Focus.de: Umzug und Redaktionsumbau, neuer Schwerpunkt auf User-Content

Focus.de-Macher: Daniel Steil (li.) und Oliver Eckert
Focus.de-Macher: Daniel Steil (li.) und Oliver Eckert

Digital Economy Nach dem Rekord, ist vor dem Rekord: Als erstes Nachrichten-Portal in Deutschland knackte Focus Online im November die Reichweiten-Marke von 20 Millionen Unique Usern. Bis zum Ende des Jahres soll nun der nächste Rekord folgen, deshalb bauen die Münchner die komplette Redaktionsstruktur um und ziehen an einen neuen Standort.

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Es gibt hierzulande kein Nachrichten-Angebot, das die Gemüter von Medienjournalisten, Bloggern oder auch anderen Chefredakteuren so erhitzt, wie Focus Online. Den Münchnern wird vorgeworfen, abzuschreiben, Sachverhalte populistisch zu verkürzen oder in den sozialen Netzwerken den eigenen Storys immer wieder einen besonderen – oft Pegida-nahen – Spinn zu verpassen. Daniel Steil und sein Team eilen von Traffic-Erfolg zu Traffic-Erfolg.

Bei der Reichweite konnte die Burda-Plattform den großen Konkurrenten Bild.de bereits überholen (bei anderen Kennziffern liegt jedoch noch immer Bild.de in Front). Jetzt folgte der nächste Meilenstein: In der Novemberauswertung der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF), übersprangen die Münchner als erstes deutsches Nachrichten-Angebot die Schwelle von 20 Millionen Unique Usern. Genau erreichten sie 20,72 Millionen einzelne Surfer. Umgerechnet bedeutet dies, dass im Monat der Anschläge von Paris 39,2 Prozent aller einheimischen Internetnutzer zumindest einmal das Digital-Angebot von Focus.de besucht haben.

Für die Burda-Tochter soll dieser Wert aber nur eine Zwischenstation sein. Geschäftsführer Oliver Eckert, der neben Focus.de auch für alle anderen Projekte der BurdaForward-Gruppe zuständig ist, hat ehrgeizige Ziele: „Noch dieses Jahr sollen die Portale der BurdaForward zusammen mehr als 30 Millionen Nutzer pro Monat erreichen“. Die Unit, die neben Focus.de, unter anderem noch Chip.de und die Huffington Post umfasst, kommt derzeit auf einen Wert von 27,5 Millionen Unique Usern.

Damit die drei Portale die Vorgaben erfüllen können, soll sie sich noch stärker vernetzen. „Wir schaffen mit den Portalen der BurdaForward Deutschlands größten News-Hub: eine vernetzte Plattform, auf der die Menschen alle für sie relevanten Nachrichten und Informationen bekommen – und auf der sie auch selbst publizieren können“, erklärt Eckert im Burda-Intranet. Focus Online komme dabei eine wichtige Rolle zu. Mit einer ordentlichen Prise Pathos erklärt er weiter: „Dazu fragen wir uns ständig: Wie können wir unser Angebot noch besser machen? Immer mit dem Ziel, den Menschen einen besseren, einfacheren und schöneren Alltag zu schaffen. Und zwar so, dass jeder Nutzer optimistischer in die Zukunft blickt und glücklich werden kann.“

Praktisch bedeutet das, dass die drei Reaktionen des News-Hub in die neue BurdaForward-Zentrale in der Nähe des Münchener Ostbahnhofs zusammenziehen. Den Umzug nutzt Steil, um die Redaktion neu zu strukturieren. Bislang war seine Mannschaft in zwei sogenannte Action Rooms aufgeteilt. Diese erweitert der Chefredakteur jetzt auf vier: Fast (Nachrichten), Service (Nutzwertjournalismus), Play (Bewegtbildinhalte), User (Inhalte von Nutzern). „Die Nutzungsgewohnheiten entwickeln sich ständig rasant weiter – und wir passen uns diesen laufend an“, erklärt Steil. „Mit unserer neuen Redaktionsstruktur tragen wir dem nun auch räumlich Rechnung. In allen Action Rooms können wir zum Beispiel auf Video-Screens sekundenaktuell ablesen, für welche Inhalte sich die Nutzer gerade interessieren. Alle Redaktionen werden auch mit modernen Einsprechkabinen ausgestattet, die es ermöglichen, unsere vielen Videos noch schneller und in noch besserer Qualität zu vertonen.“

Ein besonderes Augenmerk wollen die Macher künftig auf User-Content richten. Nach Einschätzung von Steil und Eckert liegen vor allem hier noch große Potentiale brach. Zudem hoffen die Münchner auf noch mehr Aktivität in den Social-Network-Kanälen. Bei Facebook & Co. ist jedoch auch die Gefahr besonders groß, über das Ziel hinaus zu schießen und eine zu verknappte und überemotionalisierte User-Ansprache zu wählen. Für die Reichweite sind solche Posts gut, sie bestätigen jedoch auch immer wieder aufs neue die Kritiker.

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Alle Kommentare

  1. Die Samstagsausgabe4 erhielt ich am Freitag 10.6., also reichlich
    spät. Sie wissen ja selbst, nichts ist unineterressanter als eine
    Zeitung von gestern.
    In der Vergangenheit gab es verschiedentlich verspätete
    Lieferungen. Das führte ich darauf zurück, dass da ein Feiertag o.ö
    für die Verzögerung sorgte

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