Großer Gehaltsreport: Das verdienen die Deutschen – und so wenig die Journalisten

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Der Standort entscheidet: Stepstone hat die Gehälter der Deutschen verglichen. Wer etwa in Sachen-Anhalt den gleichen Beruf wie ein Hesse ausübt, verdient bis zu 20.000 Euro weniger pro Jahr. Journalisten reihen sich weit hinten ein im Branchenvergleich.

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50.000 Fach- und Führungskräfte hat das Karriereportal Stepstone befragt und im „Gehaltsreport 2016“ interessante Erkenntnisse gewonnen. So verdient der Hesse mit rund 57.000 Euro brutto im Jahr am besten im Bundesvergleich, knapp dahinter liegen die Bayern mit rund 56.800 Euro, am schlechtesten wird im Osten gezahlt mit Sachsen-Anhalt (37.701 Euro) als Schlusslicht.

Besserer Abschluss, besseres Gehalt

Nach Berufsgruppen unterteilt, variieren die Gehälter zudem stark. Absolute Top-Verdiener sind Ärzte (64.110 Euro), noch vor Juristen (63.000 Euro), IT-Fachkräften (57.862 Euro) und Ingenieuren (57.610 Euro). Zu den bestbezahlten Branchen zählen Banken (64.100 Euro), Finanzdienstleister (63.700 Euro) und die Pharmaindustrie (61.600 Euro). Die Platze vier bis sechs entfallen auf die Bereiche Konsum-/Gebrauchsgüter, die Chemie-Branche sowie die Automobilbranche.

Zudem hängt der Lohn stark vom Bildungsgrad ab. Promovierte (65.708 Euro) verdienen am meisten, während Angestellte mit Master-Abschluss (56.601 Euro) nur geringfügig mehr verdienen als Kollegen mit einem Bachelor-Titel (55.585 Euro). Das Studium lohnt sich in jedem Fall: Wer einen Master-Abschluss hat, verdient in der Regel 28 Prozent mehr als Mitarbeiter mit Abitur.

Jobwechsel führt meist zu Gehaltserhöhung

Wer eine Gehaltserhöhung anstrebt, dem ist ein Jobwechsel anzuraten. So fand die Studie heraus, dass der Wechsel in ein anderes Unternehmen bzw. eine andere Anstellung durchschnittlich mit einer Gehaltserhöhung von elf Prozent einhergeht.

Immerhin auf Platz 14 im Branchen-Ranking befinden sich Marketing und PR. Interessant: Am meisten verdient ein Marketingleiter in Rheinland-Pfalz: 53.400 Euro stehen einem deutschlandweiten Durchschnittsgehalt von 49.000 Euro gegenüber. Ausgerechnet in der Agenturen-Metropole Hamburg liegt man mit 48.500 Euro knapp unter dem Bundesdurchschnitt.

Journalisten zählen zu den Schlusslichtern im Ranking

Und was ist mit Journalisten? Die verdienen nach zwei Jahren 29.993 Euro, bekommen mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung 36.360 Euro, steigern sich nach sechs bis zehn Jahren auf 44.957 Euro und verdienen durchschnittlich nach zehn Jahren 47.500 Euro – jeweils einen akademischen Abschluss vorausgesetzt. Das ergibt ein durchschnittliches Gehalt von rund 39.700 Euro – minimal mehr als Lehrer, weniger als das Durchschnittsgehalt im Bereich Gesundheit und Soziale Dienste.

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Alle Kommentare

    1. Offenbar kennen Sie die Branche nicht. Die genannten Beträge sind noch die „besseren“, denn 3000 brutto bekommen angestellte Redakteure vielerorts gar nicht mehr – von freien Journalisten ganz zu schweigen. Die liegen oftmals deutlich drunter.

  1. 3.750 Euro mit 6-10 Jahren Berufserfahrung… Wo kann man sich bewerben?^^ Das mag vielleicht in höheren Positionen der Fall sein, aber der „normale Schreiberling“ kann heute froh sein, wenn er nicht als „fester Freier“ ohne SV zu einem lächerlichen Stundenlohn arbeiten darf. Geschweige denn überhaupt eine Anstellung bekommt.

  2. Nichts zwingt jemanden Journalist zu werden. Es sein denn, er/sie/es leidet unter dem branchenüblichen Geltungsbedürfnis und einem ebenfalls branchenüblichen, neurotischen Sendungsbewußtsein, andere Menschen mit den eigenen Vorurteilen medial belästigen und bevormunden zu dürfen. Hieraus leitet sich auch die geistige Nähe zwischen Journalismus und dem unnützen Dasein als Politiker (Definition: Berufspolitiker = Versager) ab – die allgemeine Geringschätzung für beide Berufsgruppen ebenfalls.
    Politik und Journalismus sind zwei Seiten einer Medaille, die einen versagen – wie derzeit in Deutschland und Europa wieder flächendeckend zu bewundern ist – und die andern berichten über das flächendeckende Versagen. Manche leiden vielleicht sogar daran und schreiben den Politmist dennoch und wider besseres Wissen schön. Fazit: selbst schuld. Bert Brecht hat es ihnen bereits in der Dreigroschenoper ins Stammbuch geschrieben:
    Denn die einen sind im Dunkeln >>Und die andern sind im Licht >>Und man siehet die im Lichte>>Die im Dunkeln sieht man nicht.
    Und weil das so ist, gibt es für Journalismus im 21. Jahrhundert eben auch nur 3 Groschen. Im Gegensatz zur Politik, die sich selbst regelmäßig mit 30 Silberlingen mästet, dem Judaslohn für den Verrat an den Wählern.

    1. Offenbar leiden Sie an einem branchenüblichen Geltungsbedürfnis und einem ebenfalls branchenüblichen, neurotischen Sendungsbewußtsein, andere Menschen mit den eigenen Vorurteilen medial belästigen und bevormunden zu dürfen. Knalltüte, Sie.

  3. Korrekturvorschläge: „Wer etwa in Sachen-Anhalt“ (Sachsen-…)
    „Die Platze vier bis sechs“ (Plätze)
    Meine Meinung: Fehler im Artikel sind nicht zuerst das Problem des Autors oder der Autorin sondern der Korrektor(inn)en.

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