„Fragen Sie, was Sie wollen“ – das entgleiste „Monitor“-Interview mit dem BaWü-Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann

Zwei, die sich nicht verstehen: Winfried Kretschmann, „Monitor“-Reporter
Zwei, die sich nicht verstehen: Winfried Kretschmann, "Monitor"-Reporter

Fernsehen Das ARD-Politikmagazin „Monitor“ interviewte den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) zur Asylpolitik. Dabei redeten Kretschmann und der Interviewer nicht nur hitzig aneinander vorbei - das Interview legte auch Schwachstellen des politischen Journalismus lehrbuchmäßig offen.

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Der „Monitor“-Reporter fragte zu Beginn:

Wir reden über Grüne Asylpolitik. Warum finden Sie eigentlich das Konzept von sicheren Herkunftsländern so gut?

Kretschmann: Wer hat das behauptet?

Reporter: Sie haben 2014 zugestimmt bei den West-Balkanstaaten, da gehe ich davon aus, dass Sie das Konzept gut finden.

Kretschmann: Warum muss man etwas gleich gut finden, weil man dem zustimmt? Das ist einfach ein Kompromiss damals gewesen. (…) Das sind Dinge, die immer sehr kritisch sind. Das mache ich nicht einfach, weil ich es gut finde, sondern weil es notwendig ist.

Von Beginn an war das Gespräch entgleist. Das liegt vor allem daran, dass der Reporter sofort mit einer Unterstellung einsteigt. Er unterstellt, dass Kretschmann, weil er einem Gesetz zugestimmt hat, dieses auch gut findet. Kretschmann wiederum erklärt, dass er zugestimmt habe, weil er es für einen Kompromiss hielt. Der Reporter beharrt.

Reporter: Drittstaatenregelung war immer ein rotes Tuch für die Grünen …

Kretschmann: Wir waren damals gegen diese Verfassungsänderung aber nun steht sie in der Verfassung. Und man muss sich auch an die Verfassungsartikel halten, die einem nicht gefallen.

Reporter: Aber Sie hätten ja nicht zustimmen müssen.

Kretschmann: Nein, das hätte ich nicht müssen. Aber das habe ich gemacht, weil ich es für richtig gehalten habe. Denn durch den Spruch des Bundesverfassungsgerichts nach dieser Grundgesetzänderung ist es beim Individualrecht auf Asyl geblieben. Auch aus sicheren Herkunftsländern. Fristen ändern sich etwas, verkürzen sich, es wird etwas schwieriger. Aber das Grundrecht auf Asyl ist durch den Spruch des Bundesverfassungsgerichts weiter gewährleistet.

Das Gespräch kreist dann eine ganze Weile weiter um dieses Missverständnis. Offenbar versucht der Reporter Kretschmann einer Inkonsistenz zu überführen. Die unausgesprochene These lautet: Der Grüne Kretschmann hat Grüne Ideale verraten, indem er zugestimmt hat, dass Westbalkanstaaten zu sicheren Drittstaaten erklärt werden, obwohl die Drittstaatenregelung bei Grünen ungeliebt ist. Das würde dann in das vorgefertigte Bild vom „schwarzen Grünen“ Kretschmann passen.

Das Problem ist nur, dass Kretschmann sich widerborstig zeigt und aus dem Interview eine Art Mini-Seminar in Staatskunde macht. Dies gipfelt in Kretschmanns Feststellung, dass er als Ministerpräsident von Baden-Württemberg sich an die Verfassung zu halten hat, egal ob sie ihm gefällt oder nicht:

Kretschmann: Sie können fragen was Sie wollen aber es steht doch in der Verfassung. Ich stehe doch nicht über der Verfassung nur weil mir ein Verfassungsartikel nicht gefällt.

Reporter: Sie sind ja ein Grüner …

Kretschmann: Was hat denn das mit grün zu tun?

Reporter: Weil die Grünen jahrelang gegen diese Drittstaatenregelung …

Kretschmann: Aber es steht nun mal in der Verfassung! Jeder Bürger und jemand in der Exekutive, das lege ich in meinem Amtseid ab, ist an Recht und Gesetz gebunden. Das steht doch nicht in meinem Ermessen, über der Verfassung zu stehen. Ich bitte Sie.

Reporter: Aber Herr Ministerpräsident, Sie sind doch nicht von der Verfassung gezwungen worden, dem Asylkompromiss zuzustimmen.

Kretschmann: Aber ich muss nach der Verfassung prüfen und nicht nach was anderem. Ob mir das gefällt oder nicht. Die Verfassung macht die Vorgabe meines Prüfungsauftrags und nicht was ich mir so denke. Das ist gelebte Gewaltenteilung und das ist gelebte Praxis. So ist es.

Reporter: Also Sie haben diesem Asylkompromiss zustimmen müssen …

Kretschmann: Ich habe nicht zustimmen müssen, sondern ich bin verpflichtet, es zu prüfen aus Plausibilität. Ich muss jetzt sagen, ich bin etwas erstaunt was Sie von mir wollen. Ich bin der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg gehört zur Exekutive. Und die Exekutive ist an Recht und Gesetz und erst Recht an die Verfassung gebunden. Diesen Verfassungsartikel haben wir als Grüne immer kritisiert aber die Mehrheit hat ihn in die Verfassung beschlossen. Wenn die Bundesregierung mir nun aufgrund dieses Verfassungsartikels etwas vorlegt, dann muss ich das prüfen, ob das den Kriterien der Verfassung entspricht und ich bin zum Schluss gekommen, dass es der Verfassung entspricht. Das hat nichts mit irgendwelcher grüner Gesinnung zu tun.

Das vollständige Monitor-Interview mit dem grünen Ministerpräsidenten – damit sich jeder das ganze Bild machen kann. #monitor #ardmonitor #kretschmann #wdr #ard #daserste

Posted by Monitor on Freitag, 26. Februar 2016

Da probiert es der „Monitor“-Mann gleich mit der nächsten Unterstellung:

Reporter: Warum ist denn Algerien ein sicheres Herkunftsland?

Kretschmann: Das hab ich ja noch gar nicht geprüft. Ich hab ja noch gar nicht zugestimmt.

Reporter: Sie haben selbst gesagt: Magreb, das sind die Länder, mit denen wir besondere Probleme haben und wir sollten diese Verfahren zuvorderst prüfen. Ich zitiere Sie.

Kretschmann: Aber das ist doch kein Kriterium, ob es ein sicheres Herkunftsland ist. Ob wir Probleme haben mit denen, die da kommen. Das hat doch damit nichts zu tun.

Reporter: Sie würden ausschließen, dass Sie dem zustimmen?

Kretschmann: Nein. Ich prüfe es gerade. Ich bin in der Prüfung. Jetzt glauben Sie es mir einmal, ich will es nicht noch dreimal wiederholen.

Reporter: Herr Ministerpräsident, ich will nur verstehen …

Kretschmann: Nein. Ich finde das schon ungewöhnlich, wie Sie ein Interview mit mir führen.

Reporter: Ok. Dann gehen wir mal davon aus, dass Sie sagen, Sie sind in der Prüfungsphase.

Kretschmann: Das hab ich jetzt aber wirklich gesagt. Ich bin offen und prüfe es gerade. Ich bin noch nicht entschieden. Da müssen Sie jetzt nicht weiter nachhaken. Das ist unnötig.

Der Reporter will oder kann nicht verstehen: Kretschmann prüft, ob Algerien als sicheres Herkunftsland zu klassifizieren ist und er hat sich noch nicht entschieden. Der Reporter scheint aber aufgrund der vorgefassten Meinung zu Kretschmann („schwarzer Grüner“) der Meinung zu sein, dass das Ergebnis der Prüfung ohnehin schon feststeht. Nämlich, dass Kretschmann Algerien und andere Magreb Staaten sowieso als sichere Herkunftsländer klassifiziert, weil es mit den Leuten von dort „Probleme“ gibt. Egal ob Kretschmann ihm sagt, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Damit unterstellt der Reporter, dass die Klassifizierung als sicheres Herkunftsland nur als „Mittel zum Zweck“ eingesetzt wird. Der Reporter hört nicht auf das, was Kretschmann sagt, sondern zielt nur drauf ab, gewünschte O-Töne zu erhalten.

Als Kretschmann sich darauf nicht einlässt, versucht es der Reporter mit einer „Schließen Sie aus“-Frage. Er folgt damit der Logik: Wenn der Politiker nicht dafür ist, muss er zwangsläufig dagegen sein. Dabei hat Kretschmann ihm schon mehrfach gesagt, dass er derzeit weder dafür noch dagegen ist, dass Algerien als sicheres Herkunftsland klassifiziert wird, weil er eben noch prüft.

Es ist eine Besonderheit von Winfried Kretschmann, dass er definitive Aussagen nur dann trifft, wenn er sie wirklich treffen kann. Kretschmann gehört außerdem zur sehr seltenen Spezies Politiker, die sagt, wann sie etwas nicht sagen können. Diese Option der Unsicherheit, des Abwartens, des Prüfens ist in im Medienbetrieb aber oft nicht mehr vorgesehen. Hier sollen allzu oft vorgefertigte Stereotype nur noch abgefragt und mit O-Tönen belegt werden. Wenn Politiker dies merken, flüchten sie sich meist in inhaltsleere Phrasen. Kretschmann dagegen thematisiert dies, was dazu führt, dass das Gespräch entgleist.

Womöglich ist es aber gerade diese Sperrigkeit des Grünen Ministerpräsidenten von BaWü, die ihm die von allen so dringend herbeigesehnte Glaubwürdigkeit verleiht.

Reporter: Gut. Darf ich noch eine Frage stellen?

Kretschmann: Fragen Sie was Sie wollen.

Reporter: Das ist sehr nett. Sie empfinden mich als aggressiv …

Kretschmann: Sehr, das kann ich nur sagen. Also so etwas ist mir noch nicht untergekommen.

Das Video könnte an Journalistenschulen als Anschauungsmaterial dafür genutzt werden, wie man ein Interview besser nicht führen sollte.

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Alle Kommentare

  1. Ja. Mmmh. Also ich gehe ganz naiv auch davon aus, dass ein Politiker ein Gesetz gut findet, wenn er diesem zustimmt. 🙂 Dieser Artikel von Stefan Winterbauer könnte an Journalistenschulen als Anschauungsmaterial dafür genutzt werden, was im deutschen „Journalismus“ so gründlich schief gelaufen ist. Denn er enthält nur eine einzige wichtige Information: Der Auto mag Herrn Kretschmann und empfindet es -typisch deutsch- als Majestätsbeleidigung, wenn ein Journalist seine Aufgabe erfüllt und ganz einfach fragt. Im angelsächsischen bezeichnet man bekannterweise ein gutes Politiker-Interview als „grillen“. Insofern hat der Monitor-Mann seinen Job gut gemacht. Herr Kretschmann auch- er hat einfach geantwortet. Nur Meedia nicht.

    1. Leider völlig am Thema vorbei: Der Reporter verwechselt Behauptungen mit Fragen, er will nichts wissen, sondern seine eigene Meinung zementieren. Er „grillt“ nicht, er vergeigt kläglich seine Chance, etwas zu erfahren.

      1. Natürlich kommt der Reporter aus einer bestimmten politischen Richtung auf Kretschmann zu. Aber er macht seinen Job, darum geht es. Kretschmann ist Realpolitiker und macht deshalb oft A wo die Grünen B sagen. Genau da muss man auch bohren. Journalismus ist kein AnneWill-Wettbewerb, wer die Kanzlerin am besten umschmeichelt, sondern eine Dienstleistung, und zwar für Leser und Zuschauer und nicht für Politiker.
        Ich selbst stehe meinungsmäßig da auch eher auf der Kretschmann-Seite, aber er hat als Politiker verdammt nochmal zu erklären, wenn er A sagt und B tut. Und der Journalist hat genau da nachzufragen wo es wehtut, egal ob dem Politiker das nun gefällt oder nicht.
        Und zwar am besten noch wesentlich härter als im vorliegenden Beispiel.

    2. Unterstellungen, Suggestivfragen, rhetorische Fragen, sinnloser Wiederholungen – Journalismus kennt auch Handwerkszeug, welches jede(r) beherrschen sollte.

    3. Genau das hat er nicht gemacht, sondern sich nur darum bemüht, die Vorurteile – in diesem Fall Kretschmann ist ein schwarzer Grüner – bestätigt zu bekommen. Ja, der Kollege wollte eine Bestätigung seiner Meinung, hat sie aber nicht bekommen, dafür eine Lehrstunden darüber, dass man mit einer unterlegenen Ansicht und Meinung das Abstimmungsergebnis respektieren muss, auch wenn man es nicht gut findet. Das war keine Majestätsbeleidigung, sondern ein Beharren auf einer vorgestanzten Meinung. Der Erkenntnisgewinn dieses Interviews liegt jetzt wo ganz anders und sicher nicht im Sinne des Politmagazins Monitor

      1. Bitte schauen Sie dann doch auch einmal auf Ihre Kommasetzung. Momentan dient der Text eher als Anschauungsmaterial für Schüler, wie willkürliche Kommasetzung aussieht.

  2. Diese Interview gehört tatsächlich zum Schulungsmaterial der Journalistenschulen. Mit einem notwendigen Hinweis: es demonstriert nicht nur die Voreingenommenheit jenes – sagen wir: tölpelhaften – Reporters. Er zeigt anschaulich zugleich den Duktus der Magazin-Sendung Monitor auf: Behauptungen in Fragen zu verkleiden. Und bestätigt damit die zunehmenden Zweifel an der Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. (siehe auch die Rede von GdL in Dresden am Sonntag)

    1. Richtig-Diese Interview gehört tatsächlich zum Schulungsmaterial der Journalistenschulen, für totales falsches Herangehen mit falschen Fragen und Bezeichnungen die es nicht gibt, wir haben ein Grundgesetz und keine Verfassung, auch wenn man uns das immer wieder einreden will. Es gibt ja einen riesengroßen Unterschied für wen dies gilt und wer es erlässt. Also, Grüner hin oder her, die Grunddaten sollten schon stimmen

      1. Die deutsche Verfassung heißt nur Grundgesetz. Deshalb gibt es auch kein Grundgesetzgericht sondern ein Verfassungsgericht.

      2. Grundgesetz und Verfassung werden in fast allen Ländern synonym verwendet, weil die Verfassung die Grundrechte der Bürger enthält.

        Die Grundrechte (Artikel 1 bis 20) basieren auf dem Völkerrecht, welches von der Bundesregierung ratifiziert worden ist (Artikel 25) und sind unaufhebbar. Sie dürfen in ihrem Wesensgehalt weder vom Parlament verändert werden noch mit Gesetzen ausgehebelt. Die vornehmste Aufgabe der Parteien bleibt dabei die Verwirklichung der Grundrechte. Davon leitet sich alles andere – Außen- und Innenpolitik, Sozial-, Informations- und Wirtschaftspolitik, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit ab.

        Das Grundgesetz ist (sollte) der Grund, der Boden des Staatswesens sein.

        Staat und Verfassung könnten im Idealfall ebenfalls synonym verwendet werden, sofern sich im Staatswesen die Grundrechte wiederspiegeln. Staat und Parteien sind keine Synonyme.

        Weil ich gerade dabei bin und das Interview sich um Asylpolitik dreht:

        Von Journalisten sollte der Leser den Bedeutungswandel von Wörtern erklärt bekommen statt deren kritikloser Übernahme.

        Integration; von integrare ‚erneuern, ergänzen, geistig auffrischen; Wiederherstellung eines Ganzen aus Differenziertem.

        Was wiederhergestellt werden soll mit Gezeter und politischen Tiraden, muß vorher kaputt gemacht worden sein? Wer war denn das? Vor dem Mauerfall gab es auch nicht diese Zwietracht im Lande? Wer sät denn die?

        Wo wir Deutsche in den letzten 25 Jahren geistig aufgefrischt worden sind, ist mir persönlich entgangen. Technisch, und da kommen wir dem Begriff wohl am besten auf die Spur, bedeutet Integration: Zusammensetzung von Modulen oder Baugruppen.

        Der Mensch, ein Modul. Da steckt die Unterwerfung drinnen. Das scheint das Weltbild der politischen Eliten sind sein? Das klingt nicht sehr menschenfreundlich? Man könnte das Gegenteil behaupten? In Europa sind ausgesprochene Menschenfeinde am Werk?

        Für Kretschmann hält sich mein Mitleid in Grenzen. Wer in einer solchen Partei ist, die in alle Richtungen austeilt, kann kein Mitleid erwarten, wenn er nun selber mal einstecken muß.

  3. Penetrantes Nachhaken auf dem immer gleichen falschen Fuß, nur um das passende statement zu bekommen, ist aber kein „Grillen“ Das muss schon intelligenter daher kommen.

    1. Ich finde auch, das „Grillen“ etwas von einem Vorhalt im Strafprozess hat. Hier war es so, dass die Vorhalte nicht stimmten. Das Journalist war auch extrem schlecht vorbereitet.

  4. Das ist kein seriöser Journalismus und das weiß der besagte Reporter mit ziemlicher Sicherheit auch.

    Aber er hatte meiner Meinung nach nun mal den Auftrag entweder eine gewünschte Aussage von Kretschmar oder ersatzweise dann wenigstens einen Wutausbruch bei seiner Redaktion abzuliefern.

    Irgendwas spektakuläres, das Monitor dann seiner Klientel anbieten kann.

    Man sollte deshalb vielleicht nicht nur auf den Reporter, sondern zur Abwechslung auch mal auf die Hintermänner, die sowas bestellen, achten.

    Und nein: Ich bin kein Fan der Grünen und habe sie auch noch nie gewählt.

  5. Das Interview ist tatsächlich ein gutes Beispiel dafür, wie manche Reporterkollegen mit vorgefertigten Meinungen in ein Interview gehen. Da wird in der Redaktionskonferenz festgelegt, in welche Richtung der Beitrag gehen soll, und dann wird draußen zum Teil krampfhaft versucht, O-Töne zu bekommen, die genau das belegen, was man sich zuvor vorgestellt hat. Oder anders ausgedrückt: Zuerst wird der Bilderrahmen an die Wand gehängt, und erst dann ein passendes Bild dafür gesucht.
    Der Zeitdruck, unter dem solche Beiträge entstehen, und das Schielen auf die Quote dürfen nicht als Rechtfertigung für derlei journalistisch unprofessionelles Verhalten gelten. Wenn wir da nicht ein wenig selbstkritischer im Hinblick auf unsere Arbeitsweisen werden, müssen wir uns nicht wundern, dass die Glaubwürdigkeit der etablierten Medien weiter leidet.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine entspannte Interviewsituation und wenn es zudem noch gelingt, das Vertrauen des Gesprächspartners zu gewinnen, was bitte nicht mit Anbiedern zu verwechseln ist, die besten Voraussetzungen sind, dem Gesprächspartner viel mehr zu entlocken als in einer angespannten Situation, in der es provozierende Fragen nur so hagelt. Ein routinierter Politiker wird sich nicht provozieren lassen, sondern sich, wie es Stefan Winterbauer beschrieben hat, in Phrasen flüchten.
    Auch wenn wir uns das oft wünschen: In der Politik lässt sich nicht jede Frage mit ja oder nein oder zumindest mit einem kurzen, knackigen Satz beantworten.

    1. So wie Sie auf dem roten Sofa, vermute ich mal – ja, Sie machen das m.E. sehr gut und entlocken den Leuten verblüffend viel Interessantes!

  6. Völlig richtig Kretschmann hier in die Mangel zu nehmen, der Mann sitzt einem Trugschluss auf und versucht sich hinter dem Grundgesetz zu verstecken.

    Jede Gesetzes Norm bedarf der Auslegung auch die Normen des Grundgesetzes.

    Egal ob Gerichte, Verwaltung oder Parlament machen diese Auslegung wenn sie Normen anwenden. Jeweils spezifisch für ihren Anwendungsfall führen diese eine Art der Auslegung aus.
    Das Parlament muss interpretieren ob das Gesetz, das es beschließt eine zulässige Interpretation des Grundgesetzes ist.
    Das versteht der Herr Kretschmann aber offensichtlich nicht. Kretschmann tut so als würde sich das von ihm mitgetragene Gesetz sich ohne Auslegung direkt aus der Verfassung ergeben.
    Das wirkt dann eher so, als drücke er sich um die Verantwortung seiner Auslegung die er sich zu eigen macht.

    Gehen Sie in eine Bibliothek und schauen sich mal „Reine Rechtslehre“ von Hans Kelsen an!

  7. Mann Stefan, SO GEHT MEDIENJOURNALISMUS!!

    Neutral haste das ganze auseinandergenommen ohne den Kretsche zum grünen Nazi zu erklären und ganz ohne Hinweise auf Pegidioten usw usf.

    Mensch, am Ende kannste bald bei ZAPP anfangen. Musst blos noch die Naivchen-Masche lernen, das ist dort Pflicht.

  8. Liebe Kollegen von Meedia,

    nun bin ich ehrlich gesagt erstaunt: Offenbar gelten kritische Nachfragen in einem Interview unter Kollegen heute schon als unanständig. Dabei war das Nachhaken in diesem Fall journalistisch absolut geboten. Die Aussage von Herrn Kretschmann, die Verfassung präjudiziere quasi politische Entscheidungen in Sachen sichere Herkunftsstaaten, sollte von keinem Journalisten einfach übergangen werden, der weiß, worum es geht. Unabhängig davon, ob man jede einzelne Nachfrage nun für elegant hält oder nicht, gilt doch: Ein Interview ist kein Kaffeekränzchen. Und den Mächtigen gegenüber unbequem zu sein, gehört doch hoffentlich weiterhin zum Sebstverständnis eines jeden Journalisten.

    Mit kollegialen Grüßen,

    Georg Restle
    Redaktionsleiter „Monitor“

    1. Das ist aber kein Nachfragen, das war so sinnvoll und ergiebig wie die Interviews von Fußballern nach einem Spiel, wenn sie nach einem Wechsel gefragt werden und jeder weiß, außer der Interviewe, dass es eh keine Antwort gibt.

      Schlecht vorbereitet, nervig und ohne auf das Gegenüber einzugehen.

    2. Lieber Herr Restle, das war aber nicht die Aussage von Herrn Kretschmann. Seine Aussage war, dass er das Konzept sicherer Herkunftsländer nicht gut finden muss, um seiner Pflicht gemäß dem GG nachzugehen das Gesetz des Bundestages mit offenem Ausgang zu prüfen und bei entsprechender Plausibilität, dass die Kriterien des GG an solche Länder stellt, erfüllt sind, durch seine Zustimmung die Anforderungen des GG (Sichere Länder werden durch Gesetz bestimmt) umzusetzen.
      Zusammengefasst: Das GG definiert, dass es sichere Herkunftsländer gibt und was die Anforderungen an selbige Bewertung ist. Das muss man nicht mögen um sich daran zu halten.

    3. Lieber Herr Restle,

      wenn man sich schon als Zuschauer bei einer derartigen Befragung unwohl fühlt, obwohl man selbst die Grünen noch nie gemocht oder gewählt hat, braucht man kein journalistisches Verständnis um zu wissen, dass dies kein gutes Interview war. Guter Journalismus darf und muss kritisch sein, aber nicht patzig.

      Viele Grüße
      Annette Eckstaedt

    4. Ich finde auch, das „Grillen“ etwas von einem Vorhalt im Strafprozess hat. Hier war es so, dass die Vorhalte nicht stimmten. Das Journalist war auch extrem schlecht vorbereitet.

  9. Sehr witzig was dabei herauskommt wenn ein Linker (Kretschmann) von einem Linksradikalen (Monitoer-Typ) „interviewt“ wird.
    Dieses „Interview“ sollte demnächst in „Neues aus der Anstalt“ wiederholt werden, 1 zu 1 im O-Ton – wird sicher der Brüller.

    1. Noch größerer Witz, was Sie für links bzw. linksradikal halten. Diese Einschätzung funktioniert auch nur aus einer ganz stramm rechten Position heraus.

  10. Gesinnungsjournalismus par excellence. Da verkleidet sich ein politischer Aktivist als “Reporter“ und spielt ein bisschen Journalismus. Bedenklich ist allerdings, dass seine Vorgesetzten beim ARD-Politikmagazin „Monitor“ das durchgehen lassen. Von Staatskunde muss man offensichtlich keine Ahnung haben, um bei ARD arbeiten zu dürfen. Es wäre womöglich sogar hinderlich.

  11. Wenn so ein „Journalist “ mal auf Rothschild,Rockefeller,Soros und Konsorten angesetzt werden könnten…. ein echter Wadlbeißer!

  12. Es ist nicht Aufgabe von JournalistInnen die Kretschmann-PR unhinterfragt zu schlucken. Nicht der Interviewer liegt hier falsch, sondern Herr Winterbauer. Verlangen sie ernsthaft, dass ein kritisches Magazin wie Monitor alles Wissen über Bord wirft und Herrn Kretschmanns Ausflüchte unkommentiert stehen lässt? Man kann Herrn Restle nur recht geben: „Ein Interview ist kein Kaffeekränzchen.“

    Man fragt sich, was Herr Winterbauer hier verlangt? Soll Monitor noch hinter die innerparteiliche Kritik der Grünen zurückfallen? Es tut mir leid, aber der Artikel ist einfach nur plump…

  13. man sieht ja hier wieder eindeutig,dass linksradikale voreingenommene Journalisten der ÖR von linken Politikern ihre vorgefertigte Meinung mit aller Gewalt bestätigt wissen wollen.
    Schlimm ist,dass wir für diese Art des Journalismus auch noch Zwangsgebühren entrichten müssen.

    Diese aggressive linksradikale Journalist sollte als Hofberichterstattung der Antifa dienen.
    Es kann aber nicht sein,dass wir für eine solch erbärmliche Art des Journalismus auch noch gezwungen werden,monatlich zu bezahlen.

    Es widert nur noch an!!
    Toll,dass Kretschmar diesem Widerling widerstanden hat

    Wie linksradikaler Journalismus funktioniert,zeigte auch die TAZ am 29.2.2016.
    Über Twitter gab es eine TAZ-Meldung: Tränengas auf Flüchtlinge an der mazedonischen Grenze.
    Dies wurde mit weinenden Kinder untermalt,anstatt den randalierenden Männermob zu zeigen.
    Dieses Foto aber entstammte aus dem August 2015.Einigen Lesern fiel dies wohl auf.Die Empörung dieser Manipulation ließ nicht lange auf sich warten.
    Eine Reaktion der TAZ,zwecks ihrer Manipulation erfolgte bisher nicht.
    Die Linksradikalen Journalisten wollen sich wohl mit Gewalt,Manipulationen und schäumender Wut wohl noch mehr Anhänger beschaffen.
    Das dieses Verhalten aber nach hinten los gehen wird,,ist diesen Linksradikalen noch nicht im Sinne gekommen?
    Naja,was soll man auch von diesen Typen noch erwarten?

    Hier der Link zur TAZ-Meldung vom 29.02.2016

    twitter.com/taz_news/status/704272553334812672

  14. Ich habe den Artikel jetzt nicht vollständig gelesen. Jedoch stößt mir immer wieder auf, wenn ich sowohl von Politikern als auch Journalisten das Wort Verfassung höre. Auf welche Verfassung beziehen sich diese bitteschön? Meinen die evtl. das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, welches jedoch keine Verfassung sondern ein uns aufdiktiertes Statut ist, um die öffentliche Ordnung im besetzten Gebiet aufrecht zu erhalten (siehe hierzu auch die Definition des Wortes Grundgesetz).

  15. Der Rechtspositivismus von Herrn Kretschmann ist zum kotzen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, das gilt nicht nur für Deutsche, sondern genauso für Asylsuchende aus den Balkanstaaten.

    Wegen solcher Leute wird die AfD irgendwann bei 30% stehen…

  16. Von welcher Verfassung spricht Kretschmann ? Deutschland hat keine Verfassung. Denn diese müsste vom Volk legitimiert werden und das wird die Bundesregierung zuverhindern wissen.

  17. Bin echt gespannt, ob die heute-Show daraus etwas macht. „Also Herr Welke, wenn sie eine glatze haben, dann haben Sie der auch zugestimmt.“

  18. Ja, es ist eben nicht leicht für einen Politiker, wenn er von der Oppositionsbank in eine Regierungsverantwortung wechselt. In Österreich werden solche Interviews meistens etwas charmanter abgewickelt… 🙂

  19. Wieso, ist doch ganz normal, das wird bei Hart aber Fair, Anne Will etc.
    doch immer so gemacht:

    Einspieler mit Unterstellung – Interviewter, gestehen Sie, haben Sie das so gesagt? Nachhaken, nachhaken, nachhaken …

    ach Moment, natürlich nur wenn man von der falschen Partei kommt (AfD) oder sonstwie rächts ist …

    wenn nun mal ein grüner so interviewt wird, dann schreiben alle …

  20. @ Georg Restle, Redaktionsleiter „Monitor“

    Ich bin nun KEIN Journalist aber um im ihre Frage zu beantworten:

    Wie würde Ihnen denn dieses *fiktive* Interview zwischen Ihnen und mir gefallen?

    ===========

    Holger: Wir reden über die Bundesregierung. Herr Restle, warum finden Sie eigentlich Angela Merkel so gut?

    Restle: Wer hat das behauptet?

    Holger: Sie haben in den letzten Monaten ausnahmslos positive Sendungen über ihre Asylpolitik produzieren lassen und Seehofer gleichzeitig abgewatscht, da gehe ich davon aus, dass Sie das Konzept der Kanzlerin gut finden.

    Restle: Warum muss man die Kanzlerin als Ganzes gleich gut finden, weil man ihrer Asylpolitik zustimmt?

    Das mit der positiven Herausstellung ihrer Asylpolitik, das ist einfach ein Einzelaspekt damals gewesen. (…) Das sind Dinge in der Regierung, die immer sehr kritisch sind aber in der Asylpolitik liegt die Kanzlerin richtig.

    Das mache ich also nicht einfach, weil ich sie gut finde, sondern weil es notwendig ist.

    Holger: Eine CDU-Kanzlerschaft war immer ein rotes Tuch für Sie …

    Restle: Ich war damals gegen Merkel als Kanzlerin aber sie hat die Wahl eben gewonnen und ist damit lt. Verfassung Bundeskanzlerin. Und man muss sich auch an die Verfassungsartikel halten, die einem nicht gefallen.

    Holger: Aber Sie hätten doch nicht auch noch quasi Hofberichterstattung in der Flüchtlingsfrage für sie machen müssen.

    Restle: Nein, das hätte ich nicht müssen. Aber das habe ich gemacht, weil ich es für richtig gehalten habe.

    Die Verfassung sagt „Politisch Verfolgte genießen Asyl.“ Und wir gehören zu einer Öffentlich-Rechtlichen Anstalt.

    Da lege ich quasi so etwas wie einen Amtseid ab und bin an Recht und Gesetz gebunden. Das steht doch nicht in meinem Ermessen, über der Verfassung zu stehen. Ich bitte Sie.

    Holger: Aber Herr Chefredakteur, Sie sind doch nicht von der Verfassung gezwungen worden, die Asylpolitik der Bundeskanzlerin als einzig richtige zu propagieren, zumal es in der Verfassung doch auch noch den Passus über sichere Drittstaaten gibt.

    Restle: Aber ich muss nach der Verfassung prüfen und habe eben den ersten Satz genommen, nicht, was da noch noch von sicheren Drittstaaten steht.

    Die Verfassung macht die Vorgabe meiner Berichterstattung und ich kann mir nun doch nicht auch den zweiten Absatz des Artikel 16a durchlesen, also habe ich nur das genommen, was mir daraus gepasst hat. Das ist gelebte Praxis. So ist es.

    Holger: Also haben sie die Asylpolitik der Kanzlerin medial so begleiten müssen, das es an Hofberichterstattung erinnert …

    Restle: Ich habe nicht zustimmen müssen, sondern ich bin verpflichtet, es zu prüfen aus Plausibilität.

    Ich muss jetzt sagen, ich bin etwas erstaunt was Sie von mir wollen. Ich bin der Chefredakteur von Monitor.

    Der Chefredakteur von Monitor gehört zur ARD, einer Anstalt des Öffentlichen Rechts. Und damit bin ich an Recht und Gesetz und erst Recht an die Verfassung gebunden.

    Holger: Gut. Darf ich noch eine Frage stellen?

    Restle: Fragen Sie was Sie wollen.

    Holger: Das ist sehr nett. Sie empfinden mich als aggressiv …

    Restle: Sehr, das kann ich nur sagen. Also so etwas ist mir noch nicht untergekommen.

    Holger: Und genau ihr letzter Satz ist meiner Meinung nach das Problem.

    Ich danke Ihnen für dieses nicht geführte Interview.

    ===========

    Wie gesagt, das „Interview“ war fiktiv und die Fragen und Antworten so weit wie irgend möglich von den tatsächlich gestellten ihres Reporters und den Antworten von Herrn Kretschmann abgekupfert.

    Möchten *Sie* so interviewt werden, Herr Restle?

    Und würden Sie das dann als seriöses Interview bezeichnen?

  21. D. Journalist ist nicht aggressiv sondern dumm. Ich bin sicher kein Grüner, aber so ein Interview hätte der Ministerpräsident gar nicht geben sollen. Nächstes mal so ein Trottel einfach stehen lassen. Unfassbar was für Typen sich heute Journalisten nennen.

  22. Als Journalist kann ich nur sagen: Kritische Nachfragen – ja immer und unbedingt. Aber jeder Fragesteller sollte auch wissen: Interviews werden zwischen Menschen geführt, haben mithin (wie jede Kommunikation) eine nicht unerhebliche emotionale Komponente. Für eine offene und ehrliche Aussprache (in der ich dann auch kritisch werden darf) bedarf es einer gegenseitigen „Einladung“, eines Vertrauens, einer Verbindung. Zu Beginn eines jeden Gesprächs entscheiden wir Menschen (und zwar bauchgesteuert) binnen Sekundenbruchteilen, ob es eine Öffnung gibt (also Kommunikation) oder verschlossene Türen (also Verteidigung). Besser als bei diesem Interview kann es ein Fragesteller nicht vergeigen: Mit einer Unterstellung oder Suggestivfrage einzusteigen, verbaut mir umgehend und dauerhaft die Chance, noch etwas Substanzielles zu erfahren. Da hat das Reptiliengehirn des Interviewten nämlich schon alle Verteidigungsschilde hochgefahren. Man muss sich nur Kretschmanns Mimik während der ersten Frage anschauen. In dem Moment fällt das Kind in den Brunnen. Lasst Euch geasgt sein, liebe Monitor-Leute: Interviewen ist auch Psychologie.

  23. @hanock

    Exakt! Er windet sich drumherum, seine Auslegung darzulegen. Warum? Das Gewissen quält ihn noch ein wenig. Aber dann stimmt er zu. Er prüft ein wenig. Aber dann stimmt er zu.

    Und: er versucht, es mit autoritärem Gehabe wegzubügeln.

    Guter Mann, der Frager. Aber noch genauer hinein ins Gewühle der Gefühle.

    Der Bürger darf am Prozess teilnehmen, wenn auch nur als Beobachter seiner Repräsentanten.

  24. Mich nervt seit Langem in vielen Interviews in Radio und Fernsehen, wenn Journalisten immer auf denselben Fragen herumreiten, die der Befragte offensichtlich nicht in gewünschter Weise beantworten will. Das nervt nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Hörer und Zuschauer, weil der Erkenntnisgewinn gleich Null ist. Anne Will macht es nicht besser, wenn sie die Bundeskanzlerin partout dazu bringen will, sich auf eine Obergrenze festzulegen. Dem Journalisten mag Spaß machen, den Befragten in die Enge zu treiben. Ich finde es öde und ätzend!

  25. Aggressiv sollten mehr Journalisten sein. Leider gibt es immer weniger Journalisten weil sie heute auch Cross-und-Social-Media-Experten sein müssen und das journalistische Handwerkszeug aufgrund Klicks und Marketing immer weiter in den Hintergrund rückt.
    Ich finde es gut, dass es sowas wie Monitor gibt. Sicher sind solche Interviews – v.a. in der Art und Weise – keine Glanzleistung, aber in vielen anderen Bereichen hat eine zumindest ähnliche (oder handwerklich besser ausgeführte) Herangehensweise auch zum Erfolg geführt und so manches aufgedeckt oder klargestellt.
    Insofern Pluspunkt für die Hartnäckigkeit, aber stur mit dem Kopf durch die Wand bringt halt auch nichts wenn es elegantere Wege gibt.

  26. Lustig, dass gescheiterte Existenzen und Halbstarke Menschen mit journalistischen Intentionen zwar Zwangsgebühren brauchen um finanziell und beruflich zu überleben, aber gleichzeitig glauben der Menschheit ihre Sicht auf die Welt aufoktroyierend zu müssen.
    Was für Dünnbrettbohrer.

  27. Naja man will den (ungeliebten) Delinquenten aufs Glatteis führen mit dem Ziel der gewünschten „Skandal“antwort und wenns nicht klappt, wird beharrlich penetrant nachgekarrt. Manchmal klappts, wie bei der medial noch unerfahrenen Frau Petry und anschließend erfolgt dann noch bei Bedarf die abwegige Interpretation… aber nicht so beim abgeklärten Herrn Kretschmann, der die Fußangel sieht.
    Lustig, guter Artikel, sehr geschmunzelt…

  28. Liebe Meedia Redaktion, ich hätte da noch einen Fall zum Anschauen für sie: Diesen Beitrag auf ZAPP (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Nicht-alle-wandern-in-die-Extremmedien-ab,zapp9332.html)
    Spätestens nach vier Minuten hat man echtes Mitleid mit Medienwissenschaftler Matthias Kohring, der sich sehr sachlich mit der Berichterstattung zur Flüchtlingskrise auseinandersetzt. Merkt der Reporter gar nicht, dass er immer wieder die gleiche Frage stellt??

  29. Schöner Artikel, aber leider fehlen einige Kommata und auch die Groß- und Kleinschreibung ist oft nicht korrekt. Das sollte besser gehen, gerade in einem Artikel, der schlechten Journalismus anprangert.

  30. In meiner 40-jährigen Tätigkeit als Journalist habe ich mich stets geweigert, eine vorgefertigte Schlagzeile bzw. einen vorgegebenen Titel (z. B.: „Kretschmann verrät grüne Ideale“) mit den vom Chef erwarteten Inhalten zu füllen. Ich habe ergebnisoffen recherchiert, was mir manchen Ärger eingebracht hat. Bedauerlich, dass sich ausgerechnet so gut wie unkündbare Journalisten bei „Öffentlich Rechtlichen“ derart vor einen Karren spannen lassen. Spätestens nach der dritten, stets von einer Unterstellung begleiteten Frage, hätte sieser Reporter kapieren müssen, dass es für ihn nicht so läuft wie geplant. Er hätte das Gespräch abbrechen oder sich auf diesselbe Ebene seines Interview-Partners begeben müssen. Stattdessen hat er sich benommen wie ein Geisterfahrer, stets den Eindruck vermittelnd auf der richtigen Seite zu fahren. Ich habe sie Sendung gesehen. Leider Wasser auf die Mühlen jener, die schlicht von „Lügenpresse“ reden.

  31. Und wahrscheinlich sonnt sich der Pseudo-Investigativ-Kollege noch in einem Gefühl an Selbstverliebtheit. Hartes Nachfragen ist erlaubt, sogar erwünscht, aber das Interview hat mit gutem Journalismus nix gemein. Es geht dem Reporter doch nur darum, seinem Gegenüber in eine unbedachte Antwort zu locken, die gut in des Reporters Skript passt. Auftrag: mach mal ein Stück darüber, wie sich die Grünen selbst verraten haben … EGAL WIE. Ob das richtig ist? EGAL!

  32. Schade, dass hier niemand Anstoß daran nimmt, dass auf der einen Seite Kretschmann und auf der anderen Seite der Monitor-Mann keinen Anstoß an der verfassungswidrigen Herkunft des Art. 16a GG nehmen, denn gemäß Art. 79 Abs. 3 GG unterfällt der ursprüngliche Art. 16 GG was sowohl das Grundrecht auf Asyl als auch die Unmöglichkeit einen Deutschen auszuliefern der Ewigkeitsgarantie. Das Machwerk in Gestalt des Art. 16 Abs. 2 GG sowie des Art. 16a GG war und bleibt verfassungswidrig mit der Folge, dass bis heute der ursprüngliche Art. 16 GG Gültigkeit hat und alles andere, was bis heute auf den verfassungswidrigen Änderungen basiert null und nichtig ist.

    Kretschmann scheint damit gerechnet zu haben, dass ihm der Monitor-Mann diesen Vorwurf machen könnte, deshalb wohl auch sein Geeiere.

    Zitat:

    „Art. 16 GG ist vom Verfassungsgesetzgeber in Gestalt des Parlamentarischen Rates 1948/49 wie folgt gefasst worden:

    (1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.

    (2) Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden. Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

    Die 1993 erfolgte Verfassungsänderung mit dem Wegfall des Satz 2 im Abs. 2 des Art. 16 GG und der Schaffung des Art. 16a GG hat der verfassungsändernde Gesetzgeber gegen die Ewigkeitsgarantie gemäß Art. 79 Abs. 3 GG verstoßen, denn Art. 16 Abs. 2 GG ist sowohl in Satz 1 als auch Satz 2 ohne Gesetzesvorbehalt gefasst gewesen, so dass der verfassungsändernde Gesetzgeber aufgrund der ihn unverbrüchlich bindenden Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 GG gehindert war und ist, absolut gefasste Grundrechte einzuschränken oder gar außer Kraft zu setzen.

    Art. 79 Abs. 3 GG verbietet es dem verfassungsändernden Gesetzgeber ausdrücklich, Änderungen des Grundgesetzes vorzunehmen, mit denen die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden.

    „Die Kettenreaktion der in Art. 79 Abs. 3 GG und Art. 1 Abs. 3 GG enthaltenen Bindungen hat zur Folge, dass die Grundrechte, bei denen kein Vorbehalt gemacht ist, auch für eine Zweidrittel-Mehrheit unantastbar sind. Keine Verfassungsänderung darf sie auch nur berühren.“ (zu Art. 1 Abs. 3 GG aus „Kommentar zum Grundgesetz (Bonner Kommentar)“ von K.G. Wernicke 1950, Stand: September 1956)
    Weder die Tilgung des Art. 16 Abs. 2 Satz GG noch die Einführung des Art 16a GG sind grundgesetzkonform erfüllt, da ändern auch die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes vom 14.05.1996 in 2 BvR 1938/93, 2 BvR 2315/93 nichts, die Art. 16a GG mit Art. 79 Abs. 3 GG für vereinbar erklären. Fakt ist nämlich, dass aufgrund des wegen Verstoßes gegen das Zitiergebot gemäß Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG seit dem 13.03.1951 ungültige BVerfGG und der grundgesetzwidrigen Wahl der Hälfte der Richter am Bundesverfassungsgericht entgegen Art. 94 Abs. 1 GG durch einen grundgesetzlich ohne Ermächtigung begründeten und existierenden Richterwahlausschuss anstatt durch den Deutschen Bundestag alle Entscheidungen des BVerfG seit September 1951 null und nichtig sind.“

    Fundstelle: Grundrechteforum der Grundrechtepartei. Sollte man als Journalist ruhig mal nachschauen, den die haben das Bonner Grundgesetz Scheins sehr gut drauf. Ganz besonders interessant ist übrigens das Rechtsstaatsforum der Grundrechtepartei und die dort öffentlich zugänglich gemachten Expertisen.

  33. Herr Journalist – hüstel – Stefan Winterbauer, warum haben Sie Ihren Text nicht verkürzt auf die Kernaussage „Grüne finde ich geil und wehe jemand sagt was anderes“?

    1. Vielleicht weil der zweite Teil ihrer Behauptung ziemlicher Humbug ist?

      Beim ersten Teil habe ich zwar auch den Eindruck, glaube (hoffe) aber nicht, das dies der wesentliche Grund war.

      Dieser Interviewstil ist doch sonst eigentlich eher CDU und CSU- Politikern vorbehalten, seien wir doch ehrlich.

      Jetzt hat es mal einen Grünen erwischt, aber er ist so oder so unterirdisch. Es gibt mehr als genug echte Kritikpunkte an den Grünen, die für mich deshalb auch anwählbar sind.

      Solche Mittel, wie da verwendet wurden, lehne ich aber ab.

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