„Verlust für den Qualitätsjournalismus“: DJV kritisiert Umbaupläne bei der Welt

Stefan Aust und DJV-Chef Frank Überall
Stefan Aust und DJV-Chef Frank Überall

Der neue Welt-Chefredakteur, Stefan Aust, baut um. Wie MEEDIA gestern berichtete, sollen künftig Recherche und Produktion getrennt werden und die TV- und Print-Journalisten näher zusammenrücken. Im Zuge dessen könnten bis zu 50 Arbeitsplätze wegfallen. Der DJV appelliert deshalb an die Verantwortlichen der Welt-Gruppe, die redaktionellen Jobs zu erhalten.

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„Wir sind skeptisch, dass die Parole dem Praxistest standhält, voneinander zu profitieren statt nebeneinander her zuarbeiten“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Der Verbandschef meint, dass jeder gestrichene redaktionelle Arbeitsplatz auch einen Verlust für den Qualitätsjournalismus bedeute. „Bisher haben wir nur besser oder schlechter getarnte Sparprogramme erlebt.“ Dass Aust einerseits mehr Journalismus propagiere und andererseits Arbeitsplätze zur Disposition stelle, sei unglaubwürdig.

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Alle Kommentare

  1. Es mag ja eine Meedia-Meldung wert sein, wenn ein neuer Chefredakteur (Stefan Aust) die von ihm zu verantwortenden schwächelnden Produkte (N24 / Die Welt) zu verbessern versucht. Das ist angesichts „Lügenpresse“-Diskussion und abstürzenden Erträgen keine falsche Idee. Dass dabei ein paar Dutzend überflüssige Jobs wegfallen, ist unschön, aber wohl doch vernünftiger, als es insgesamt auf den Zusammenbruch (oder den Ramsch-Verkauf an Altmedienändler Funke) ankommen zu lassen.

    Welchen Nachrichtenwert freilich der papageienhaft-routinemäßige, aber völlig inhaltslose „Protest“ der sogenannten Journalisten-„Gewerkschaft“ DJV haben könnte, erhellt sich nicht. Der Verband, dem die Mitglieder scharenweise davonlaufen und dessen Kasse gerade wegen enormer Personalkosten für viel zu viele Tu-nix-Funktionäre dauerhaft leer ist, blamiert sich seit langem mit dem abstrusen Rat, Verlage sollten bei sinkenden Auflagen und Anzeigenerlösen doch einfach mehr Geld für immer mehr Angestellte ausgeben – und das Geld dafür als „Staatsknete“ über eine mit der Flinte kassierte „Print-GEZ“-Zwangsgebühr eintreiben.

    Achtung Meedia: Verbände-Agitprop abdrucken reicht nicht für Journalismus – schon mal was von Recherche gehört?

    1. @Sara Reichstein: Ramschverkauf an Funke? Also für die Hamburger Leserschaft, aber auch für die Redaktion war der Eigentümerwechsel des Hamburger Abendblattes von Springer zur Grotkamp-Gruppe ein Befreiungsschlag, den keiner im nachhinein bereut. Tja und gute alte WELT ist zurückgeblieben und viele können sich leider inzwischen auch sehr gut eine Welt ohne relaunchWELT vorstellen, bzw. leben darin. Eher kommt der Verdacht auf, die AS SE – der in der Realität ein hinterher schwimmender Anzeigen-Dinosaurier ist – benötigt inzwischen DIE WELT, um überhaupt noch als Unternehmen mit Journalismus in Verbindung gebracht werden zu können.

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