BDZV vor Strukturreform: Springer & Co. sollen mehr Einfluss auf Verbandsarbeit bekommen

BDZV-Präsident Helmut Heinen
BDZV-Präsident Helmut Heinen

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) steht vor einem Umbau. Künftig soll es neben dem Präsidenten ein Präsidium geben, dass deutlich mehr Entscheidungsbefugnisse bekommt. Nun soll es hierfür am Mittwoch auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung grünes Licht geben.

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Von Gregory Lipinski

Seit Jahren sind viele Verlagshäuser unzufrieden mit der Arbeit einer der größten Lobbyverbände der Branche. Zu langsam, zu kompliziert sind die vorhandenen Strukturen des BDZV, lautet immer wieder die Kritik hinter vorgehaltener Hand. So seien Themen wie eine Gattungskampagne oder der Mindestlohn, der auf der Branche schwer lastet, vom BDZV in der Vergangenheit nicht beherzt genug angegangen worden, heißt es aus den Reihen der Medienhäuser.

Jetzt soll sich dies ändern. Künftig soll es beim BDZV – neben dem Präsidenten – ein Präsidium geben, das mehr Macht erhält und eng mit der hauptamtlichen Geschäftsstelle zusammenarbeitet. Es soll die Entscheidungsprozesse im Verband deutlich beschleunigen. Die Delegiertenversammlung, die bislang innerhalb des Verbandes eine starke Rolle besaß, wird hingegen niedriger gehängt. Sie soll nur noch Grundlegendes beschließen. Dazu gehören das Budget, Satzungsänderungen und die Wahl des BDZV-Präsidenten.

Bestehen wird das neue Präsidium nach dem zuletzt bekannten Stand aus 21 Mitgliedern. Davon stammen neun Vertreter aus Medienhäusern, die auch außerhalb Deutschlands aktiv sind. Vor allem Branchen-Gewichte wie Axel Springer, Funke Mediengruppe oder M.DuMont Schauberg bekämen über das neue Präsidium mehr Einfluss auf den Verband, um die operative Arbeit zu verbessern. Denn der BDZV steht vor gewaltigen Aufgaben. Er muss der Branche mehr Gehör in der Politik verleihen, um beispielsweise eine überfällige Reform des Kartellrechts anzustoßen.

Auch das Leistungsschutzrecht dürfte auf der Agenda des Verbands stehen. Vergangene Woche unterlagen elf Presseverlage – darunter Springer, Madsack, DuMont – mit ihrer Kartellklage gegen Google vor dem Landgericht Berlin. Sie hatten dem Internetriesen vorgeworfen, mit seiner Marktmacht die Gratis-Nutzung von Ausschnitten auf Google News erzwungen zu haben.

Eine BDZV-Sprecherin bestätigt, dass am Mittwoch eine außerordentliche Delegiertenversammlung stattfindet. Dabei ginge es um Verbandsfragen, heißt es. Nähere Angaben wollte die Verbandssprecherin hierzu nicht machen und verwies auf eine Mitteilung, die nach der Delegiertenversammlung herausgegeben werden soll.

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