Beiträge auf Hobby-Blogger-Niveau: auch Ikea entdeckt Content Marketing – ein bisschen

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Werbers liebstes Kind erhält einen neuen Ritterschlag: Auch der schwedische Möbelriese Ikea setzt bei der Kommunikation nun auf Content Marketing. Der weltgrößte Möbelhersteller hat einen Unternehmensblog gestartet, der in sechs Ressorts über die Firmenentwicklung, Nachhaltigkeit, Innovation, Gesellschaft, Kultur und die Menschen bei Ikea berichtet. Besonders kurzweilig sind die glatt gebügelten Beiträge allerdings nicht.

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Der meistgehypte Kommunikationstrend der letzten Jahre ist nun auch bei Ikea angekommen: Der schwedische Möbelgigant setzt seit gestern auf Content Marketing. Dafür hat Ikea zu Wochenbeginn einen Unternehmensblog freigeschaltet, der in den vergangenen Monaten kräftig mit Inhalten gefüllt wurde.

„Mit dem Unternehmensblog richten wir uns an all diejenigen, die mehr über Ikea erfahren wollen und auch an Hintergründen interessiert sind“,  erklärt Sabine Nold, Unternehmenssprecherin Ikea Deutschland, die Eröffnung eines neuen Kommunikationskanals.  „Wir haben viele Geschichten zu erzählen – so viele Geschichten, dass unsere bisherigen Kanäle nicht immer ausreichten.“

Kurze Beiträge auf Hobby-Blogger-Niveau

In gleich sechs Kategorien – Unternehmen & Wirtschaft, Umwelt & Nachhaltigkeit, Innovation & Design, Menschen bei IKEA, Gesellschaft & Verantwortung sowie Kultur & Trends – schreiben Ikea-Mitarbeiter über ihre Sicht der Dinge – von mehr schwedischer Behaglichkeit in den Kundenrestaurants („Viel Holz, Licht und klare Farben“) über einen Statusbericht zum geplanten Umweltvorzeigehaus in Karst („Ökologie, Ökonomie und Soziales“) bis zum Designwettbewerb für innovative Ideen für Flüchtlinge („What Design can do“).

Besonders kurzweilig sind die Kurzbeiträge allerdings nicht – sie klingen zum überwältigenden Anteil wie eine Mischung aus liegengebliebenen Pressemitteilungs-Versatzstücken und einschläfernden PR-Floskeln:

Ende Januar wurde der Grundstein für das neue IKEA Einrichtungshaus in Wuppertal gelegt. Nicht nur die Wünsche der Bürger und unserer zukünftigen Nachbarn wurden in die Planung mit einbezogen, auch Umweltaspekte spielen am Standort eine große Rolle.

Mit zahnlosen Beiträgen wie diesem, der exemplarisch für das Ikea-Blog steht, dürfte es der schwedische Möbelriese schwer haben, mit seinen Kunden in den Dialog zu treten – mit Bloggen hat das lieblos von Ikea-Mitarbeiten gefüllte Blog freilich wenig zu tun. Lediglich im Ressort „Kultur & Trends“ scheinen freie Autoren mit etwas kreativem Freiraum zum Zuge zu kommen  – bei Veranstaltungstipps oder Anregungen zum Gemüseanbau in den eigenen vier Wänden.

Der Weg zu einem Content Marketing-Angebot, das mit ernst zu nehmenden Inhalten aufwartet, erscheint da noch ziemlich weit – sofern ihn Ikea denn überhaupt einschlagen will. In der Vergangenheit sind die Schweden zumindest bereits mit einigen digitalen Kommunikationsinitiativen aufgefallen – von der Online-Community hej.de über neue Emoticons im Ikea-Look fürs Smartphone bis zur Weihnachtsessen-Initiative #Gästaurant.

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