ProQuote beschwert sich über frauenfreie Hessenmedien

Hessische Macho-Medien? Designierter HR-Intendanr Manfred Krupp, ProQuote-Frau Melanie Ahlemeier
Hessische Macho-Medien? Designierter HR-Intendanr Manfred Krupp, ProQuote-Frau Melanie Ahlemeier

Männer-Medien-Metropole Mainhattan: Der Verein ProQuote ärgert sich über das Rhein/Main-Gebiet, denn wenn der Hessische Rundfunk mit Manfred Krupp einen neuen Intendanten bekommt, bliebe die Medienlandschaft „in einem der wirtschaftsstärksten Bundesländer fest in Männerhand“. Dann hätte der HR die „einmalige Chance verpasst, eine Frau für die Spitze eines der größten Rundfunkhäuser in Deutschland zu benennen“, kritisiert der Interessensverband.

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In einer Stellungnahme fragt ProQuote zusammen mit dem JournalistInnenbund, ob der HR bei der Suche für den Intendantenposten überhaupt nach einer Frau Ausschau gehalten hat? „Oder hat er ein Frauen-Förderproblem?“. Beim HR sollen von den 1.600 festen Mitarbeitern 760 Frauen sein. In leitender Position arbeiten allerdings nur sechs Frauen. Auf der obersten Ebene gebe es keine einzige. „Männer berufen mal wieder Männer an die Spitze“, kritisiert Melanie Ahlemeier von ProQuote Medien e.V. „Wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender ohne Journalistinnen in der Spitze agiert, ignoriert er die Hälfte der Gesellschaft“, sagt Journalistinnenbund-Vorsitzende Rebecca Beerheide.

Gerade in Frankfurt scheint die Entscheidung für einen Mann die beiden Verbände nicht weiter zu verwundern. Denn neben dem HR und auch der FAZ wären „nahezu alle hessischen Regionalzeitungen reine Männerbastionen“. Einzige Ausnahme: Die Frankfurter Rundschau wird von Bascha Mika mitgeführt. Aber Ausnahmen bestätigen wohl eher die Regel in der hessischen Männer-Medien-Wirtschaft.

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Alle Kommentare

  1. „Wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender ohne Journalistinnen in der Spitze agiert, ignoriert er die Hälfte der Gesellschaft“, sagt Journalistinnenbund-Vorsitzende Rebecca Beerheide.

    Wenn ein Zwangsbeitrag unabhängig vom Nutzungsverhalten und dem Willen der Menschen gefordert und beigetrieben wird, dann ignoriert dieses System die gesamte Gesellschaft.

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