Internetaktien-Crash erreicht deutsche Dotcoms: Xing stürzt im Sog von LinkedIn in die Tiefe

Rocket-Internet-xing-united-internet.jpg
Im Tiefenrausch: Internetaktien crashen als wäre es wieder 2008

Katerstimmung am Gänsemarkt: Auch den langjährigen Börsenliebling Xing hat es nun im Internetaktien-Crash erwischt. Im Sog der erdrutschartigen Verluste des großen Rivalen LinkedIn wurde auch das Hamburger Business-Netzwerk in die Tiefe gerissen. Anleger schickten Xing-Aktien heute allein um 14 Prozent nach unten. Andere deutsche Internetaktien wie United Internet, Rocket Internet, Zalando und Scout24 erlitten im Sog der Wall Street ebenfalls schwere Verluste und liegen 2016 nun allesamt zweistellig im Minus.

Anzeige

Raus, raus, raus!  Der brutale Ausverkauf von Internetaktien setzt sich auch in der neuen Handelswoche ungebremst fort. Erneut unter dem Hammer landeten die 2015 noch hoch gewetteten FANG-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix und Google), bei denen Anleger offenkundig versuchen, noch Gewinne zu sichern, solange es noch welche gibt. Seit Jahresbeginn haben die großen US-Internet-Unternehmen wie folgt verloren:

• Facebook: –5 %
• Alphabet: –9 %
• Apple: –10 %
• Microsoft: – 11 %
• Netflix: –27 %
• Amazon: –28 %
• Twitter: –36 %

Vor allem der LinkedIn-Schock wirkt weiter nach: Das Online-Business-Netzwerk hatte nach Vorlage der jüngsten Quartalsbilanz am vergangenen Freitag crashartig 44 Prozent an Wert verloren – an nur einem Handelstag wurden die Kursgewinne von fast fünf Jahren ausradiert.

Deutsche Internetaktien im freien Fall

Kein Wunder, dass die Schockwelle bis nach Deutschland reicht. Am heutigen Handelstag wurden auch deutsche Internetaktien filetiert wie frischer Fisch auf dem Wochenmarkt. United Internet? Der wertvollste deutsche Internetkonzern verbuchte mit 8 Prozent den größten Tagesverlust seit vergangenem August.

Zalando? Zack, nochmals 9 Prozent weg. Scout24? 10 Prozent eingebüßt. Rocket Internet? Die Samwers kommen einfach nicht aus den Negativschlagzeilen und müssen schon wieder Abschläge von 11 Prozent verkraften. Wie dramatisch die Verluste inzwischen schon sind, beweist ein Blick auf die Kursentwicklung seit Jahresbeginn:

Xing: – 11 Prozent
United Internet: –20 Prozent
Scout24: – 22 Prozent
Zalando: – 29 Prozent
Rocket Internet: –33 Prozent

Xing verliert 20 Prozent in zwei Handelstagen

Am härtesten traf es gestern indes ausgerechnet einen langjährigen Börsenliebling: Xing. Das Hamburger Business-Netzwerk, das sich in den vergangenen Wochen noch so tapfer gegen den Abwärtsdruck gestemmt hat, wurde durch die totale Kursimplosion von LinkedIn in der vergangenen Woche mit in die Tiefe gerissen.

Allein 14 Prozent gingen heute verloren; seit dem LinkedIn-Crash am Freitag beträgt das Minus knapp 20 Prozent. Die Botschaft, die der Markt aussendet, ist unmissverständlich: Verstecken kann sich niemand mehr – es kann jetzt wirklich jeden treffen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige