Volksverhetzung? HAZ zeigt Facebook-Hasskommentare an

Hasskommentar einer HAZ-Leserin: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung
Hasskommentar einer HAZ-Leserin: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung

Publishing "Dieses Dreckspack müsste man vergasen", schrieb eine Leserin der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) auf der Facebookseite der Lokalzeitung. Die HAZ brachte den Hasskommentar zur Anzeige. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung.

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Auslöser war ein Bericht der Zeitung über die Festnahme eines 17-jährigen Asylbewerbers. Zuvor hatte der junge Mann zwei Kinder und eine 18-Jährige in einem Schwimmbad sexuell belästigt. Eine Frau kommentierte das Posting: „Was missbrauchen und vergewaltigen diese Hurensöhne nicht einfach ihre eigenen Landsfrauen?! Dieses Dreckspack müsste man vergasen.“

Seit Herbst 2015 geht die Hannoversche Allgemeine Zeitung, die zur Mediengruppe Madsack gehört, härter gegen Hetze auf ihren Internetseiten vor. „Wir lassen uns das jetzt nicht mehr gefallen“, erklärt Hannah Suppa, stellvertretende Chefredakteurin der HAZ, gegenüber MEEDIA. „Kommentare, von denen wir glauben, dass sie justiziabel sind, löschen wir nicht mehr nur, sondern bringen sie auch bei der Polizei zur Anzeige.“ Bislang habe ihre Redaktion drei solcher Kommentare angezeigt, sagt Suppa.

Den beschriebenen Fall übergab die Polizei an die Staatsanwaltschaft. Diese ermittelt wegen Volksverhetzung.

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