Unseren täglichen Glyphosat-Skandal gib uns heute – Pflanzenschutzmittel im Bier als Lobby-Waffe

1.000 Liter Bier für eine anständige Glyposat-Vergiftung? Na, dann Prost!
1.000 Liter Bier für eine anständige Glyposat-Vergiftung? Na, dann Prost!

Die Meldung, dass in deutschem Bier das Pflanzenschutzmittel Glyphosat gefunden wurde, machte die Runde durch Medien und Soziale Netzwerke. Dahinter stecken, so schreibt MEEDIA-Gastautor Hasso Mansfeld Interessen der Ökolobby, die heute von den Medien immerhin besser durchschaut werden als noch beim angeblichen Glyphosat Muttermilch-"Skandal" noch vor einem Jahr.

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Von Hasso Mansfeld

Sind beim Thema Glyphosat Hopfen und Malz verloren? Das Pflanzenschutzmittel sachlich zu betrachten scheint in der öffentlichen Debatte zumindest noch immer keine Option. Dieser Tage wird, mit hysterischer Sorge um das deutsche Bier, wieder die gleiche Sau durch die Presselandschaft getrieben wie im vergangenen Jahr zum Thema Muttermilch. Die Strategie hat sich damals für die Ökolobby als effektiv erwiesen, warum also davon abweichen?

Welche Strategie? Nun: Das Dreigestirn aus dem Heranziehen willkürlicher Grenzwerte, der Überinterpretation der Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“, sowie die Fokussierung auf ein emotional besetztes und damit zum Schüren von Ängsten besonders geeignetes Nahrungsmittel. Appellierte man 2015 mit giftiger Muttermilch an Beschützerinstinkte, soll diesmal pestizidbelastetes Bier den genussfreudigen Deutschen ins Mark treffen.

Forscher oder Lobbyisten?

Aber halt: Hat nicht ein renommiertes Forschungsinstitut die Gefährlichkeit von Glyphosat in 14 führenden Biermarken gerade eindeutig nachgewiesen? Und wurde das nicht von unabhängigen Experten bestätigt? Wenn ich mir nur die panischen Reaktionen unter Facebook-Freunden anschaue, sollte man das meinen.

Doch nichts an dieser verbreiteten Vorstellung ist richtig. Erstens ist das Umweltinstitut München, das den Glyphosat-Bierskandal losgetreten hat, ein privater Verein mit Schwerpunktsetzungen unter anderem gegen den sogenannten (und in seiner Wirkung mehr als umstrittenen) Elektrosmog, gegen TTIP und einer insgesamt eindeutigen politischen Agenda. So spricht man unter anderem auf der Website von Glyphosat als „Ackergift“ und polemisiert gegen „Raubbau ohne Grenzen“. Auch die „Experten“, die nun in diversen Medien zu Wort kommen, gehören entweder zu diesem Institut oder reihen sich unter die üblichen Verdächtigen der Ökolobby ein. Es mag technisch nicht falsch sein ähnlich wie Augsburger Allgemeine, Stern und Hamburger Abendblatt zu titeln „Forscher finden Pestizid in Bier“. Denn klar, am Umweltinstitut wird auch geforscht. Aber der respektvolle Begriff des Forschers unterschlägt doch, wie interessengeleitet die Untersuchungen sind: „Öko-Lobbyisten finden Glyphosatspuren in Bier“ wäre eine mindestens ebenso berechtigte Schlagzeile. Hinzuzufügen wäre: Sie finden, weil sie genau danach suchen.

Der Trinkwasser-Trick

Denn wenn man sich die Ergebnisse genauer anschaut wurde ja, wie bereits im Falle der Muttermilch, nichts Spektakuläres entdeckt. Die vorgefundene Glyphosatmenge liegt zwar bis zu „300-fach über dem Trinkwasser-Grenzwert “, das aber hat vor allem damit zu tun, dass in Deutschland Grenzwerte für potentiell schädliche Stoffe in Trinkwasser sehr großzügig auf dem niedrigsten möglichen technisch realisierbaren Level angesetzt werden. Der Trinkwasser-Grenzwert für Glyphosat in den USA liegt etwa bei 700 ng/ml, und damit deutlich über dem für die „meistbelastete“ deutsche Biersorte festgestelten Wert von 29,74 Mikrogramm pro Liter (also 29,74 ng/ml). In Deutschland gibt es sogar genau genommen überhaupt keinen Glyphosatgrenzwert für Trinkwasser: Stattdessen hält man sich an die lange als Nachweisgrenze geltende Schwelle von 0,1 ng/ml für verschiedenste chemische Verbindungen.

Einmal mehr gilt: Dank moderner Technologien kann ich heutzutage in einem Lebensmittel Rückstände von fast allem nachweisen. Dank des Trinkwassertricks kann man diese Rückstände dann zum entsprechenden Skandal aufbauschen. Prinzipiell kann man das mit allen Stoffen machen, für die es in der Trinkwasserverordnung einen Grenzwert gibt. Von Lobbyverbänden, und nichts anderes sind die Ökoverbände in diesem Fall, kann man da wohl kaum Redlichkeit erwarten. Immerhin würden die Glyphosat gerne ganz verbieten lassen, und freuen sich sicher damit auch dem Über-Feindbild der Ökolobby, Monsanto, eines auszuwischen. Doch es wäre Aufgabe der Presse, gegenzusteuern, bzw. einzuordnen.

Hoffnung bei der Berichterstattung

Und hier immerhin zeichnet sich ein wenig Grund zur Hoffnung ab. Ja, die meisten Presseorgane können auf skandalisierende Überschriften nicht verzichten. Man weiß das Aufregung Klicks verspricht, dass die sich selbst bestätigenden „Expertenrunden“ über Tage und Wochen ertragreiche Angstlustdebatten versprechen. Man kennt das Spiel und spielt es gerne mit. Auf der anderen Seite: Der Ton in den Artikeln selbst wird sachlicher, wenn nicht gar kritisch. So stellte das Bundesamt für Risikoforschung auf Anfrage des Stern klar „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken.“ Weitere Medien griffen diese Relativierung in ihrer Berichterstattung prominent auf. Die Zeit titelte sogar in ihrer ersten Meldung: „Glyphosat in Bier – BfR: unbedenklich für Konsumenten.“ Eigentlich eine Null-Meldung.

Da hat man, wie es scheint, durchaus den ein oder anderen Schluss aus der Muttermilchpanik gezogen, scheut sich aber, diese Schlüsse auch selbstkritisch öffentlich mitzuteilen. Doch zumindest bei der Presse ist Hopfen und Malz noch nicht verloren: Der nächste Glyphosatskandal könnte den Panikmachern auch um die Ohren fliegen.

Über den Autor: Hasso Mansfeld arbeitet als selbstständiger Unternehmensberater und Kommunikationsexperte. Für seine Ideen und Kampagnen wurde er unter anderem dreimal mit dem deutschen PR-Preis ausgezeichnet. Hasso Mansfeld schreibt außerdem regelmäßig für das Online-Debattenmagazin diekolumnisten.de.

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Alle Kommentare

  1. Anderen Lobbyismus vorwerfen und selbst einen reinen Lobbyartikel ohne irgendwelche harte oder gar neue Fakten zu veröffentlichen. Was ist eigentlich mit Meedia los?

    Ich will mich nicht mit irgendwelchen Giftmischern oder ihren Sprachrohren über Glyphosat-Grenzwerte im Wasser oder sonstwo streiten, ich will überhaupt kein Glyphosat, nirgends. Ist das so schwer zu verstehen?

    1. Warum nur „kein Glyphosat“? Mit den modernen Analysemthoden können Sie so ziemlich alles im Bier nachweisen.

      1. Weil Sie nicht verstanden haben, wo das Problem ist. Ich habe in der Schule gelernt, dass moderne Pflanzenschutzmittel (oder auch Waschmittel, etc.) rückstandsfrei abbaubar sein sollen. DDT wurde verboten, weil es dies eben nicht war, sondern sich über die Nahrungskette bis zu den Menschen anreicherte.
        GLYPHOSAT IST SCHLIMMER ALS DDT, es baut sich nicht ab und WIRKT HORMONELL, d.h. es führt nicht nur zu
        Krebs in der ersten Generation, sondern auch zu Fehlbildungen bei der Zweiten bzw. Unfruchtbarkeit, so dass es gar keine 2. Generation gibt.
        Deshalb ist selbst der Trinkwassergrenzwert nicht relevant, denn Glyphosat sollte komplett verboten werden. Es gibt genügend andere Mittel, mit denen es ersetzt werden kann.

    2. Und weil du das einfach so willst, muss eine ganze Branche nach deiner Pfeife tanzen. Grundlos, ohne Beweise und Forschung (ich meine hier frei von Lobbyismus und alterierenden Interessen…), nur eben weil du das so willst…
      Ich überlege gerade ernsthaft ob ich in so einem Land noch leben mag, wo jeder einfach alles WILL…

      (Kommentare von der Sorte: Na dann zieh doch weg bitte direkt an: Idnt@givea.fck. Danke 🙂 )

    3. Wir haben Ott sei Dank eine funktionierende Demokratie, so dass nicht Einzelne, sondern Mehrheiten entscheiden, die sich nicht von solchen
      Pseudo-Untersuchungen kopfscheu machen lassen. Ein Erwachsener
      müsste 1000 Liter Bier am Tag trinken, damit es bedenklich wird.
      Hysterie ist nicht angebracht.

    4. An Mueller, Laila und ShivaBomba:
      Was waren nochmal die lezten großen Lebensmittelskandale?
      Glyphosat, Uran, Blei?
      Ne, war alles Bio:
      EHEC (in Sprossen, 53 Tote), Listerien (Bakterien) in Käse (8 Tote), Hirsebrei (aufgrund von Tropanalkaloiden = natürliche Pflanzengiftstoffe), BIO-Glühwein mit zuviel Kupfer, um die 100 Tote jährlich durch Salmonellen, 400 Tote durch Ertrinken, Arsen in Reiswaffeln … und alle Schadstoffe sind BIO!
      Da braucht man keinen Scheck von Monsanto, da braucht man nur selber denken.

  2. Ich habe bei „Überinterpretation der Einstufung von Glyphosat als ,wahrscheinlich krebserregend'“ aufgehört zu lesen. Bei der WHO sitzen sicher nur „Öko-Lobbyisten“ will der Autor vermutlich suggerieren. Nach welchen Kriterien sucht Meedia eigentlich seine Gastautoren aus?

    1. @Gerd Benn

      In der WHO sitzt die Gesamte Pharma- und Ökolobby. Diese Tatsache wird im übrigens stark von Transparency International kritisiert.

    2. Die Aussage „Überinterpretation der Einstufung von Glyphosat als ,wahrscheinlich krebserregend’“ kritisiert nicht die Einstufung durch das IARC selbst, sondern die falsche Interpretation durch das Umweltinstitut München und andere. Es ist echt schwierig, eine politische Debatte zu führen mit Menschen, die ziemlich einfache Texte nicht richtig verstehen können oder wollen.

  3. Eben das interessiert mich auch, wieso dieser Gastautor? Kritisches Hinterfragen aller Meldungen ist sicherlich sinnvoll, aber dass Glyphosat nichts in Lebensmitteln zu suchen hat, steht doch außer Frage. Und damit auch sein Einsatz generell. Dafür benötige ich keine „Öko-Lobbyisten“ – die sofern vorhanden zudem weder nach Anzahl noch Ressourcen irgendwelche Relevanz haben im Vergleich zu denen der Industrie, die wiederum im Übrigen in großer Zahl und auch bestätigt an unseren Gesetzen mit schreiben. Und was soll das Ganze auf meedia?

  4. Vielleicht liegt das Problem ja darin, dass wir mittlerweile in fast jedem Lebensmittel irgendeine Form von Belastung haben? Jetzt also auch noch in allen gängigen Biersorten. Das summiert sich! Ich möchte nicht wissen, wie hoch die täglich Belastung wirklich ist, wenn man mal alles zusammenzählt.

    Was ist also daran „Panikmache“? Ist der „Öko-Lobbyist“ jetzt der neue „Gutmensch“ bei meedia? Die einzigen, die jetzt richtig Panik haben, sind die großen Bierhersteller.

    Und bezüglich des Artikels würde ich sagen: Schuster bleib bei deinen Leisten.

    Denn wer so vorgestellt wird:

    „Hasso Mansfeld arbeitet als selbstständiger Unternehmensberater und Kommunikationsexperte. Für seine Ideen und Kampagnen wurde er unter anderem dreimal mit dem deutschen PR-Preis ausgezeichnet. “

    Der sollte sich um seinen nächsten PR-Preis kümmern und nicht ahnungslose Kommentare über unsere Lebensmittel absondern. Oder war der Artikel schon für die PR-Jury der Großkonzerne??

    Man fragt sich wirklich …

    1. @Mike Wood

      Sie müssen jetzt ganz stark sein:

      Ohne interessengerichtete Kommunikation, also PR, gäbe es keinen Journalismus.

      Im Übrigen ist der Verfasser Dipl. Ing. agr.

      1. „Ohne interessengerichtete Kommunikation, also PR, gäbe es keinen Journalismus.“

        Muss wohl der neueste Witz unter PR-Agenten sein.

      2. Echter Journalismus ist das GEGENTEIL von PR.
        Woodward und Bernstein haben sich nicht auf das verlassen, was Nixon ihnen gesagt hat, sondern haben nachgeforscht (INVESTIGATIVER JOURNALISMUS!) und die Leichen im Keller gefunden.
        Die PR-Abteilung von Monsanto kümmert sich darum, dass Monsanto gut aussieht, nicht darum, die Menschen umfassend über die Gefahren und die unethischen Geschäfte Monsantos zu informieren.
        OMFG

  5. Ich frage mich, ob die vorigen Kommentatoren den Artikel überhaupt gelesen haben.

    @Rolf Müller: Die moderne Messtechnik ist, wie im Artikel erwähnt, genau genug um alles Mögliche zu finden – sofern man danach sucht. Biopestizide/herbizide wurden ja spezifisch nicht von dem Labor gesucht, die wären auch gefunden worden…Wo wir gerade bei Substanzen sind: man findet alles Mögliche in so einer Untersuchung, wenn man den threshold nur gering genug setzt. Pflanzen reichern etwa auch Radionuklide (wie Polonium) an, Tabak ist ein berühmtes Beispiel. Und nein, auch Radionuklide kommen natürlich im Boden vor. Wenn Sie also sagen „Ich will überhaupt kein Glyphosat“ ist das nicht möglich, ebenso wie „ich möchte keine Kupferspritzmittelrückstände aus dem Biolandbau“. Die Dosis macht das Gift.

    @ Gerd Benn:
    Man kann es sich auch einfach machen und ignorieren, was der Text sagt. Worauf der Autor – denke ich mal – hinaus wollte ist, dass die WHO eine extrem konservative Einschätzung für „wahrscheinlich krebserregend“ führt. Die Dosis ist hierbei egal und auch fragwürdige Studien zählen, eben weil das nur als anfängliche Beweissammlung aufgefasst werden soll. Um die WHO selbst zu zitieren:
    „Limited evidence means that a positive association has been observed between exposure to the agent and cancer but that other explanations for the observations (technically termed chance, bias, or confounding) could not be ruled out.“

    Wo wir gerade dabei sind: Mykotoxine und Alkohol, beides in Bier enthalten, sind Carzinogene der Klasse 1A und damit wesentlich sicher verknüpft+problematischer – und außerdem in viel höherer Dosis enthalten!

  6. Wow, der Herr Mannsfeld ist ja ein kleiner Scherzkeks … als ob ihn das dereinst absolvierte Studium der Agrar-Wissenschaften zu einem qualifizierten Autor in Sachen Nahrungsmittel-Sicherheit machen würde. Hier dürfen wir alle mal müde lächeln …

    Das hat der Leser Mike Wood schon ganz richtig erkannt: Wer schon 3 Mal einen „PR-Preis“ verliehen bekommen hat, dem wird mit gutem Grund unterstellt, dass er nur noch „interessensgeleitet“ kommuniziert – neudeutsch für: er hat vorsätzlich sein inneres Messinstrument zur Unterscheidung von Lüge und Wahrheit kaputt gemacht.

    Herr Mannsfeld, ich wünsche Ihnen viel Freude im nächsten Urlaub mit dem dicken Scheck von Monsanto, den Sie für Ihren mächtig tendenziösen „Artikel“ eingestrichen haben dürften.

    Und jetzt müssen Sie stark sein: Mit dem täglichen Blick in den Spiegel müssen Sie ganz alleine klar kommen.

  7. Es ist fast wie bei den Diskussionen um Pegida – wo kommen wir eigentlich hin, wenn wir auch andere Meinungen gelten lassen. Interessengeleitete Forschung gibt es nur bei der Industrie, Forschung von Organisationen wie dem Umweltinstitut, von Greenpeace oder foodwatch sind selbstverständlich nur der reinen Wissenschaft verpflichtet und die Ergebnisse sind deshalb natürlich sakrosankt. Wenn der BUND in 16 europäischen Ländern insgesamt 160 (!) Menschen untersucht und zu dem Ergebnis kommt, dass bei 75 Prozent aller Menschen, die in Großstädten leben, Glyphosat im Urin nachgewiesen wurde, dann ist das selbstverständlich streng wissenschaftlich. Wenn die Grünen elf (!) Muttermilchproben untersuchen und zu ähnlichen Ergebnissen kommen, dann ist das selbstverständlich streng wissenschaftlich. Ja gehts denn noch – und warum das ein Thema für meedia ist: Warum tappen eigentlich immer noch so viele Medien in die aufgestellten Fallen?

  8. „Wahrscheinlich krebserregend“ ist absichtlich falsche Übersetzung von „may be cancerogen“ – also „vielleicht…“.

    Dieser „may be“-Terminus wird aber im naturwissenschaftlichen Englisch immer verwendet, wenn man sagen will: „nicht auszuschließen ist, dass…“ .

    „Nicht auszuschließen…“ ist aber in der Naturwissenschaft immer ein philosophisch-logischer Begriff. Denn: „Wirkllich nichts ist künftig für immer auszuschließen, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist – es kann ja noch kommen, dann man kann ja nicht in alle Zukunft sehen“. So kann es sein, die Meedia-Redaktion plötzlich ein Meteor trifft. Es kam zwar noch nicht vor, „…ist aber nicht ganz auszuschließen“. Eine Platitüde.

    Das Problem vieler Öko-Journalisten (und -Leser) ist fehlende sprachliche und naturwissenschaftliche Bildung. So vermischen sich angstbesetzte Platitüden zur semantischen Degeneration, die zu Schlagzeilen gerinnen.

    Auf diesen Bildungsmangel kann das „Münchner Umwelt-Institut“ fest verttrauen. Dessen Gründer wurden – „nach Tschernobyl „- von den Grünen im Münchner Rathaus wie ein Lobby-Unternehmen mit politischen „Forschungs“-Aufträgen und städtischen Geldern finanziell großgefüttert. (…ich war damals Rathaus-Reporter). Dieses private „Umwelt-Institut“ versteht sich laut Eigendarstellung als politisches Kampagnen-Büro im wissenschaftlichen Mantel. Unabhängige „Forschung“ im eigentlichen Sinne ist das nicht. “ Die sind eine Öko-Lobby-Firma mit Camouflage-Labor. Seriöse Forschungsinstitute wie das staatliche Institut für Risikoforschung mit ihrer zögerlichen PR nennt man dann „umstritten“)

    Des-investigative Kollegen schreiben ohne Gegenrecherche ab , wenn ihnen was mit Umweltinstitut und Ökolabertest auf den Tisch flatter. Die Glyphosat-Bier-Story beweist es wieder mal. Just feel green!

  9. Ein schneller Blick ins Internet dürfte selbst dem Unkundigsten offenbaren, dass zur Vielzahl der Glyphosat-Warner nicht nur irgendwelche „Öko-Lobbygruppen“ zählen, wie uns der PR-Fachmann und diplomierte Bauer hier weismachen möchte.

    Bei Meedia scheint man sich um den eigenen Ruf nicht mehr sonderlich zu sorgen. Ja, das befreit.

    1. Linksgrünverdummte Republik und linksgrünverdummter Journalismus regen sich über jeden Schadstoff auf, der ihr Weltbild anreichert: Die böse Industrie will uns vergiften, und jetzt auch noch mit Bier. Dem tumben deutschen Michel ( trinkt Bier !) muß mit Angstmachermeldungen unbehaglich werden, dann wählt er schön grün und kauft bei Öko. Zurecht nimmt der Autor des Artikels in aufklärerischer Absicht diesen simplen Mechanismus der linksgrünen Gesinnunspolizei auseinander.
      Gleichwohl ist zu sagen: Glyphosphat – die Wirksubstanz im Herbizid, das alles Grüne ausrottet, weil es den Närhstofftransport über die Wurzeln stoppt – steht unter Verdacht. Alle relevanten Nahrungs- und Umweltsicherheitsbehörden in der EU – efsa und BfR, auch die WHO – haben sich darüber gebeugt und kommen zu nicht- eindeutigen Bewertungen. Ihre Zurückhaltung ist rein forschungsmäßig nicht zu begründen, denn die Studien gehen mal so und mal so. Viel eher spielt im Moment die Rücksichtnahme auf den agroalimentären Komplex eine Rolle: Ein Glyphosphat-Verbot würde nämlich die Landwirtschaft auf der nördlichen Halbkugel und auch in Asien erst einmal lahmlegen: Würde den glyphospahtspritzenden Bauern das Mittel nämlich weggenommen, würden Getreide- und Reisernten vermutlich um die Hälfte einbrechen, weil zuerst einmal das Unkraut hochschießen würde, insbesondere in den USA, wo das Mittel
      „Basta“ ( glyphosphathaltiges Totalherbizid von Monsanto), das vor allem GMO-Soja und GMO-Getreide wachsen läßt, schon zu superresistentem „Super-Weed“ führte und die Landwirte zu immer höheren Einsätzen zwingt – deshalb auch die viel höheren US-Grenzwerte im Trinkwasser. Daß ein Dipl-Ing-agr diesen Zusammenhang nicht darstellt, liegt auf der Hand: Schon im Studium werden die Dipl.Landwirte auf die Logik des agroalimentären Komplexes eingestimmt und konditioniert. Verfasserin ist dagegen Dipl.oec.troph. hat Verbraucherpolitkk studiert und war jahrelang im Hamburger Magazin-Journalismus invetigativ an der Aufdeckung etlicher agroalimentär-Skandale beteiligt, möchte sich aber nicht weiter outen aus Angst vor der linksgrünverdummten Gesinnungs- und Sprachpolizei. Es lebe die Aufklärung und das Forum, das meedia zur Verfügung stellt !

      1. Ich stimme ihnen zu, dass i.A. Panikmache betrieben wird. Dies führt dazu, dass bei echten Problemen abgewunken wird (Cry-Wolf-Syndrom). Bis vor einem halben Jahr habe ich die Meldungen zu Glyphosat ignoriert. Heute weiss ich, dass Glyphosat extrem (extrem!) negative Folgen hat, da es nicht nur krebserregend ist, sondern auch hormonell wirkt. Es sollte schnellstmöglich komplett verboten werden.
        Sie haben auch mit der Wirkweise komplett Recht, die Folge sind verkümmerte Wurzeln und massiv geringerer Ertrag bei den Nutzpflanzen. Deshalb denke ich, dass sobald das Glyphosphat abgebaut bzw. aus dem Boden ausgewaschen ist, die Ernteerträge steigen werden.

  10. 1. Warum wird in der Autorenbeschreibung nicht erwähnt, dass Herr Mansfeld aktives FDP-Mitglied ist?

    2. Hat die Redaktion von meedia.de überprüft, ob sich unter der Kundschaft Herrn Mansfelds Unternehmen befinden, die aktiv oder passiv mit Glyphosat in Verbindung zu bringen sind?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Klaus Lohrmann

    1. Was hat das mit der FDP oder sonstiger Mitgliedschaft zu tun? Fragt jemand, ob die Verfasser der Studie alle bei den Grünen oder der Linkspartei sind (höchstwahrscheinlich)?
      Haben wir den schon wieder eine Gesinnungspolizei?

  11. Noch ein Nachtrag – Wikipedia klärt auf : „Herbizide oder Unkrautbekämpfungsmittel sind Substanzen, die störende Pflanzen abtöten sollen. Etwa 90 % der Sojafelder, 71 % der Getreidefelder, 63 % der Weizenfelder, 69 % der Zuckerrübenfelder, 35 % der Reisfelder, 17 % der Obst- und Gemüseplantagen werden weltweit mit Herbiziden behandelt.[21]… Während des Vietnamkrieges wurden im Zuge der Operation Ranch Hand Herbizide (insb. Agent Orange) auch zu militärischen Zwecken als Entlaubungsmittel verwendet.

  12. Die Glyphosat Meldung soll vom wahren Skandal ablenken.
    Fast alle Biere enthalten pro Liter bis zu 80 Milliliter Hydroxyethan, einem Stoff der nachweislich die Leber und ungeborene Kinder schädigt und in Verdacht steht bei der Entstehung diverser Krebsarten z.B. an der Speiseröhre beteiligt zu sein.
    Industriell wird Hydroxyethan als Lösungsmittel verwendet, das natürliche Proteine denaturiert, gesunde Fette und Öl auflöst und manche Lacke entfernt.

    Hydroxyethan ist weder in der Trinkwasserverordnung zugelassen, noch gibt es von der WHO ein zulässigen Grenzwert für harmlose Konzentrationen.
    In der Szene der Pick Up Artist wird Hydroxyethan als Vergewaltigungsdroge empfohlen, die das Opfer willig, enthemmt oder sogar bewusstlos macht.
    Manche Experten sehen auch einen Zusammenhang mit der zunehmenden Verbreitung von Homosexualität, da viele Schwulen und Lesben ihre ersten gleichgeschlechtlichen Erfahrungen unter dem Einfluß dieser Droge machen.

    Dabei entsteht dieses Teufelszeug durch mangelnde Hygiene in der Bierherstellung. Ein Mikrobe aus der Familie der Saccharomycen (diese Mikroben werden auch in der Gentechnik, unter anderem von Monsanto und BASF verwendet) scheidet es als Zellgift aus um andere Lebewesen zu töten.
    Den großen Konzerne wie Anhäuser Busch und Öttinger ist dies seit Jahren bekannt, sie tolerieren aber die Verunreinigung weil Hydroxyethan süchtig macht. Es existieren zwar Techniken um diesen Stoff aus dem Bier zu entfernen, aber sie würden den Profit der Konzerne schmälern !
    Parallelen mit den Untaten der Tabakkonzerne drängen sich da auf !

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