„Großartiges Old-School-Actionkino“: erste Kritiken loben Til Schweigers „Tschiller: Off Duty“

Til Schweigers „Tatort“-Kinofilm: „Tschiller: Off Duty“
Til Schweigers "Tatort"-Kinofilm: "Tschiller: Off Duty"

Fernsehen Am Donnerstagabend startet Til Schweigers neuester "Tatort" im Kino. Handverlesenen Journalisten hat er "Tschiller: Off Duty" vorab im Rahmen eines "Family & Friends"-Meetings gezeigt, auf ein offizielles Pressescreening hat er dagegen verzichtet. Die Kritiken fallen allesamt sehr wohlwollend aus und reichen von "Der 'Tatort' wird endlich erwachsen" bis "großartiges Old-School-Actionkino".

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„Falls Sie es eilig haben: Ja, ‚Off Duty‘ ist ein guter Film“, schreibt Sophie Albers Ben Chamo auf stern.de. Mit einem Budget von angeblich acht Millionen Euro hole Regisseur Christian Alvart endlich ein bisschen Hollywood ins deutsche Kino. Tatsächlich sei der Film „großartiges Old-School-Actionkino, das es so bisher in Deutschland nicht gegeben hat – mit einem zerfurchten Helden, seinem humorbegabten Sidekick, einem wirklich unangenehmen Bösewicht und einer aberwitzigen Geschichte, die alle durch mehrere Länder jagt.“ Wer das zu schätzen wisse, sei bei Tschillers erstem Kino-„Tatort“ genau richtig. Doch wer dem klassischen Sonntagabend-Modell „Mord in der Gartenlaube“ nachhänge, werde überfordert sein.

Auch Abendzeitung München findet,dass die Actionsequenzen in „Off Duty“ denen aus Hollywood in nichts nachstünden. Und weil die Jagd global wird, sei jeder Vergleich mit der Provinz-Spannung der TV-„Tatorte“ hinfällig. „Man kann Til Schweiger mögen oder auch nicht. Aber es bleibt schwer vorstellbar, dass ein anderer deutscher Kollege dieses Szenario überzeugend schultern könnte. Und Fahri Yardim ist als Begleiter für den Humor zuständig, der mit richtigem Timing Pointe um Pointe liefert“, schreibt André Wesche. Der Film sei „einer der gelungenen deutschen Beiträge zum Actiongenre mit all seinen unterhaltsamen Stärken und inhaltlichen Schwächen, auch wenn mancher scheinbar flapsige Kommentar sogar ein keines Stück Gesellschaftskritik wagt.“

„‚Tschiller: Off Duty’“ ist selbstredend etwas für Fans, aber auch für Anhänger des Genre-Kinos, die hier die Muster des soliden Action- und Bodycount-Films wiedererkennen werden“, urteilt die Frankfurter Rundschau. „Gewiss ist er einen Tick zu lang, aber große Action gehört auf die große Leinwand. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass Schweigers Tschiller nach Götz Georges Schimanski erst der zweite ‚Tatort‘-Ermittler ist, der es ins Kino schafft.“

Johanna Bruckner von der Süddeutschen Zeitung findet ebenso, dass der „Tatort“ sehr gut im Kino funktioniert – vielleicht sogar besser als im Fernsehen. „Auf der großen Leinwand wirkt die überbordende Action der Hamburger Episoden nicht mehr lächerlich, sondern gerade richtig. Schließlich ist man Männer, die über Häuserschluchten springen, auf Autodächern surfen oder durch Wände springen, dort gewohnt. Vielleicht liegt es auch schlicht daran, dass Til Schweiger Kino besser kann als Fernsehen.“

Die Bild am Sonntag überschlug sich fast vor Freude: „Action nonstop! Gewaltige Bilder! Coole Special-Effects!“, und die Bild schreibt online: „Til ist ein deutscher Mix aus Bruce Willis, Liam Neeson, James Bond mit einem super Quassel-Buddy Fahri Yardim! Wir erleben ein neues ‚Tatort-Gefühl‘, der ‚Tatort‘ wird endlich erwachsen – fürs Kino mit einem „Stirb-langsam-Sound“.

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Alle Kommentare

  1. Keinohrhasen Schweiger als deutschen Bruce Willis oder neuen James Bond bezeichnen… Ist klar.

    Wahrscheinlich so wie „Morgen hör ich auf“ das deutsche Breaking Bad ist…

    Auf Ideen kommen die Journalisten die Langeweile haben und dem Darsteller um den Bart reden wollen manchmal.

  2. Als James-Bond-Anhänger ist dieser Kino-Tatort ein Vergnügen. Tschiller ist ebenso wie Schimmi ein Typ, sein Partner Fahri Yardim macht den Q, und die Erotik beschränkt sich aufs Nötigste. Schweiger kann sich wahrlich mit dem jetzigen Bond messen, passt in die Zeit. Amüsante Action im deutschen Film habe ich noch nicht besser gesehen. Der Stich ins Herz erinnert an Casino Royale, wobei in Montenegro der smarte Feinschliff des Überlebenskampfes noch ein wenig dramatischer gelang. Vielleicht lag es am Smoking hinterher. Ich gucke mir den Film noch ein zweites Mal an, wie Spectre auch. Vielleicht auch wie Goldfinger in den nächsten 20 Jahren fünf Mal.

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