Duell um News-Beschleunigung: Google öffnet Instant Articles-Rivalen AMP vor Facebook für alle Verlage

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Digital Economy Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - und der könnte diesmal die Verlage sein: Google und Facebook liefern sich mittlerweile einen knackigen Wettlauf bei der Frage, wer den Medienhäuser besser und schneller hilft, journalistische Inhalte mobiloptimiert auszuspielen. Nach der Facebook-Ankündigung die Instant Articles am 12 April für alle zu öffnen, kontert nun Google und will seine Alternative, AMP, bereits am 24. Februar scharf schalten.

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Das Google-Projekt hört auf den wenig schmissigen Namen Accelerated Mobile Page. Ansonsten dreht sich dabei natürlich auch alles um Beschleunigung. Wie bei den Instant Articles von Facebook geht es darum, den Publishern eine Technik (in diesem Fall eine modifizierte HTML-Version) an die Hand zu geben, mit der sich mobiloptimierte Webseiten bauen lassen, die schneller laden und sich direkt aus der mobilen Google-Suche öffnen lassen.

Das Ziel dabei ist es, die Ladezeiten auf Smartphones zu verringern und so für weniger Frust-Momente bei den Mobil-Surfern zu sorgen.

Bislang gilt AMP als das offene Gegenstück zu dem geschlossenen Instant Articles-System von Facebook. Noch soll Google jedoch mit Kinderkrankheiten bei der Einbindung von Werbeformaten kämpfen. Heißt: Noch verkürzen sich die Ladezeiten für die Werbung nicht so wie gewünscht.

Gerade im Bereich der Werbung konnte Facebook bei seinen Instant Articles in letzter Zeit kräftig punkten. Aus den USA berichteten die Publisher viel Positives und steigende Einnahmen. So sollen bei den Einnahmen pro Aufruf mittlerweile ähnliche Erlöse möglich sein, wie auf den eigenen Mobilseiten der Verlage.

Im Vergleich zu Google lässt sich Facebook mit seiner Freigabe der Instant Articles für alle Medienhäuser noch viel Zeit. Diese soll erst am 12. April auf der jährlichen Entwicklerkonferenz F8 erfolgen. Dafür verspricht das Network, dass in Zukunft jeder Publisher – unabhängig von Größe und Standort – „schnelle und interaktive Artikel erstellen und so seinen Lesern eine verbessertes mobiles Leseerlebnis anbieten“ könne.

Facebook stellte auch klar, wie wichtig die klassischen Medienhäuser für das Netzwerk seien: „Medienorganisationen und Journalisten sind integraler Bestandteil von Facebook, und wir setzen alles daran, ihnen Tools zu schaffen, die für Publisher und deren Zielgruppen optimal sind.“

Längst scheint die Verlagswelt ihre Skepsis gegenüber den einst als unmoralisches Angebot empfundenen Instant Articles aufgegeben zu haben. Die meisten Publisher freuen sich auf die Beschleunigung durch Google und Facebook. Solange die beiden Tech-Riesen sich auch weiterhin duellieren, kann es nur gut für die Medienhäuser sein.

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