Minus 29 Prozent: LinkedIn-Aktie crasht nach enttäuschendem Ausblick

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Digital Economy So brutal kann die Wall Street sein: Quartalsgewinn und -umsatz lagen über den Erwartungen, der Ausblick aber darunter – mehr als ein Viertel des Börsenwertes ging plötzlich verloren. Diesen spektakulären Absturz musste das Karrierenetzwerk LinkedIn nach Handelsschluss verkraften. Weil das 13 Jahre alte US-Unternehmen bei seiner Umsatzprognose für 2016 konservativ bleibt, schicken Anleger die Aktie nachbörslich um 29 Prozent nach unten.

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Die Kernschmelze von Internetaktien geht weiter. Gibt es auch nur einen Anflug von einem Fleck in der jüngsten Quartalsbilanz, reagiert die Wall Street in diesen Tagen mit gnadenlosen Kursabschlägen. Diese Erfahrung musste nach Handelsschluss nun auch ein einstiger Musterschüler der US-Börsen machen: LinkedIn brach nach Vorlage der Geschäftszahlen für das abgelaufene Weihnachtsquartal erdrutschartig um 29 Prozent ein.

Dabei konnte das 13 Jahre US-Internet-Unternehmen auf den ersten Blick überzeugen: Im Dreimonatszeitraum zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember erlöste LinkedIn immerhin schon 862 Millionen Dollar – die Analystenschätzungen hatten bei 858 Millionen Dollar gelegen. Das Business-Netzwerk konnte damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 37 Prozent verzeichnen.

Weiter Verluste wegen Expansionskurs

Den Löwenanteil davon machte das Geschäft mit Job-Inseraten aus, die LinkedIn „Talent Solutions“ nennt und damit bereits 535 Millionen Dollar erlöst, ein Plus von 45 Prozent. Der Unternehmenszweig Marketing Solutions spielte 183 Millionen Dollar (+20 Prozent) und das Geschäft mit Abonnements lediglich 144 Millionen (+19 Prozent) ein.

Unterm Strich schreibt LinkedIn aber wegen seines strammen Expansionskurses und der ausgegebenen Aktienoptionen weiter Verluste – das Minus weitete sich auf 8,4 Millionen Dollar aus. Ohne Abschreibungen und Sonderposten hätte LinkedIn nach Non-GAAP-Bilanzierungsstandard 126 Millionen Dollar oder 94 Cent je Aktie verdient; die Wall Street hatte lediglich mit 78 Cent je Anteilsschein gerechnet. Bereits 414 Millionen Menschen tummeln sich auf dem weltgrößten Karrierenetzwerk.

Ausblick enttäuscht die Wall Street schwer

Zum Verhängnis wurde LinkedIn jedoch der Ausblick sowohl auf das laufende Quartal als auch auf das gesamte Geschäftsjahr. So stellte CEO Jeff Weiner für den laufenden Dreimonatszeitraum von Anfang Januar bis Ende März Umsätze von 820 Millionen Dollar und einen Non-GAAP-Gewinn von 0,55 Dollar je Aktie in Aussicht – die Wall Street hatte jedoch mit einem Gewinn von 0,75 Dollar je Anteilsschein bei Erlösen von 867 Millionen Dollar gerechnet.

Deutlich unter den Analystenerwartungen lag auch die Jahresprognose: So stellte Jeff Weiner für 2016 nunmehr lediglich Umsätze in Höhe von 3,6 bis 3,65 Milliarden Dollar in Aussicht, während die Wall Street von Erlösen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar ausgegangen war.

Die Folge: Die totale Kursimplosion nach Handelsschluss. Durch den Kurssturz von 29 Prozent fiel die LinkedIn-Aktie von 192 Dollar auf 137 Dollar zurück – den tiefsten Stand seit drei Jahren. Mehr als 7 Milliarden Dollar Börsenwert wurden damit nachbörslich ausradiert.

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Alle Kommentare

  1. Diese ganzen Analysten sind allesamt Spinner in ihrer eigenen Welt. Dort wird nichts von Wert gehandelt, das ist blankes Zahlengeschuppse. „Nur 3,65 Milliarden anstatt 3,9 Milliarden.“ Hallo? WAS für eine Katastrophe.

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