Verlage kämpfen gegen dreisten Content-Klau: Nach Bild auch Spiegel, Handelsblatt und FAZ betroffen

Dreister Content-Klau: Medien wie Handelsblatt, Spiegel oder Bild leiden unter Content-Piraterie
Dreister Content-Klau: Medien wie Handelsblatt, Spiegel oder Bild leiden unter Content-Piraterie

Publishing Wo Eigentum ist, da wird auch geklaut: Nachdem sich Axel Springer kürzlich gegen Content-Piraterie durchsetzen und den Gratis-Vertrieb ihrer Bezahlinhalte durch Dritte unterbinden konnte, schlagen nun Content-Diebe in größerem Stil zu und machen Paid-Content gleich mehrerer Websites gratis zugänglich. Die Verlage wollen gegen die Diebe vorgehen.

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Die Content-Diebe haben ein Verzeichnis eröffnet, in dem sich Nutzer durch die Inhalte von Spiegel, Manager Magazin, Handelsblatt, Bild oder Frankfurter Allgemeine Zeitung klicken können. Neben den Inhalten, die einfach übernommen worden sind, haben die unbekannten Betreiber der Website auch die Logos der Marken geklaut und arbeiten mit den Farben der entsprechenden Medien. Komplette Layouts haben die Macher von „Netzpiraten“ nicht kopiert.

Wie toptestsieger.de, die zuerst über den Content-Klau berichteten, schreibt, ist der Name des Domaininhabers offenbar erfunden, das eingetragene Unternehmen sei lediglich ein Briefkasten auf einer Insel im Pazifik.

Toptestsieger stellt Bezüge zu einem Fall her, den Axel Springer für seine Marke Bild erst kürzlich geklärt hat. Unter der Domain Bildpl.us hatten Piraten Bezahlinhalte der Boulevardzeitung zugänglich gemacht. Die Anwälte des Konzerns setzten sich juristisch durch. Ein Sprecher von Axel Springer machte damals deutlich, dass man der Produktpiraterie keine Chance lasse. „Wer die Ergebnisse unserer journalistischen Arbeit stiehlt, muss mit juristischen Konsequenzen rechnen.“ Was vor einigen Monaten galt, dürfte noch immer zutreffen. Wie die Verlagsgruppe Handelsblatt, die FAZ und der Spiegel Verlag gegenüber MEEDIA mitteilten, wollen zumindest diese Verlage juristisch gegen die Bedrohung des Geschäftsmodells vorgehen.

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Alle Kommentare

    1. Jeder, der Inhalte erstellt, ist darauf angewiesen, dass es geistige Schutzrechte gibt. Insofern ist die Antwort auf die Frage, wen es kümmert: sehr viele Leute.

      1. Als wenn der „Kopieren und Einfügen“ aus dem Nachrichtenverteiler in irgendeiner Form „eigene Leistung“ wäre.

        Was unsere „Medien“ in in den letzter Zeit abliefern ist nur noch unterirdisch. Ich sage nur „Pegida-Effekt“….

  1. Ich persönlich bin für eine Steuer auf diverse Medienerzeugnisse. Denn das (Dauer-)Konsumieren geistigen Mülls gefährdet zweifellos die geistige Gesundheit. Nicht anders als die physische bei Alkohol und Nikotin, welche ja auch exorbitant besteuert werden. Also in Zukunft die BILD oder eine andere Gossen-Postille vielleicht 3 Euro? Oder 5?

    Content-Klau wäre dann so zu bestrafen wie Schwarzbrennerei oder Zigarettenschmuggel. Steuereinnahmen und auch Geldbußen könnten beispielsweise Volkshochschulen zur Verfügung gestellt werden.

    Ich würde übrigens darauf wetten, dass sich unter den „Wir-sind-das-Volk“-Brüllern bei der Ankunft der, nun ja, Gäste in diesem sächsischen Dorf ein guter Teil Stammleser der BILD befand.

    1. Das glaube ich eher nicht. Die Bild wird mit Sicherheit nicht vom zornigen Bürger konsumiert.

      Dafür stimme ich mit Ihnen über die Bewertung von vielen Medienprodukten überein: Müll, wenn auch nicht „geistig“, sondern eher Retorte aus den gleichgeschalteten Nachrichtenverteiler. Die Qualität der Qualitätspresse ist schon bitter.
      Alleine, dass die es nicht schaffen ihre eigene Meinung und eigentliche Ereignisbeschreibung auseinanderzuhalten, muss entweder gewollt sein oder eine geistige Behinderung.

  2. Lag das nicht auf der Hand?

    Was lese ich denn heute auf Heise? „Krypto-Trojaner befällt hunderte Webserver“
    Nicht schwer zu finden, steht ganz oben. Daneben der teure Ratschlag: “ nachgehakt: Was können Opfer von Erpressungstrojanern tun?“

    Aus einer Sackgasse geht’s nur in eine Richtung raus.

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