Sieben weitere Verlagsseiten: Gruner + Jahr weitet Anti-AdBlocker-Maßnahmen aus

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Digital Economy Ausweitung der Kampfzone: Zeitgleich mit Bild.de hatte sich Gruner + Jahr entschlossen, bei Geo.de – erst einmal testweise – die Nutzer von AdBlockern auszusperren. Diese erzieherische Maßnahme fruchtete, sodass die Hamburger nun einen Schritt weiter gehen und die Werbemuffel bei sieben weiteren Websites nicht mehr unbehelligt die Verlagsinhalte konsumieren lassen wollen.

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Konkret sperren die Hamburger jedoch nicht auf jeder Seite, jeden Nutzer aus. Das genaue Vorgehen variiert. So ist es künftig nicht mehr möglich, die Inhalte von Schoener-wohnen.de, Essen-und-trinken.de und Living-at-home.de kostenlos zu sehen, wenn ein AdBlocking-Tool aktiviert ist. „Wer den AdBlocker weiter nutzen möchte, muss künftig zahlen“, erklärt der Verlag klipp und klar.

Die Leser von Britte.de, Gala.de und der Communities Urbia.de und Chefkoch.de können auch weiterhin alle Inhalte mit eingeschalteten Blockern sehen. Allerdings weist Gruner + Jahr sie jetzt, in einem eingeblendeten Informationstext, auf den Zusammenhang von Werbung und Finanzierung einer Website hin.

Der erfolgreiche Geo-Test ermutigte die Hamburger geradezu, künftig strenger mit den Werbe-Muffeln umzuspringen. So soll bereits jeder dritte Nutzer bei Geo.de seinen AdBlocker abgeschaltet haben, um die Inhalte auch weiterhin sehen zu können. „Diese Zahl steigt kontinuierlich weiter an. Auswirkungen auf die Trafficentwicklung der Site hat die Maßnahme nicht“, heißt es in einer Verlagsmitteilung.

„Die Erfahrungen bei Geo zeigen, dass die Leser unsere Argumente verstehen“, erklärt G+J-Manager Oliver von Wersch. „Eine freie Nutzung von Qualitätsjournalismus im Netz ist nur möglich, wenn die Angebote über Werbung finanziert werden können. Wir sind sicher, dass auch viele Leser der anderen Websites das akzeptieren werden.“

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Alle Kommentare

  1. „Qualitätsjournalismus“ ?
    Lange nicht mehr so gelacht. Diese Begrifflichkeit ist mittlerweile zu einem verzweifelt klingenden Kampfbegriff mutiert.

  2. Was denn für Anti-AdBlocker-Maßnahmen? Ich benutze zwar kein Adblock Plus und kein Adblock, jedoch verwende ich Addons (Noscript und Ghostery) die als wunderbaren Nebeneffekt die Werbung wegblenden. Auf keiner der Gruner+Jahr seirten erscheint ein Fenster, das ich meine(n) Addblocker beenden soll, oder zahlen.
    Nicht einmal die Tatsache, das JavaScript blockiert wird, wird von den G+J Seiten bemängelt.
    Da ist Bild effizienter, auch wenn man mit Ghostery die Adblocksperre partiell umgehen kann (wenn man unbedingt will).

    Also Gruner und Jahr, legt euch mal ins Zeug, damit ihr eine Adblocksperre bekommt, die ihren Namen verdient. Oder noch besser, ihr baut eine echte Paywall, mit cookie und allem auf, so das wirklich nur noch die bezahlenden Leser euer Angebot zu sehen bekommen.

    BTW: Ich lese weder bild.de noch Seiten aus dem G+J Verlag.

    1. Wem Springer nichts gibt, der kann den Konzern mit dem Axel-Springer-Blocker ganz aussperren. Das ist dann eine einfache Methode, zu erkennen, wo Axel Springer drinnen steckt, steht nicht unbedingt Axel Springer drauf.

  3. „Werbemuffel“ ist wieder ein disqualifizierender Begriff. Objektive Berichterstattung geht anders.

    Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing‘ – daß Werbung zu einer gefärbten Berichterstattung führt, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Pressefreiheit wird doch gerade durch die finanzielle Abhängigkeit vom Anzeigengeschäft gefährdet. Je stärker die Auflage sinkt, desto größer sollte naturgemäß die Abhängigkeit vom Anzeigengeschäft werden.

    In der Vor-Internetzeit kostete eine Doppelseite im Stern 100.000 DM. Man kann sich mal ausrechnen, was eine Zeitschrift kosten würde ohne Werbung und erkennt damit, wo es grundsätzlich hakt.

    Praktisch sind heute mehr denn je Nachrichten, Werbung, Boulevard verschmolzen zum Infotainment. Wir haben es mit einer Unterhaltungsindustrie zu tun.
    Das Bekenntnis zur Werbung wird damit ein Bekenntnis zur gesteuerten Meinungsdiktatur.

    Im übrigen erzeugt die Werbung im besonderen Maße Traffic und daran verdienen dann die Netzanbieter, was wiederum zu einem erhöhten Energieverbrauch führt und der ist nicht unwesentlich, das Internet gehört in die Riege der großen Klimakiller. Wo Bio drauf steht, ist nicht immer Bio drinnen.

    Dem „Werbemuffel“ obliegt damit eine große Verantwortung. Er kann entscheiden und wie es weiter gehen soll.

  4. „Wer den AdBlocker weiter nutzen möchte, muss künftig zahlen“, erklärt der Verlag klipp und klar“

    Was ich wirklich jedem Nutzer auch nur raten kann: Zahlen oder auf diesen Verlagsseiten nicht lesen. Denn Adblocker abschalten bedeutet sich ungeschützt Malware-Angriffen von den Verlagsseiten auszusetzen.

    Die Verlage nehmen das billigend in Kauf, ihre Leser der Computersabotage auszusetzen. Denn sie haben schon längst die Kontrolle darüber verloren was über die Werbung an Schadsoftware mit übertragen wird.

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