Nur 110.000 Besucher am Start-Wochenende: Schweigers Kino-„Tatort“ fällt durch

Til Schweigers „Tatort“-Kinofilm: „Tschiller: Off Duty“
Til Schweigers "Tatort"-Kinofilm: "Tschiller: Off Duty"

Was sich nach den Donnerstags-Zahlen schon angekündigt hatte, ist nun Realität geworden: Til Schweigers Kino-"Tatort" mit dem Titel "Tschiller: Off Duty" hat einen Fehlstart hingelegt. Nur 110.000 bis 115.000 Leute gingen am Wochenende in die über 500 Kinos, also 230 pro Kino an den gesamten vier Tagen. Die Nummer 1 der deutschen Kinocharts heißt stattdessen nun "The Hateful 8".

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Fachmagazin „Blickpunkt:Film“ spricht derzeit von 110.000 Zuschauern für das gesamte Kino-Wochenende, die Box-Office-Analysten von Inside Kino rechnen mit 115.000. Ob es nun 5.000 mehr oder weniger waren, klar ist: „Tschiller: Off Duty“ hat die Erwartungen deutlich verfehlt. Trotz großer Publicity, viel Werbung und gigantischen „Tatort“-Zuschauerzahlen an jedem Sonntagabend gelang Ermittler Nick Tschiller der Sprung in die Kinos überhaupt nicht.

In über 500 Kinos lief der Film an, bei 115.000 Besuchern wären das also nur 230 Zuschauer pro Location. Selbst wenn pro Tag nur eine Vorstellung pro Kino stattgefunden hätte – de facto waren es ja deutlich mehr – entspräche das einem Publikum von weniger als 60 Leuten pro Vorstellung. Ernüchternde Zahlen. Wenn der Film sich in den kommenden Wochen halbwegs normal entwickelt und nicht zum ungeahnten Dauerbrenner wird, könnte es sogar schwer werden, eine halbe Million Leute in die Kinos zu bekommen. Nochmal zum Vergleich: Götz George lockte mit seinen „Schimanski“-Filmen „Zahn um Zahn“ und „Zabou“ in den Jahren 1985 und 1987 noch 2,7 Mio. bzw. 1,5 Mio. Leute in die Kinos.

Nach Zuschauern bleibt dem Schweiger-Film nur Platz 6 in den Wochenend-Charts. Ganz vorn landete diesmal Quentin Tarantinos „The Hateful 8“, der mit 220.000 bis 225.000 Zuschauern ungefähr doppelt so viele Kinogänger anlockte wie „Tschiller: Off Duty“. „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“ fiel mit 180.000 Sehern auf Platz 2 zurück, knackte aber damit insgesamt die Mio.-Marke. „The Revenant – Der Rückkehrer“ folgt mit 175.000 bis 180.000 knapp dahinter, insgesamt sahen den Oscar-Aspiraten damit schon mehr als 2 Mio. Leute in den deutschen Kinos.

Vor „Tschiller: Off Duty“ platzierten sich auch noch „Alvin und die Chipmunks – Road Chip“ mit 135.000 Zuschauern und der stärkere Neuling „Robinson Crusoe“ mit auch nicht gerade sensationellen 130.000. Knapp unter der 100.000er-Marke landeten mit je 90.000 Besuchern der noch schwächer als „Tschiller“ angelaufene Neustart „Gänsehaut“ mit Jack Black, sowie „Star Wars: Das Erwachen der Macht“, der immer näher an die 9-Mio.-Besucher-Marke heran rückt.

In den USA bestätigte unterdessen „Kung Fu Panda 3“ seine Spitzenposition: 21 Mio. US-Dollar spielte der Film am zweiten Wochenende ein, insgesamt damit schon 69,1 Mio. Die Neustarts der Woche blieben am Super-Bowl-Wochenende eher blass: Die Coen-Brüder setzten mit „Hail, Caesar!“ 11,4 Mio. US-Dollar um, Nicholas-Sparks-Verfilmung „The Choice  – Bis zum letzten Tag“ erreichte nur 6,1 Mio. und der Romantik-Zombie-Action-Blödsinn „Stolz und Vorurteil & Zombies“ ganze 5,2 Mio. US-Dollar.

Auch die Welt-Charts führt „Kung Fu Panda 3“ an: Zu den 21 Mio. US-Dollar aus den USA kamen noch 23,0 Mio. aus 7 anderen Territorien hinzu, insgesamt setzte der Film, der in Deutschland erst Mitte März anläuft, also 44 Mio. US-Dollar um. „The Revenant“ spielte in 68 Ländern weitere 31,1 Mio. ein, Platz 3 geht an die südkoreanische Crime-Comedy „A Violent Prosecutor“, die einzig in Südkorea anlief und dort unglaubliche 19,5 Mio. US-Dollar einspielte. Weitere 13,9 Mio. US-Dollar setzte „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ weltweit um: Er durchbrach damit als erst dritter Film nach „Titanic“ und „Avatar“ die 2-Milliarden-US-Dollar-Marke.

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Alle Kommentare

  1. Und ich gönne es dem Nuschler von Herzen. Wer so unsympathisch über seine Kölner Tatortkollegen hergezogen hat und dabei selbst so ein lausiger Schauspieler ist lockt halt wirklich keinen ins Kino.

  2. Also bei dem geringen Zuspruch, könnte der Film ja noch bei den Berliner Filmfestspielen reüssieren. Außer Konkurrenz natürlich. Ein Tschiller gewinnt immer, das wäre sonst unfair.

  3. Es ist nicht nur die Kinopremiere eines Tatort die Floppt. auch die Einschaltquoten in der ARD sind rückläufig. Herr Schweiger, besinnen sie sich auf ihren Job. Lassen sie Politik andere machen. Dann kommt ihr Publikum zurück.

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