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„Verabredet war, gemeinsam alt werden zu wollen“ – Manfred Bissingers bewegende Trauerrede auf Roger Willemsen

Manfred Bissinger hielt eine bemerkenswerte Trauerrede auf den verstorbenen Roger Willemsen
Manfred Bissinger hielt eine bemerkenswerte Trauerrede auf den verstorbenen Roger Willemsen

Am Montag, 22. Februar, fand die Trauerfeier für den verstorbenen Publizisten Roger Willemsen in Hamburg statt. Sein Freund und Weggefährte, der Publizist Manfred Bissinger hielt eine bewegende Trauerrede, die vom Literaturhaus Hamburg veröffentlicht wurde.

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„Verabredet war, gemeinsam alt werden zu wollen. Dass ich nun hier stehe, an seiner Statt und er da liegt an meiner Statt, das macht mich verzweifelt und hilflos“, mit diesen Worten beginnt die Trauerrede Manfred Bissingers auf Roger Willemsen, der im Alter von nur 60 Jahren viel zu früh an Krebs verstarb.

Bissinger: „Bei Roger Willemsen verband sich die Provokation auf wundersame Weise mit dem intellektuellen Zweifel. Man sagt jetzt: Er wird uns fehlen. Oder: So einer kommt nie wieder. Beides ist richtig. Doch die Redensarten beschreiben das Ausmaß unseres Verlustes bei weitem nicht. Mit Roger betrauern wir nicht nur einen wundervollen und überaus warmherzigen Menschen, wir betrauern einen Homo Intellectus, der uns alle mit seiner bedingungslosen – im Sinne von völlig voraussetzungsloser – Liebe beschenkte. Mit ihm wird auch eine Haltung zu Grabe getragen, die unserem Land noch dramatisch fehlen wird.“

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Bei der aktuellen Flüchtlingskrise konstatiert Bissinger eine „Verwahrlosung der öffentlichen Debatte“. Kein Zweifel also, dass ein Roger Willemsen mit seiner intellektuellen Schärfe und großen Empathie hier umso schmerzlicher vermisst wird. Bissinger: „Der Tod von Roger Willemsen macht uns schlagartig und schmerzhaft klar, wie wenige es noch von seiner Art gibt, die ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung in der Gesellschaft wirklich nachkommen.“

Die komplette Trauerrede von Manfred Bissinger auf Roger Willemsen können Sie hier beim Literaturhaus Hamburg nachlesen.

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Alle Kommentare

  1. Willemsen, 1990, in konkret:
    „Bis auf konkret und Titanic ist die dt. Publizistik weitgehend harmoniebedürftig[…]….(und auch geblieben., meine ich)
    Woran kann man dass auch merken? Bissinger war mal Chefred. bei konkret, das weiß der heute nicht aber mehr, badet halt gene im Konsens?

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