Kommt die Friede-Springer-Stiftung? FAZ berichtet über Streit bei Axel Springer SE

Friede Springer und ihr Vorstandschef Mathias Döpfner
Friede Springer und ihr Vorstandschef Mathias Döpfner

Wie die FAZ online berichtet, soll es im Aufsichtsrat der Axel Springer SE einen Streit über die künftige Ausrichtung des Medienhauses geben. Mehrheits-Eigentümerin Friede Springer plant dem Bericht zufolge, ihre Anteile in eine Stiftung einzubringen, der eine langjährige Vertraute vorstehen soll. Vorstandschef Mathias Döpfner soll den Plan ablehnen.

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Friede Springer hält ihre Unternehmensanteile einmal über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co. KG, die mit 47,3 Prozent an der Axel Springer SE beteiligt ist. Die Gesellschaft für Publizistik gehört zu 90 Prozent Friede Springer. Darüber hinaus hält Friede Springer 5,1 Prozent Anteile direkt an der Springer-Aktiengesellschaft.

Laut FAZ soll die geplante Neu-Strukturierung dem Vorbild der Krupp-Stiftung in Essen folgen. Bei der Krupp-Stiftung spielte Alfried Krupps Vertrauter Berthold Beitz eine entscheidende Rolle als Stiftungsvorstand der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Offenbar hat die 73-jährige Friede Springer vor, ihrer langjährigen Freundin und Vertrauten, der Rechtsanwältin Karin Arnold, eine ähnliche Rolle wie Beitz zuzuweisen.

Laut FAZ soll Arnold sogar noch größeren Einfluss bei der angedachten Stiftung bekommen, als Beitz bei der Krupp-Stiftung. Sie könnte dem FAZ-Bericht zufolge unter Umständen sogar über die Besetzung von Vorstandsosten entscheiden. Dies wiederum stoße auf Widerstand beim Springer-Vorstand, auch bei Vorstandschef Mathias Döpfner. Der ist selbst Aktionär von Springer. 2006 kaufte Döpfner mit einem Kredit 1,26 Prozent Anteile am Unternehmen. Friede Springer schenkte ihm 2012 noch einmal zwei Prozent Anteile im Wert von 73 Mio. Euro. Döpfner gilt als Vertrauter Friede Springers, sie ist Patin seines zweiten Sohnes.

Gerade wurde Döpfners Vertrag als Vorstandschef um fünf Jahre verlängert. Ende vergangener Woche gab das Unternehmen zudem bekannt, dass Pläne, die SE-Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umzuwandeln, verworfen wurden. Eine solche Umwandlung hätte die Gründung einer Friede-Springer-Stiftung begünstigt, offenbar gab es aber Widerstände aus dem Kapitalmarkt.

Die Gründung einer Stiftung hätte wohl zum Ziel, das Vermächtnis Axel Springers auch über die Lebzeit von Friede Springer hinaus zu sichern. Ob und wie nun eine Stiftung gegründet wird, ist offen. Karin Arnold ist Partnerin im Berliner Büro der Rechtsanwaltskanzlei Morrison & Foerster und gilt laut FAZ als Friede Springers engste Beraterin in Geschäftsfragen.

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