Gruner + Jahr und GrasundSterne buhlen um Auftrag für ADAC Reisemagazin

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Marketing Manipulation bei der Autowahl Gelber Engel und die fehlende Trennung von Vereins- und Wirtschaftsinteressen hatten den ADAC vor zwei Jahren in eine schwere Krise gestürzt. Jetzt verordnet sich der größte Automobilklub eine neue Struktur, die auch die beiden publizistischen Flaggschiffe betreffen: ADAC Motorwelt und das ADAC Reisemagazin.

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Von Gregory Lipinski

Ein Verein, eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts (SE) sowie eine Stiftung – am 7. Mai sollen 190 Delegierte in Lübeck auf der Hauptversammlung über die neue dreigeteilte Struktur des ADAC abstimmen. Betroffen von der Neuausrichtung ist auch das für den ADAC wichtige publizistische Geschäft. Dabei gibt es zwei wesentliche Veränderungen. So soll die 25-köpfige Redaktion der Clubzeitschrift ADAC Motorwelt mit einer Auflage von 13,6 Millionen Exemplaren künftig im Verein angesiedelt und von ihm gesteuert werden. Die sonstigen Aktivitäten des Magazins – darunter die Vermarktung der Anzeigen – hingegen werden getrennt in einer Aktiengesellschaft europäischen Rechts (SE) geführt.

Auch die ADAC Reisewelt mit einer Auflage von rund 94.000 Exemplaren steht vor Veränderungen. Redaktion, Verlag, Vermarktung der Zeitschrift sollen künftig von der neu gegründeten SE gesteuert werden. Verbunden damit ist, dass der Verlag einen größeren Teil der redaktionellen Arbeiten für die Zeitschrift von einem externen Dienstleister erstellen lassen will. Dem Vernehmen nach pitchen um den Auftrag derzeit zwei Anbieter: Die zu Gruner + Jahr gehörenden G+J Corporate Editors, die seit 1. Januar mit der zur Arvato gehörenden Medienfabrik eine Einheit bilden, sowie die Münchener Corporate-Publishing-Agentur GrasundSterne. Der Auftrag hat Gewicht. Offenbar soll der Gewinner rund 50 bis 75 Prozent der redaktionellen Leistung für das ADAC Reisemagazin übernehmen, heißt es in ADAC-Kreisen. Ein ADAC-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Die neue dreiteilige Struktur, die der ADAC unter dem PR-Slogan „Reform für Vertrauen“ seinen Mitgliedern schmackhaft macht, soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Damit will sich der Verein mit seinen mehr als 19 Millionen Mitgliedern transparenter aufstellen, heißt es.

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Alle Kommentare

  1. Eine neue Struktur sollte sich auch unser Parlament mal verordnen.

    Der ADAC hat zumindest was dazu gelernt.

    Die Macht der Gewohntheit führt oft zur Nachlässigkeit; man schiebt Arbeiten vor sich her, überzieht seine Pausen, geht dafür früher, führt private Telefonate vom Büro aus – das Betriebsklima leidet.

    Eine neue Struktur sollte natürlich nicht so aussehen, daß sich die Büroetage irgendwas ausdenkt, was dann unter – wieder mal – nicht funktioniert: einbinden statt überstülpen.

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