Wie Pegida-Frontfrau Festerling den Zeit-Chef einmal als „Giovanni di Stronzo“ beleidigte

Unfein: Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling beleidigte Giovanni di Lorenzo
Unfein: Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling beleidigte Giovanni di Lorenzo

Publishing Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hielt am gestrigen Sonntag im Dresdner Schauspielhaus eine Rede zum Thema "Lügenpresse". Dabei erwähnte er auch, dass er von der Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling auf Facebook auf Italienisch beleidigt wurde. Di Lorenzo nahm's locker und nannte vier Gründe für den Vertrauensverlust der Medien.

Werbeanzeige

Die Beleidigung durch Tatjana Festerling auf Facebook ist schon ein paar Tage her, vermutlich war Giovanni di Lorenzo im Zuge der Vorbereitung auf seine Rede darauf gestoßen. Die Redaktion der Zeit hatte dem thüringer AfD-Chef Björn Höcke einen äußerst detaillierten Fragebogen zukommen lassen. Höcke teilte den Fragebogen auf Facebook. Aus den Fragen sei „unschwer abzulesen, dass die Arbeit des Rechercheteams nicht mehr von einem in journalistischem Ethos gründenden Erkenntnisinteresse getragen wird, sondern nur noch von einem ideologisch motivierten Stigmatisierungsinteresse“, schrieb Höcke und nannte die Zeit ein „pseudointellektuelles Hetzblatt“.

Tatjana Festerling, eine der prominenten Figuren der Pegida-Bewegung, teilte Höckes Posting und schrieb dazu eine „gesonderte Nachricht an Giovanni“: „Che stronzo sei, vaffanculo!“ Der Halb-Italiener di Lorenzo übersetzte diese Einlassung in Dresden mit den Worten: „Was für ein Stück Scheiße du bist, leck mich am Arsch!“ Da war der Zeit-Chef sogar noch vergleichsweise höflich, der Google-Übersetzer liefert eine noch vulgärere Übersetzung.

So etwas verstünden Menschen wie Frau Festerling unter dem deutschem Anstand, den sie einfordern, sagte di Lorenzo laut der Sächsischen Zeitung in seiner Rede. Und weiter: „Unter Meinungsfreiheit verstehen sie in Wirklichkeit die uneingeschränkte Lizenz, andere Menschen zu beleidigen, zu diffamieren, an den Pranger zu stellen.“

Journalisten sollten sich nicht  von „Lügenpresse-Rufen“ und „Systempresse-Parolen“ verrückt machen lassen, sagte di Lorenzo in Dresden. Trotzdem müsse sich die Branche auch eigener Fehler und Fehlentwicklungen bewusst werden, die für eine Skepsis sorgen würden, die „weit über das Pegida-Milieu hinausreicht.“

Folgende vier Fehlentwicklungen im Journalismus zeigte di Lorenzo auf:

1. Skandalisierung

Es gebe eine Tendenz, alles zu skandalisieren, statt ein Gegenwicht zur Hystere im Netz zu bilden. Als Beispiele nannte di Lorenzo die Berichterstattung zu den Fällen Wulff, Kachelmann oder Hoeneß: „Es kann nicht ernsthaft überraschen, dass das Misstrauen und die Häme, die wir beständig gesät haben, nun auf uns selbst zurückfallen.“

2. Gleichklang

Zwar würden sich Medien natürlich nicht untereinander absprechen, aber: „Dass dieser Eindruck überhaupt entstehen kann, ist für mich ein Alarmzeichen.“

3. Hochmut

Journalisten müssten sich fragen, ob sie zu einer Elite gehören, die ihre Leser und Zuschauer nicht mehr versteht. Als Beispiel nannte di Lorenzo, dass Probleme mit Flüchtlingen zu Beginn der Krise zu oft heruntergespielt worden seien und kritische Stimmen diffamiert wurden. „Probleme werden nicht dadurch groß, dass man sie erwähnt, sondern dadurch, dass man sie verschweigt.“

4. Fehlerkultur

Journalisten pflegten einen „mangelhaft souveränen Umgang mit ihren eigenen Fehlern“. Hier haben viele Medien nach Auffassung von di Lorenzo aber hinzugelernt und hätten mittlerweile den Mut, sich für Fehler offen zu entschuldigen.

Dass Tatjana Festerling sich für ihre Ausfälligkeit entschuldigt hätte, ist nicht bekannt.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Alle Kommentare

  1. Zu di Lorenzo vorab:
    Er gehört zu den gemässigten, echten Journalisten.

    1. Skandalierung
    Sehr weise Beispiele. Er braucht sich nicht den Schuh anziehen, wenn er von „wir“ spricht. Er sollte lieber mit dem Finger auf BILD und Kai D. zeigen! Und trotzdem knallt die Auflage von BILD den Bach hinunter. Wie schön!

    2. Gleichklang
    Na klar, weil sich die Herren „Journalisten“ es sich leicht machen und der eine von dem anderen abkupfert!!!

    3. Hochmut
    Sicherlich, weil „Journalisten“ es immer besser wissen. Sie haben ihre eigentlich Aufgabe, nämlich Berichterstattung, umgewandelt in persönliche Meinungsmache, um dem Volk ihre Ideologie aufzudrücken. Kai D. von BILD ist da an erster Stelle. Putin empfängt ihn zum Interview und was macht Kai? Täglich lässt er Putin „zerreissen“, Putin ist an allem Schuld, Putin ist ein Teufel ussw. Hochmut kommt vom dem Fall, Kai!
    Facebook-Zuckerberg wird dagegen von Kopf bis Fuß gestreichelt, kriegt einen Preis, weil er mit Springer zusammenarbeitet.

    4. Fehlerkultur
    Wann gibt es mal einen Schreiberling, der sich von sich aus für Fehler und falsche Berichterstattung bzw. falsche Ideologie entschuldigt? Da müssen erst Anwälte sprechen.

    5. Fazit
    Wir leben in einer beschissenen Welt, wo jeder jeden verarscht, betrügt, belügt. Ich kenne leider keinen Ausweg.

  2. Ist zwar eigentlich off-topic, aber gehört eigentlich unter jeden Meedia-Artikel: Warum leistet Ihr Euch nicht einen vernünftigen Korrektur-Leser? Bzw. warum liest der Autor nicht nochmal gegen? In jedem Artikel gibt es mindestens 1-2 dicke Fehler, die nicht sein müssten. Eigentlich ein Zeichen von Qualität. Schade, dass Ihr das nicht auch so seht.

    1. Das geht alles für die POLITISCHE Korrektheit drauf, nicht mal korrekt gegendert wird….

      Pippilottapresse

  3. „Unter Meinungsfreiheit verstehen sie in Wirklichkeit die uneingeschränkte Lizenz, andere Menschen zu beleidigen, zu diffamieren, an den Pranger zu stellen.“ Genau das verstehen etliche Medienschaffende auch unter Pressefreiheit. Dabei bedeutet Pressefreiheit die Möglichkeit, über alles zu informieren. Aber das bitte sachlich und die eigene Meinung als Kommentar, wobei man auch da klare Aussagen höflich formulieren kann.

  4. JA. Ich verstehe, warum viele Zeitungen ihre Kommentarseiten schließen. Wäre auch hier wirklich besser

    1. Zustimmung!

      Die ganzen grünlinken Bessermenschen blieben in ihren laut-gegen-rechts Sümpfen und würden nicht mehr weiter auffn Geist gehen mit ihrem Hassgezicke, außer zu deren Aufmärschen wenn wiedermal randaliert wird zum Zeichen setzen und Haltung zeigen.

  5. Die Festerling, die Festerling, das ist ein wahrer Finsterling. Ekelhaft, dass solch eine Braunfrau sich Journalist nennen darf. Das beleidigt so jeden auch noch so dummen Journalisten. Weit her war es ja wohl nicht mit diesem „Finsterling“, denn man hat so gar keine Ahnung für wen sie als Journalist tätig war und was und ob sie überhaupt jemals etwas geschrieben hat. Dieser Finsterling pest in die braune Dumpfbackenmasse, die sich Montags trifft und sudelt. F.Adler

  6. Ein Blick auf die moralischen Institutionen der Zeit: Joffe – verurteilt wegen Steuerhinterziehung, di Lorenzo – Wahlbetrug durch doppelte Stimmabgabe dank Doppelpass

  7. Das Problem der Presse ist, dass sie zu gefühlt 50% aus so genannten Journalisten besteht, die auch beim DDR-Fernsehen oder dem Neuen Deutschland anstandslos und ohne anzuecken Kariere gemacht hätten. Man könnte meinen, sie wären bei Karl Eduard von Schnitzler in die Schule gegangen.

  8. Die Täter des Meinungsterrors und des institutionalisierten Hasses und der Hetze versuchen sich in Erklärungsversuchen. Und nur die Kollegen hören zu.
    Wen interessiert die subjektive Beurteilung der Sachlage durch die Gesinnungspresse noch?

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige