Drehbuch kann nur ein Mann geschrieben haben, der von banalen Vorurteilen gegenüber Volksmusik geprägt ist und sich nie wirklich mit uns beschäftigt hat", sagte Musiker Heino der Bild-Zeitung vom Montag.

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„Dieser ‚Tatort‘ war überflüssig und verhöhnt nicht nur meine Kollegen, sondern auch unsere vielen Fans“, so Heino weiter. In dem am Sonntag im Ersten ausgestrahlten Krimi „Auf einen Schlag“ – der erste Fall für die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara Höfels) – drehte sich die Welt der Volksmusik um Geschäfte, alternde Stars und den schönen Schein.

Im „Tatort“ hatte eine Polizisten-Anwärterin erfahren, dass ein Sänger einer Boyband schwul sei, woraufhin die Gruppe die junge Frau zu Tode trampelte, um das Geheimnis zu wahren. Via Bild meldeten sich nun die Volksmusiker von „Voxxclub“ zu Wort, die  einen Gastauftritt im „Tatort“ hatten und sich laut Bild in der Film-Band „Herzensbrecher“ wiedererkannt haben wollen. „Ich finde die Darstellung der Band schwulenfeindlich. Homosexualität in der Volksmusik wurde als ein riesiges Problem dargestellt. Ich selbst habe mich zum Schwulsein bekannt und keine einzige negative Reaktion bekommen“, so Sänger Christian Schild. „Wenn ich solch dummen Szenen sehe, könnte ich kotzen.“

„Den ‚Tatort‘-Machern ist nichts Besseres eingefallen, als unsere Branche gehörig durch den Dreck zu ziehen. Schade, dass man uns Volksmusiker immer so negativ darstellen muss“, sagte das Schunkel-Duo Marianne (63) und Michael (66) der Bild.

Drehbuchautor Ralf Husmann („Stromberg“) hatte sich für seinen ersten „Tatort“ die Volksmusik-Szene ausgesucht, weil dort nach eigenen Worten „noch Rock n‘ Roll drin ist“.

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Alle Kommentare

  1. Da haben die Volksmusiker sich mal wieder selber vorgeführt. Ist doch richtig, das der Tatort nur Fiktion und keine Dokumentation ist…:)
    PS Voxxclub habe gerade ihr neues Album auf dem Markt und nehmen jede Promo gerne mit…

  2. Na das war mal ein gelungener Tatort, sehr unterhaltsam, mit kleinem Blick hinter die Kulissen. Gut recherchiert.
    Betroffene Hunde bellen und sonst ist alles Business. Stimmt`s Heino!

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