Bauer legt TV Movie und TV14 zusammen – die Movie-Chefredaktion muss gehen

Kahlschlag bei der TV Movie: Chefredakteur Stefan Westendorp und Führungsteam sollen gehen
Kahlschlag bei der TV Movie: Chefredakteur Stefan Westendorp und Führungsteam sollen gehen

Der Bauer Verlag hat am Freitagvormittag die Belegschaft darüber informiert, die Redaktion der TV Movie zukünftig unter eine gemeinsame Leitung mit der TV14 zu stellen. Die Verantwortung übernehmen wird TV14-Chef Uwe Bokelmann. Nach MEEDIA-Informationen soll die siebenköpfige Führungsriege der Movie inklusive Chefredakteur Stefan Westendorp gehen.

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Verlagsgeschäftsführer Sven Dams und Personalreferent Gerald Hernstein haben die Movie-Angestellten am Freitagvormittag informiert. Offiziell heißt es, man wolle zukünftig „Synergien optimal nutzen und unsere Schlagkraft im Markt mit der 14-täglichen Programmzeitschriften deutlich erhöhen“.

Die inoffizielle Version aus Unternehmenskreisen lautet: Der Umbau hat wirtschaftliche Gründe, Auflagen- wie Anzeigengeschäft seien nicht mehr zufriedenstellend. Zum aktuellen Zeitpunkt ist unklar, welche Folgen die gemeinsame Führung unter TV14-Chef Bokelmann für die Redaktionen haben wird. Die Movie beschäftigte zuletzt rund 20 Angestellte. Mit sieben weniger lässt sich künftig rechnen. Denn neben dem langjährigen Chefredakteur Stefan Westendorp soll nach MEEDIA-Informationen auch sein Führungsteam gehen.

Die Trennung von Westendorp, der die 1991 gegründete Zeitschrift nun seit 17 Jahren leitete, kommt überraschend. Zwar konnte er einen Auflagenverlust nicht verhindern. Allerdings gelang es ihm, die Marke TV Movie im Web erfolgreich zu etablieren.

„Der Machtkampf ist damit entschieden“, erklärt ein Insider gegenüber MEEDIA. Westendorp habe bereits in den vergangenen Jahren Sparmaßnahmen „nur noch mit Zähneknirschen“ hingenommen und sei am Ende der Fusionspolitik von Bokelmann unterlegen.

Unter Bokelmanns Führung sollen sich zukünftig also beide Programmie-Flaggschiffe behaupten. Unter seiner Leitung werden bereits TV Hören und Sehen, Welt der Wunder, Happinez sowie Good Health produziert. Die beiden zuletzt genannten baute Bokelmann mit auf.

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Alle Kommentare

  1. Wir erinnern uns dunkel: TV Movie war der rasant entworfene Abklatsch eines „nachbarschaftlichen“ neuen und erfolgreichen Gattungstitels, den Bauer, mit erheblichem Werbeeinsatz, mit Stefan Westendorp in den Markt hob.

    Das Haus und damit auch Yvonne Bauer haben sich leider im Laufe der Jahre „rabaukenhafte“ Methoden zunächst im Pressevertrieb angewöhnt, die sie nun konsequent auch in Redaktionen umsetzen.
    Schade um den seinerzeit halbwegs honorigen Ruf ihres Großvaters Alfred !

    Christian G. Christiansen, Berlin

  2. „Zunächst im Pressevertrieb angewöhnt“ ist gut…… „vor nicht allzu langer Zeit in den jahrlang existierenden Druckereien angewöhnt“ … müsste es heißen.
    Hier hat die Geschäftspolitik zuerst einen Kahlschlag erfahren. Nachdem die Kölner Drucker die Werke in Polen aufgebaut hatten, wurden Hunderte von langjährigen Mitarbeitern eiskalt abserviert, Köln wurde liquidiert, weil es sich in Polen preiswerter drucken ließ.

    Danke Familie Bauer, Glanzleistung,
    an Sozialkompetenz kaum zu unterbieten.

    1. Ein Programmzeitschrift ist wesentlich mehr als eine Liste. Das wird/wurde besonders am Beispiel der TV Movie deutlich. Der redaktionelle Mantel des Hefts glänzte mit Star-News, Entertainment, einem tollen Kinoteil und einigem mehr. Artikel der Redakteure vor Ort bei Filmdrehs, Promi-Interviews etc. waren richtig schöne Exklusiv-Geschichten, die es so in keiner anderen Programmzeitschrift gibt. Das Team kann einem wirklich leid tun.

  3. Rechnet man die Auflagenverluste der Programmzeitschriften hoch, erleben wir in den nächsten vier, fünf Jahren einen Exodus.

    Eine gesamte Printsparte wird von der neuen Medienwelt obsolet gemacht.

    Bedauerlich irgendwie. Aber unvermeidbar.

  4. Leider ist man bei TV14 versucht, längst verblichen geglaubten Rassentheorien nachzuahmen. In Nr.16/2016 wird der amerikanische Präsidentschaftskandidat Trump nach Blick, Augenpartie und Mundwinkel derart auseinandergenommen, wie man das seit 70 Jahren in Europa überwunden glaubte. Wer seine Leser derart meint, beeinflussen zu könne, darf sich über den Sinkflug der Auflage nicht beschweren.

  5. Wenn man sich die Chefredakteure so auswählt, daß man betrachten desselben nicht sicher ist, ob es sich um ihn selbst oder um eine der weiblichen Models auf der Titelseite handelt, darf man sich nicht wundern, wenn der Leser stockt…

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