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„Sie krabbeln hier rum, wie eine Kakerlake, wenn’s Licht angeht“: Smudo streitet mit Facebook-Managerin über Hass-Kommentare

Smudo und die Facebook-Managerin Eva-Maria Kirschsieper
Smudo und die Facebook-Managerin Eva-Maria Kirschsieper

Buzzer Diese sechs Minuten offenbaren das Kommunikations-Elend von Facebook dieser Tage. In Hamburg stellte das US-Unternehmen in der vergangenen Woche, eine Offline-Tournee zum Thema Counter Speech vor, an der auch Smudo ("Die Fantastischen Vier") teilnimmt. Statt gemeinsam über das Projekt zu reden, stritt sich der Rapper mit der Facebook-Repräsentation vor der versammelten Presse. Grund: Die Weigerung des Web-Konzerns darüber Auskunft zu geben, wie viele Personen genau gegen Hass-Kommentare eingesetzt werden.

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Zum Start der Tournee saßen auf dem Podium neben Smudo, noch die Facebook-Managerin Eva-Maria Kirschsieper und die anderen Teilnehmer wie Leslie Clio oder auch Stefan Kiefer von der Bundesligastiftung. Vom 27. April bis 04. Mai 2016 reist der Tross durch sieben Städte.

Der Streit entbrannte nach der Frage eines Journalisten, wie viele Mitarbeiter bei Arvato zur Zeit damit beschäftigt seien, Hass-Postings prüfen. Vor Wochen war erst bekannt geworden, dass Facebook die Bertelsmann-Tochter beauftragt hatte, sich um die Kontrolle der Beschwerden zu kümmern.

Der Versuch von Frau Kirschsieper, sich mit Phrasen aus der Frage herauszureden, wurde von Smudo gestoppt. Was folgte waren quälend lange Minuten, in denen die FB-Repräsentatin keine gute Figur abgab. Gefilmt wurde der Ausschnitt von Zapp, das am gestrigen Mittwoch einen ganzen Beitrag über die überforderte Unternehmens-Kommunikation des Web-Riesen zeigte.

Bei Carta kommentierte Christian Neuner-Duttenhofer den Auftritt von Eva-Maria Kirschsieper mit dem bösen Vergleich: „Facebook geht an das Thema Hate Speech heran, wie der letzte Waffenschieber an seinen CSR-Bericht.“

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Alle Kommentare

  1. Typisch amerikanisches Gebrabbel….sich immer rausreden…nur blabla. Und diese Frau Kirschsieper lässt sich da vor den Karren spannen. Und so jemand will „Head of Public Policy“ sein?? Der sieht man doch die Angst vor Ihren amerikanischen Vorgesetzten an. So ist diese Dame (und wahrscheinlich alle anderen europäischen „Manager“ bei facebook) nicht wichtiger als eine normale Praktikantin. Wirklich lächerlich

  2. Taj, „Counter Speech“ wird natürlich von Facebook bevorzugt, weil das ja die Engagement-Raten hochtreibt. Bisher war Facebook, wenn man es oberflächlich betrachtet, ja der Gewinner der Polarisierungstendenzen, weil „Aufregung“ gut fürs Geschäft ist. Deshalb werden lieber keine Zahlen zum Umfang der Feuerwache genannt, weil diese Feuerwache vermutlich schwach besetzt ist. Meine Schätzung – für den deutschsprachigen Raum braucht man nicht mehr als 3 Leute in zwei Schichten (bis 22 Uhr oder so). Die Meldearbeit wird ja von den Mitgliedern erledigt und darüber hinaus dürfte FB kaum tätig werden, weil – wie gesagt – Engagement-Quoten sozusagen die Reichweite der „engagierten Nutzern“ hochtreibt. Gibt für FB kaum was Besseres, als dass immer irgendwo ein paar Super-Kloppereien laufen.

  3. „Sie krabbeln herum wie eine Kakerlake, wenn’s Licht angeht“. Im Zusammenhang einer PK zum Thema „Gegen Hass im Internet“ eine Aussage, die einfach auf den Punkt kommt: Warum sich damit auseinandersetzen, warum der Andere sich benimmt, wie er sich benimmt?

  4. „Sie krabbeln hier rum, wie eine Kakerlake, wenn’s Licht angeht“

    So eine Beleidigung wird hier auch noch abgedruckt?
    Lieber Smudo – bei allem Respekt – du bist ein dummer Mensch.
    Und dann das Maul aufreissen, wenn diese Bezeichnung für das vermutete menschliche Verhalten auf andere Menschen Anwendung findet.
    Hier solls cool sein- bei Migranten bei der Identitätsfeststellung aber Volksverhetzung? So macht man sich unglaubwürdig, wenn man sich gleichzeitig für Mitmenschen einsetzen will, Toleranz und Weltoffenheit propagiert. Aber eigentliche nur ein kleiner ideologischer Hetzer ist.

    1. Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:

      Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

      gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
      die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

      wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

  5. Weiß nicht, warum auf der Antwort so rumgeritten wird? Würde es einen Unterschied machen, ob es 200 oder 500 sind? Egal, welche Antwort gekommen wäre, es wäre dem Journalisten nicht genug gewesen.

  6. Ich finde es sehr befremdlich, auf staatliche Veranlassung bei Facebook Hass-Komentare aufspüren zu wollen. Das ist die Vorstufe einer Stasi 2.0. Herr Maas sollte sich lieber um die Hass-Prediger kümmern, die im Namen der Religionen unterwegs sind, statt sich im Geiste von Honecker und Mielke zu betätigen. Gut, dass der kein DDR-Bürger war. Der hätte Mielke noch getoppt und den Mauerfall „hinausgezögert“.

  7. Warum ist das Foto nicht als Montage gekennzeichnet? Die beiden saßen nicht so dicht beisammen!

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