Hass-Leserbriefe, „Meinungsmacher“ und „Vertrauensfrage“: Meta-Woche in den Blendle-Charts

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Die Top 3 der Blendle-Charts

Publishing Die wöchentlichen Verkaufs-Charts des Journalismus-Shops Blendle werden in dieser Woche vom Medienjournalismus dominiert. Auf den ersten drei Plätzen finden sich ein "Hausbesuch" der Süddeutschen bei Schreibern von Hass-Leserbriefen, das GQ-Ranking der 50 deutschen "Meinungsmacher" und der Spiegel-Artikel über die Vertrauenskrise der deutschen Medien.

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Den meistverkauften Artikel der vergangenen sieben Tage hat Bernd Kastner für die Süddeutsche Zeitung geschrieben. In „Hausbesuch“ geht es um eine „Reise ins Pegida-Land“, aus dem die Redaktion Hass erfüllte Leserbriefe erreicht haben. Ein erschreckender Text. Auf Rang 2 geht es nicht so ernst zu: Die GQ, die erst seit der aktuellen Ausgabe Blendle als zusätzlichen Umsatzbringer nutzt, hat es mit seiner Top 50 von „Deutschlands Meinungsmacher“ auf diesen Platz geschafft. Die Top 3 komplettiert die lange Auseinandersetzung des Spiegels mit der Vertrauenskrise der deutschen Medien in Teilen der Bevölkerung.

Die Tatsache, dass sich gleich die drei erfolgreichsten Stücke der Woche mit den Medien selbst beschäftigen, dürfte auch ein Indiz dafür sein, dass das immer noch recht junge Blendle in Deutschland noch nicht im Mainstream angekommen ist, bei Journalisten und Medienmachern aber schon sehr viele Nutzer gefunden haben.

Auf den weiteren Plätzen der Top Ten findet sich dann eine größere Themen-Bandbreite: vom Focus-Interview zum Thema Disziplinüber ein Ratgeber-Stück für Manager bis zur „Angst vor dem Dritten Weltkrieg“ im Handelsblatt ist vieles vertreten. Auch die Medien, die es in die Top Ten der Woche geschafft haben, sind vielfältig: Nur die Süddeutsche Zeitung eroberte sich zwei der zehn Plätze, alle anderen Publisher nur einen.

Blendle-Top-Ten der meistverkauften deutschen Artikel vom 10. bis 16. Februar 2016:

1. „Hausbesuch“ – Süddeutsche Zeitung, Bernd Kastner, 2673 Wörter, 79 Cent
Reportage aus dem „Pegida-Land“: SZ-Autor Bernd Kastner besucht Leserinnen und Leser, die der Zeitung hassvolle Briefe geschrieben hatten.

2. „Deutschlands Meinungsmacher“ – GQ, David Baum, 2593 Wörter, 59 Cent
Die 50 Einflussreichsten: Böhmermann (1), Diekmann (4), Aust (10), aber auch Stars der „neuen Medien“ wie Florian „LeFloid“ Mundt (7), Anne Wizorek (14) oder Tilo Jung (28).

3. „Die Vertrauensfrage“ – Der Spiegel, Markus Brauck, Georg Diez, Alexander Kühn, Martin U. Müller, Ann-Kathrin Nezik und Vanessa Steinmetz, 4468 Wörter, 1,99 Euro
Debatte über das Vertrauen in den Journalismus: Groß angelegter, tief recherchierter, ernsthafter Gesprächsversuch.

4. „Angst vor dem Dritten Weltkrieg“ – Handelsblatt, Sven Afhüppe, Mathias Brüggmann, 5512 Wörter, 55 Cent
Das exklusive Interview mit Russlands Premier Dmitri Medwedew über die Krise in Syrien, Merkel’s Beziehung mit Putin und die Stellung der USA.

5. „Charisma gesucht!“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung, Ursula Kals, 1039 Wörter, 45 Cent
Ratgeber-Stück für Manager mit den wichtigsten Regeln, um an der eigenen Ausstrahlung zu arbeiten.

6. „Disziplin kann jeder lernen“ – Focus, Barbara Jung, 1393 Wörter, 39 Cent
Columbia-Professor Walter Mischel über die Erreichung von Zielen und die Selbstkontrolle, die es dafür braucht.

7. „Man muss auch genießen“ – Süddeutsche Zeitung, Kai Kupferschmidt, 1392 Wörter, 79 Cent
Interview über die Risiken des Alltags: Cambridge-Risikoforscher David Spiegelhalter über die wirkliche Wahrscheinlichkeit von Gefahren.

8. „Ignorieren, außer Landes schaffen“ – Bild am Sonntag, Kayhan Özgenc, Jan C. Wehmeyer und Olaf Wilke, 1513 Wörter, 25 Cent
BamS-Scoop zum VW-Skandal: Interne Dokumente legen nahe, dass der damalige VW-Boss Winterkorn früher von drohenden Ermittlungen wusste, als bisher bekannt war.

9. „Spotify, kennst du mich?“ – Wired, Karsten Lemm, 1858 Wörter, 25 Cent
Reportage über Spotify Discover, dem Empfehl-Service des Streamingdienstes. Mit Interviews mit Top-Leuten von Spotify und EchoNest.

10. „Das hat auch mit dem Islam zu tun“ – Cicero, Hamed Abdel-Samad, 1841 Wörter, 35 Cent
Essay über das Frauenbild im Islam mit Rückschlüssen auf die Silvesternacht in Köln.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Beschreibungen: Blendle)

Die Top 3 der meistverkauften Artikel aus den Ressorts Medien und Tech unterscheidet sich logischerweise nicht sehr vom Gesamt-Ranking. Die GQ-Story hat Blendle jedoch einem anderen Ressort zugeordnet, sodass die Top 3 von einem FAZ-Stück über Blockchain komplettiert wird.

1. „Hausbesuch“ – Süddeutsche Zeitung, Bernd Kastner, 2673 Wörter, 79 Cent
Reportage aus dem „Pegida-Land“: SZ-Autor Bernd Kastner besucht Leserinnen und Leser, die der Zeitung hassvolle Briefe geschrieben hatten.

2. „Die Vertrauensfrage“ – Der Spiegel, Markus Brauck, Georg Diez, Alexander Kühn, Martin U. Müller, Ann-Kathrin Nezik und Vanessa Steinmetz, 4468 Wörter, 1,99 Euro
Debatte über das Vertrauen in den Journalismus: Groß angelegter, tief recherchierter, ernsthafter Gesprächsversuch.

3. „Bezahlen in der Zukunft“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung, 45 Cent
Erklärstück zur Blockchain, und wie sie nicht nur die Finanzbranche sondern auch andere virtuelle Transaktionen verändern könnte.

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