„Öffentlich-rechtliche Ideenlosigkeit“ – Thomas Gottschalks TV-Bashing vor seinem Goldene-Kamera-Einsatz

Vor seinem Auftritt bei der Goldenen Kamera kritisiert Thomas Gottschalk das deutsche Fernsehen.
Vor seinem Auftritt bei der Goldenen Kamera kritisiert Thomas Gottschalk das deutsche Fernsehen.

Fernsehen Kurz bevor er am kommenden Samstag im ZDF die Verleihung der Goldenen Kamera moderiert, übt Thomas Gottschalk in der Hörzu umfassende Kritik am deutschen Fernsehen. Talkshows seien meistens langweilig und bei den Krimis von ARD und ZDF ärgert ihn die "Ideenlosigkeit".

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Über TV-Talkshows gibt Thomas Gottschalk in der Hörzu zu Protokoll: „Es darf nicht langweilen – doch das tut es meistens. Wir haben in Deutschland nie gelernt zu debattieren. Hierzulande äußern sich immer die gleichen Leute in unterschiedlichen Sendungen zu den ewig gleichen Themen. Kein Wunder, dass Günther Jauch keine Lust mehr darauf hatte.“

Binge-Watching mag der frühere „Wetten dass..?“-Moderator – aber offenbar nicht unbedingt bei deutschen TV-Serien: „Ich mag Binge-Watching und entwickle bei einigen Serien wie ,The Man In The High Castle‘ (Amazon) oder ‚Making A Murderer‘ (Netflix) ein eigenartiges Suchtverhalten. ‚Deutschland 83‘ (RTL) war okay, aber auch nicht mehr. In den USA lief das bei SundanceTV, einem eher unbedeutenden Netzwerk, und wurde von der Allgemeinheit kaum bemerkt. Diese ganzen Sachen gelten zwar als cool, aber in Deutschland liegt ‚Der Bergdoktor‘ immer noch weit vorn. Das ist mir privat eher peinlich, aber beruflich empfinde ich das doch als sehr beruhigend.“

Was Fernsehkrimis betrifft, findet außer „Tatort“ wenig Gnade bei Gottschalk: „Der ‚Tatort‘ ist meistens gut gemacht, der Rest verzichtbar. Was mich wirklich ärgert, ist die öffentlich-rechtliche Ideenlosigkeit. Wenn eine Krimiserie gute Quoten bringt, dann machen wir halt noch eine. Und was die ARD kann, das kann das ZDF auch. Wenn die ‚Rosenheim-Cops‘ und ‚SOKO Kitzbühel‘ funktionieren, wie wäre es dann mit ‚Spezialkommando Berchtesgaden‘ oder ‚Polizeirevier Bad Reichenhall‘?“

Aber auch die Privatsender bekommen bei Gottschalks TV-Kritik-Rundumschlag ihr Fett weg. Über Formate wie „DSDS“ (RTL) und „Germany’s next Topmodel“ (ProSieben) sagt er: „Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass diese Titel keine Garantie auf Erfolg bedeuten. Aber offensichtlich gibt es immer noch genügend Träumer, die sich von der Teilnahme an solchen Veranstaltungen den großen Durchbruch erhoffen.“

Sehnsucht nach seiner früheren Parade-Sendung „Wetten, dass ..?“ hat Gottschalk offenbar nicht: „Ich habe von keiner Internetpetition gehört, in der die Rückkehr gefordert wird. Also ist der Drops gelutscht, und das finde ich in Ordnung.“

Na dann.

„Die Goldene Kamera“, moderiert von Thomas Gottschalk, läuft am kommenden Samstag, 6. Februar, um 20.15 Uhr im „Bergdoktor“-Sender ZDF.

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Alle Kommentare

  1. Fällt dem Guten ja zeitig auf. Erinnert mich an Politiker – Weisheit und Mut kommen dort meistens auch immer erst, wenn die Pensionsansprüche in Sack und Tüten sind.

    Unsere aktuelle Epoche (ab ca. 2000) wird wohl als die der Undemokraten und Duckmäuser in die Geschichtsbücher eingehen. Oder als erstes „1984“ auf deutschem Boden?

    1. das haben SIE aber schoen geschrieben, GOTTSCHALK , ein Mitglied
      der Paralellgesellschaft, ist wenigstens noch symphatisch !

  2. Also was langweiligeres gibts nicht. Nur leeres Bla Bla Bla.. 20min und weg geschaltet. Schade um die Sendezeit !!!

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