Blasse Kiosk-Verkäufe für Magazin-Titel mit Merkel und Trump

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Merkel und Trump auf den Covern von stern, Focus und Spiegel

Publishing Eine Woche nach dem Spiegel nahmen auch die beiden anderen großen Magazine Angela Merkel auf den Titel. Auch Focus und stern hatten damit wie eine Woche vorher Der Spiegel keinen sonderlich großen Erfolg im Einzelverkauf. Der Spiegel blieb unterdessen diesmal mit Donald Trump blass. Alle Zahlen im MEEDIA-Cover-Check.

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„Ist sie noch zu retten?“ titelte der stern und meinte damit Angela Merkel. „Ihr bleiben nur wenige Wochen, um die Flüchtlingskrise zu lösen. Ihre Optionen, ihre Verbündeten, ihre Feinde“ lautete die Unterzeile. Im Einzelverkauf, also in Kiosken, Supermärkten, Tankstellen, etc. fand das Heft damit 194.268 Käufer. Rund 10.000 mehr als in der Vorwoche. Der 12-Monats-Durchschnitt von derzeit 206.300 Exemplaren wurde allerdings deutlich verfehlt, der 3-Monats-Durchschnitt von 194.600 nur knapp. Insgesamt, also inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln und sonstigen Verkäufen wechselte Heft 5 genau 732,624 mal den Besitzer, davon 16.513 mal als ePaper.

Mit einer ähnlichen Zeile ging der Focus 5/2016 an den Start: „Wie lange noch?“ prangte in riesigen Buchstaben auf dem Titel, Merkel selbst war nur klein rechts oben auf dem Cover zu sehen. Der „Countdown für die Kanzlerin: So will sie die Krise um Europas Grenzen lösen. Und was ihre Gegner jetzt planen“ interessierte 63.087 Einzelkäufer – in etwa so wenige wie in den beiden Vorwochen. Der 12-Monats-Normalwert des Focus liegt derzeit bei 77.600, der 3-Monats-Normalwert bei 75.700 Einzelverkäufen. Auch hier der Blick auf den Gesamtverkauf: Der lag für Heft 5 bei 474.497 Exemplaren, darunter 26.334 ePaper.

Der Spiegel, der schon eine Woche vorher mit Angela Merkel titelte – mit der Zeile „Die Einsame.“ – machte diesmal mit Donald Trump auf. „Wahnsinn – Amerikas Hetzer Donald Trump“ stand auf dem Cover. Auch Der Spiegel kam damit nicht auf sonderlich positive Zahlen. 221.968 Einzelverkäufe reichten nicht, um den 12-Monats-Durchschnitt von 236.600 zu bestätigen, immerhin aber, um den 3-Monats-Durchschnitt von 217.200 zu toppen. Der Gesamtverkauf lag bei 797.209 Exemplaren, darunter 54.108 ePaper.

Kennen Sie unser Cover-Check-Tool? Damit können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

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Alle Kommentare

  1. Was so präsent ist wie Merkel, dafür zahlt man nicht mehr.

    Merkel ist eine mediale Einbahnstraße, jeder weiß, was kommt.

    Europa steht am Abgrund, das gesteht selbst die Presse zu. Und mit Merkel auf dem Titelbild geht man einen Schritt weiter.

    Journalisten wie Rolf Sommer, der Stern-Chef war und Geo-Chef, das waren völlig andere Kaliber.
    Peter Scholl-Latour, seine Bücher kaufen sich auch nach seinem Tod wie geschnitten Brot.

    Heute ist Journalismus farblos. Der Journalismus hat sich seine Opposition im Haus selber abgeschafft und erleidet jetzt die Schattenseiten der Diktatur.

  2. Ich habe vorm Netz gewarnt mit kritischen Kommentaren. Das wollte niemand hören: Geht nicht ins Netz, ihr geht daran zugrunde!

    Die Zeitungsmenschen wollten das Rad neu erfinden, doch so viel gibt es gar nicht zu berichten.

    Medien dürfen nur dosiert eingesetzt werden. Wer jeden Tag dasselbe aufgetischt kriegt, wird bald allerergisch. Heute kriegen wir’s faustdick auf allen Kanälen gleichzeitig: Straßenwerbung, Zeitung, Radio, Fernsehen, Internet und überall dasselbe! Da muß man einfach an Gehirnwäsche denken. Und der wird man auch überdrüssig.

    Die Presse war mehr von der neuen Technologie begeistert als von ihren Inhalten. Und die Inhalte fallen jetzt bei den Lesern durch. Die lesen höchstens noch den Aufmacher, oder überfliegen die Headlines – kenn‘ ich, weiß ich, uninteressant. Die Presse ist ausgelaugt.

    Alles ist ausgeleuchtet, kein unbekannter Ort existiert mehr auf diesem Planeten. Pyramiden, Gesundheit, Einfach Schlank und Schön, Weltraum – wer will den Kram noch lesen?

    Schon gleich zu Beginn des wunderbaren Zeitalters tauchten Artikel mit uralten Kommentaren immer wieder auf: Sommerzeit, Winterzeit, Weihnachten, Ostern, Pfingsten. Die Wiederholung wird heute nur mit Photoshop anders verpackt, aber auch das merkt längst jeder, das drückt sich aus in Langeweile.

    Im übrigen sind die vermeintlich alternativen Medien mindestens genauso blass. Laien, die nicht schreiben können, fabrizieren ellenlange Verschwörungsspekulationen über Dinge, die sie nicht verstehen.

    Das Netz ist jährig geworden und hat seine Zukunft hinter sich. Es gibt nichts mehr zu sagen. Nur die gegenseitige Angriffslust simuliert noch Erkenntnis und Leben. Die freien Radikalen haben das Sagen – Republik im Ausnahmezustand: Rette sich, wer kann!

  3. Früher habe ich Stern und Spiegel jede Woche gekauft, heute allerdings nicht mehr. Denn das Meiste, worüber berichtet wird, kennt man schon und ist veraltet.

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