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Nach Pro-Beckenbauer-Tweet: Ex-Skistar Maria Höfl-Riesch gerät in Twitter-Shitstorm

Für diesen Tweet kassierte Maria Höfl-Riesch einen Shitstorm
Für diesen Tweet kassierte Maria Höfl-Riesch einen Shitstorm

Buzzer Die frühere Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch wollte dem gefallenen Fußballdidol Franz Beckenbauer etwas Gutes tun und postete auf Twitter einen Kommentar vom Lokalportal MRN-News.de, der den früheren Präsidenten des Organisationskomitees zur Fußball-WM in großen Worten preist. Verfasser: Der Spielerbetreuer Michael F. Kohl. Auf dem 140-Zeichen-Dienst, der den Text im Vorschaumodus nicht vollständig darstellt, wird jedoch Höfl-Riesch als vermeintliche Verfasserin ausgemacht – und übel beschimpft.

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Gut gemeint ist bekanntlich nicht immer gut gemacht: Das musste die dreifache Olympiasiegerin im Skisport Maria Höfl-Riesch gestern auf Twitter erfahren. Die 31-jährige Bayerin, deren Mann Marcus Höfl seit 2003 Franz Beckenbauer managt, wollte dem gefallenen Fußballidol auf Twitter mit einem Kommentar Schützenhilfe leisten.

Unter den Hashtags #wm2006 #sommermärchen #beckenbauer zitiert Höfe-Riesch dabei einen Blogbeitrag des früheren Spielbetreuers Michael F. Kohl – angeblich „bekannt durch seine Kontakte zur englischen Premier League“.

Blogbeitrag auf Stammtisch-Niveau von Höfl-Riesch auf Twitter zitiert

Warum Michael F. Kohl beim Lokalportal Metropolregion Rhein-Neckar News (mrn-news.de) dann einen Fußballblog führt, in dem es vor allem um Waldhof Mannheim und die TSG Hoffenheim geht, ist mindestens ebenso bemerkenswert wie der um etwa drei Monate verspätete Blogbeitrag zum Thema Sommermärchen 2006, der erst vorgestern veröffentlicht wurde.

„Ein schlechter Journalismus hat das Sommermärchen hochgejubelt und für seine eigenen Zwecke missbraucht. Schlagzeilen über jeden Preis. Nun versucht man wieder Schlagzeilen zu machen und zieht das ganze Sommermärchen ins Negative“, irrlichtert Kohl dort an einer Stelle.

„Er, der Kaiser, Franz Beckenbauer kann nicht wissen was damals alles passierte und alles wollte er bestimmt auch nicht wissen. Das geht auch gar net !!!“, spricht der Verfasser auf Stammtisch-Niveau Beckenbauer von jeglichen Anschuldigen bei der WM-Vergabe 2006 frei.

Vorschaumodus schneidet Verfasser ab – und beschert Höfl-Riesch Shitstorm

Noch bemerkenswerter ist allerdings die Tatsache, dass Höfl-Riesch den sinnfreien Fanbeitrag zum Fall Beckenbauer („Danke Franz…der Franz, der kann s…!!!“), der vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt, mit ihren 185.000 Follower auf Twitter als angehängtes Bild teilt.

Was der Geschichte nun eine gewisse Eigendynamik verleiht, ist Twitters Vorschaumodus, der in der Timeline nicht den vollständigen Text anzeigt und vor allem nicht den tatsächlich Autoren Michael F. Kohl. Ergebnis: Auf Twitter wird der Tweet missverstanden – und der krude Blogbeitrag Maria Höfl-Riesch zugerechnet.

Schweizer Tagesanzeiger blamiert sich mit falscher Autorenzuordnung

Und nicht nur Twitterer sind vom Vorschaumodus irregeführt worden – auch der Schweizer Tagesanzeiger schrieb dem ehemaligen Skistar den Beckenbauer-freundlichen Artikel zu.

„Ex-Ski-Star Maria Höfl-Riesch kritisiert mit markigen Worten die kritische WM-2006-Berichterstattung und setzt sich damit in die Nesseln“, setzten sich tatsächlich die Schweizer in die Nesseln. Der Tagesanzeiger entschuldigte heute bei Höfl-Riesch und löschte den Artikel – doch das Internet vergisst bekanntlich nie.

Auf Twitter half unterdessen selbst Höfl-Rieschs schnelle Klarstellung nicht viel – der Shitstorm war nicht mehr zu stoppen.

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Alle Kommentare

  1. Cool, das Wort: krude – wird es das neue „Empathie“? Danke Lea, das Du das Ding auf dem Zapp-Betrag noch einmal rausgeholt hast – suess bist Du trotzdem! #lea_frings

    post scriptum: irrlichtern mag ich auch – Hauptsache, dem Autor gefällt es!

  2. Was qualifiziert diese Dame eigentlich außer dass sie im Winter Berge hinunter gefahren ist, Werbung für Industrie-Schokolade macht und ein paar Posing-Fotos von sich hat veröffentlichen lassen?

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