Onliner als Partycrasher: Protestaktion für gleiche Löhne bei Zeit-Geburtstagsfeier

Zeit Onliner kämpfen schon länger für eine Angleichung der Gehälter an die der Print-Kollegen
Zeit Onliner kämpfen schon länger für eine Angleichung der Gehälter an die der Print-Kollegen

Die Zeit feiert gerade ihren 70. Geburtstag und es könnte alles so harmonisch sein, wenn nicht die Onliner zeitgleich um einen neuen Tarifvertrag kämpfen würden. Sie wollen soviel verdienen, wie ihre Print-Kollegen. Deshalb stattete eine Gruppe von rund zehn Web-Redakteuren der Auftaktveranstaltung der Langen Nacht der Zeit in Hamburg einen Besuch ab. Mit Sekt und Forderungskärtchen.

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Nach Angaben des Betriebsrats verdienen die Berliner Onliner durchschnittlich 10.000 Euro weniger pro Jahr, als ihre Hamburger Print-Kollegen. Nach Meinung von Ver.di sollte „in der großen Zeit-Familie die Arbeit aller aber gleich viel wert sein“.

Auf dem Festakt im Hamburger Schauspielhaus verteilten die Web-Experten, in Anwesenheit von Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und dem Ersten Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz, Sektgläser mit angehefteten kleinen Zetteln. Auf diesen stand beispielsweise: „faire Löhne sind kein Luxus“.

Über den Erfolg der Aktion, heißt es bei Ver.di:

Bei den Besuchern des Festakts stieß diese Forderung nicht nur auf viel Zustimmung, die meisten Gäste konnten zudem nicht glauben, dass die Online-Redakteure des renommierten ZEIT-Magazins keinen Tarifvertrag haben. Den Zeit-Onlinern wünschte man daher viel Erfolg auf ihrem Weg zum einheitlichen Tarifvertrag.

Auf MEEDIA-Anfrage kommentierte die Geschäftsführung von Zeit Digital gelassen und versöhnlich den Protest: „Im Rahmen der ‚Langen Nacht der Zeit‘ waren auch Kolleginnen und Kollegen von Zeit Digital am Schauspielhaus vor Ort, um auf die laufenden Tarifverhandlungen hinzuweisen. Die Atmosphäre war ausgesprochen freundlich und wir sehen dem nächsten Verhandlungstermin am kommenden Mittwoch mit großer Erwartung entgegen. Wir sind hier auf einem guten Weg und optimistisch, eine Einigung zu erzielen.“

Das werden die Online-Kollegen sehr gerne hören, vor allem, wenn es wirklich am Mittwoch zu einer Lösung kommt. Dann können ja noch einmal alle zusammen anstoßen.

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