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YouTube-Star wegen Volksverhetzung verurteilt: JuliensBlog-Macher bekommt acht Monate auf Bewährung

Der YouTube-Star Julien Sewering wurde wegen Volksverhetzung verurteilt
Der YouTube-Star Julien Sewering wurde wegen Volksverhetzung verurteilt

Julien Sewering, Betreiber des YouTube-Kanals JuliensBlog, wurde vom Amtsgericht Tecklenburg wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten sowie einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Sewering hatte im vergangenen Jahr in einem Video zum Bahnstreik der GDL gefordert, die Lokführer wie zu NS-Zeiten nach Auschwitz zu deportieren und zu vergasen – der Clip ging damals viral.

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JuliensBlog ist einer der populärsten deutschen YouTube-Kanäle mit 1,3 Millionen Abonnenten. In seinen Clips, die bis zu 1,5 Millionen mal angeklickt werden, fiel der YouTuber bereits des Öfteren durch Provokationen und übertriebenes Selbstvertrauen auf.

Im Mai 2015 überspannte der 27-Jährige allerdings den Bogen. In einem Video kommentierte er den Bahnstreik der GDL und fordert, die Lokführer zu vergasen. Wörtlich sagte er: „Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden in Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahinbringen. Ich fahr auch den Zug, und zwar umsonst – und werde nicht einmal streiken.“ Innerhalb der ersten vier Monate erreichte das Video mehr als 800.000 Klicks.

Darauf erließ die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl und klagte den Vlogger wegen Volksverhetzung an. Gefordert wurden eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 14.000 Euro. In dieser Woche erklärte das Amtsgericht Tecklenburg Sewering für schuldig und verurteilte ihn zwar nur zu acht Monaten, verlängerte dafür aber die Bewährungsfrist um ein Jahr auf drei Jahre und setzte eine Geldstrafe von 15.000 Euro fest. Gegenüber Spiegel Online erklärte die Direktorin des Amtsgerichts: „Es handelt sich hier um Volksverhetzung und einen Verstoß gegen Paragraph 130, Absatz 3 im Strafgesetzbuch.“ Darin heißt es, dass mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, „wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost“.

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In einer Stellungnahme des Verurteilten, behauptet Sewering: „Es war witzig gemeint.“ Er begründete das Fehlverhalten mit Beispielen von Personen in Film und Fernsehen, die sich aus seiner Sicht auch wie er verhalten würden und nicht bestraft werden. Das Gericht lehnte diese Verteidigung ab.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Auf eine Anfrage von Spiegel Online, ob Sewering in Revision gehen wolle, hat der YouTuber noch nicht reagiert.

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Alle Kommentare

  1. Ohhhhhhhhh- schlimm, nur nichts sagen Gesellschaft. FALSCH!

    Falscher Film, Dreck, Müll, sonst was……..

    Was kostet ihn das, wo kann man spenden!? Spendenkonto lautet:……….

  2. Der Paragraph gegen Volksverhetzung kollidiert mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Über 70 Jahre nach den nationalsozialistischen Verbrechen des deutschen Volkes sollten wir dieses Sonderstrafrecht abschaffen und uns wie andere westliche Demokratien verhalten.

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