Score Media vor der Gründung: Neuer Vermarkter wurde kartellrechtlich geprüft

Herbert Dachs und Christoph Rüth stehen dem neuen Vermarkter Score Meida als Sprecher vor
Herbert Dachs und Christoph Rüth stehen dem neuen Vermarkter Score Meida als Sprecher vor

Marketing Der neue Vermarkter Score Media steht kurz vor der Gründung. Er soll von Anfang an als ein reichweitenstarker Crossmedia-Vermarkter am Markt aktiv werden. Das machen Herbert Dachs, Geschäftsführer der Medienholding Süd, und Christoph Rüth, Geschäftsführer der Madsack Gruppe, beide Sprecher der Gesellschafter, im MEEDIA-Interview klar.  

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Von Gregory Lipinski
Heiko Genzlinger wurde als Geschäftsführer der Score Media Group benannt. Warum haben Sie einen Manager geholt, der bislang kaum Luft in großen Vermarktungsorganisationen geschnuppert hat?
Dachs: Mit Heiko Genzlinger hat die Score Media Group für die Geschäftsführung eine erfahrene Persönlichkeit gewinnen können, die den Aufbau der neuen Vermarktungsgesellschaft erfolgreich vorantreiben wird. Neben seinen Führungsqualitäten, die er nicht zuletzt als Managing Director & VP Sales von Yahoo! Deutschland eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, verfügt Heiko Genzlinger über eine ausgewiesene Expertise in den wichtigen Bereichen Sales und Digital. In Kombination mit den Kompetenzen, die u.a. vom Medienhaus Deutschland und der NBRZ eingebracht werden, verfügen wir über ein äußerst schlagkräftiges und wettbewerbsfähiges Team.

Der neue Printvermarkter Score Media ist bislang gesellschaftsrechtlich nicht gegründet worden. Woran liegt das?
Rüth: Wie kommen Sie auf Printvermarkter? Die Score Media Group wird von Anfang an als reichweitenstarken Crossmedia-Vermarkter im Markt aktiv sein. Im nächsten Schritt ist geplant, den Gesellschaftervertrag kurzfristig zum Abschluss zu bringen, die Produkte auszudifferenzieren und weitere Personalien zu verkünden.

Wie sieht die künftige Gesellschafterstruktur aus und werden elf oder zehn Gesellschafter des Medienhaus Deutschlands Teilhaber der Score Media?
Rüth: Mit dem Medienhaus Deutschland hat die Gesellschafterstruktur nichts zu tun. Zu den Gesellschaftern zählen die bekannten zehn regionalen Verlagsgruppen sowie mindestens zehn weitere Regionalverlage.

Wird die Mediengruppe Funke ebenfalls Mitgesellschafter sein? Steht der Gesellschafter damit nicht in einem Interessenkonflikt mit dem Vermarkter Media Impact, bei dem die Mediengruppe Funke auch im Boot sitzt?
Dachs: Ja, die Funke Mediengruppe wird gleichwertiger Gesellschafter sein. Die weiteren Hintergründe und mögliche Auswirkungen müssten Sie dann direkt mit den Kollegen besprechen.

Die Reichweiten-Verlage aus dem NBRZ-Reich werden ebenfalls Teil von Score Media. Wie aus der Branche zu hören, sollen sie in der Gesellschafterversammlung nur einen Stimmenanteil von 20 Prozent bekommen. Glauben Sie, dass sich die Reichweitenverlage damit zufrieden geben?
Rüth: Das Ziel der Score Media Group ist die Schaffung einer nachhaltig gewichtigen Stimme für alle regionalen Verlage im nationalen Werbemarkt. Dass sich die Gründungsverlage, unter denen sich bereits Reichweitenverlage befinden, zusammengefunden haben, um gemeinsam etwas Großes zu schaffen, ist ein deutliches Signal, auf das der Markt lange gewartet hat. Selbstverständlich steht die Tür für die Beteiligung weiterer Regionalverlage offen. Dabei ist es für uns aber wichtig, dass die Score Media Group als Verbund aller Regionalverlage in einem dynamischen Marktumfeld schlagkräftig und handlungsfähig bleibt.
Muss das Kartellamt dem neuen Konstrukt grünes Licht geben? 
Dachs: Das Vorhaben wurde kartellrechtlich geprüft und wird mit dem Bundeskartellamt abgestimmt.
Solange das Kartellamt kein Okay gibt, kann Score Media sein Geschäft nicht beginnen. Werden die Vermarktungsaktivitäten solange wie bisher weiter geführt?
Dachs: Die Produktangebote von MHD und NBRZ sind weiterhin im Markt, um die Kontinuität der Zeitungsvermarktung zu gewährleisten. Und werden es auch nach dem offiziellen Start der Score Media Group bleiben. Alle Verträge für das laufende Geschäftsjahr behalten uneingeschränkt ihre Gültigkeit.
Werden die Geschäftsführer des Medienhauses Deutschlands und der NBRZ in der neuen Gesellschaft operativ tätig werden?
Rüth: Es ist geplant, sowohl Mitarbeiter in die Score Media Group zu überführen, als auch die Produkte mit den erweiterten Möglichkeiten anzupassen.
Welche Regelung haben Sie getroffen, damit Score Media auch crossmediale Kampagnen Werbekunden anbieten kann?
Rüth: In Zusammenarbeit mit den digital-only Vermarktern der Zeitungsportale wird die Score Media Group dem Markt von Anfang an flexible, reichweitenstarke und extrem hochwertige Crossmedia-Kombinationen in herausragenden Qualitätsumfeldern anbieten können – alles aus einer Hand.
In der Schweiz gibt es eine Agentur mit gleich lautendem Namen. Müssen Sie befürchten, dass das Konstrukt markenrechtlich Probleme bekommt?
Dachs: Selbstverständlich haben wir uns markenrechtlich entsprechend abgesichert.

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