„Qualität und Quantität haben gestimmt“: N24 zieht nach Facebook-First-Experiment positives Fazit

Christoph Karrasch überprüft das Kleine-Welt-Phänomen und zeigt sein Ergebnis zuerst bei Facebook
Christoph Karrasch überprüft das Kleine-Welt-Phänomen und zeigt sein Ergebnis zuerst bei Facebook

N24 hat am gestrigen Mittwoch ein Experiment gewagt und eine TV-Dokureihe "Kleine Welt" bei Facebook Premiere feiern lassen. Das Longform-Stück, das sich mit der gesellschaftlichen Vernetzung im Sinne der Sechs-Freunde-Theorie beschäftigt hat, blieb bis zur Ausstrahlung im TV am heutigen Donnerstagnachmittag im Social Web. Mit dem Ergebnis zeigt man sich beim Sender zufrieden.

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Die so genannte Sechs-Freunde-Theorie besagt, dass jeder Mensch über maximal sechs Ecken mit jedem anderen Menschen persönlich verbunden ist. In Zeiten von Xing und Facebook sollen es sogar noch weniger Kontakte sein. Für die Reportage „Kleine Welt. Auf den Spuren der Sechs-Freunde-Theorie“ hat sich Moderator Christoph Karrasch zum Ziel genommen, eine vorher bestimmte Zielperson über nur sechs weitere Menschen zu erreichen, die er auf seiner Reise durch Skandinavien persönlich kennenlernt.

Das Thema der Vernetzung hat der Axel-Springer-Sender als Gelegenheit genutzt, ein Social-Media-Experiment zu starten und aus der Online-First eine Social-Media-First-Strategie gemacht. Von gestern Abend 21.00 Uhr bis zur Ausstrahlung der Sendung im TV (Donnerstag, 16.05 Uhr) stand die Reportage als Videobeitrag bei Facebook. Durch das Experiment hat sich N24 einen Marketing- wie Sichtbarkeitseffekt erhofft. Die Facebook-Präsenz des Senders kommt auf über 630.000 Likes und zählt zu den Top-10 Sites, wenn es um Reaktionen der User geht. Eigenen Angaben zufolge sei der Beitrag nach etwa 17 Stunden 80.000 Menschen in die Timeline gespült worden. Der Zähler stand bei über 13.000 Videoaufrufen.

Zwar wurde das später veröffentlichte Video zum Wetterbericht in kürzerer Zeit 5.000 Mal öfter angeklickt, allerdings sei man mit dem Ergebnis von „Kleine Welt“ zufrieden, so Marketing-Chefin und Sprecherin Kristina Faßler. Die Zahlen seien organisch und trotz „der spezifischen, quantitativen Verbreitungsmechanismen“ erzielt worden. Der Algorithmus von Facebook bevorzugt in der Regel Shortvideos, weil lange Stücke eher eine geringere Sehdauer erreichen und damit qualitativ anders bewertet werden. Karraschs Doku ist 43 Minuten lang.

Den Erfolg via Vergleich mit anderen Experimenten zu messen, fällt noch schwer. Im vergangenen Jahr stellte der US-Sender HBO die komplette erste Episode der sechsten Staffel von „Homeland“ bei Facebook ein. Innerhalb weniger Stunden wurden über 100.000 Views generiert. Die N24-TV-Nachrichten erreichen um die Nachmittagszeit rund 90.000 Zuschauer (Januar 2015 – Januar 2016), die anschließenden Dokus im Schnitt um die 150.000. „Qualität und Quantität haben absolut gestimmt“, so Faßler. Facebook-First sei ein gutes Marketinginstrument für passende Formate. „Es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir diesen Weg gewählt haben.“

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