ARD will Handball WM im Free-TV erzwingen und Finanzausgleich für reduzierte Radiowerbung

MDR-Intendantin Karola Wille ist die neue ARD-Vorsitzende
MDR-Intendantin Karola Wille ist die neue ARD-Vorsitzende

Fernsehen Auf der ersten Intendantensitzung des neuen Jahres mussten sich die ARD-Bosse in Leipzig auch mit einigen unangenehmen Themen befassen. U.a. stand die Neufassung des WDR-Gesetzes auf der Tagesordnung, die dem Sender eine stufenweise Reduzierung der Hörfunkwerbung vorschreibt. Auch dass die Handball-WM 2017 womöglich nicht im Free-TV zu sehen sein wird, beschäftigte die Intendanten.

Werbeanzeige

So wollen die ARD-Intendanten die Handball Weltmeisterschaft auf die Liste der Großereignisse setzen lassen, die laut Rundfunkstaatsvertrag eine Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen garantieren. Hintergrund: Rechte-Inhaber ist die Firma BeIn Sports, die darauf besteht, dass die TV-Signale der Handball WM, die via Satellit übertragen werden, verschlüsselt sind. Im vergangenen Jahr hat der Pay-TV Anbieter Sky die Handball-WM gezeigt. Da hat das kaum jemanden gejuckt. Nach dem Titelgewinn der deutschen Handballer bei der Europameisterschaft und der wieder erwachten Handball-Euphorie sieht das nun freilich ganz anders aus.

Paragraf 4 des Rundfunkstaatsvertrags definiert bestimmte Großereignisse, die von „erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ in der Bundesrepublik Deutschland sind. Dazu gehören die Olympischen Spiele, bei Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie, unabhängig von einer deutschen Beteiligung, das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Endspiel. Außerdem dazu gehören die Halbfinalspiele und das Endspiel um den DFB-Pokal, Heim- und Auswärtsspiele der Fußball-Nationalmannschaft und Endspiele der europäischen Fußball-Vereinsmeisterschaften (Uefa und Champions League) bei deutscher Beteiligung. Der Rundfunkstaatsvertrag regelt, dass die verschlüsselte Übertragung dieser Ereignisse nur zulässig ist, wenn mindestens ein frei empfangbares TV-Programm das Ereignis gleichzeitig oder – bei parallel laufenden Einzelereignissen – gering zeitversetzt zeigt.  Als allgemein zugängliches Fernsehprogramm gilt ein Programm, das in mehr als zwei Drittel der Haushalte empfangbar ist.

Bei der Aufnahme der Handball WM müsste die Politik freilich mitspielen, die ARD kann das nicht entscheiden.

WDR sorgt sich um Radio-Werbung

Was die ARD-Intendanten außerdem umtrieb, war die Änderung des WDR-Gesetztes, die vorsieht, dass der WDR-Hörfunk ab 2017 schrittweise weniger Radiowerbung senden darf. „Der Medienpolitik muss bewusst sein, dass jegliche Einschränkungen bei Werbemöglichkeiten nach dem Verfassungsgrundsatz der bedarfsgerechten Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der Berechnung des Rundfunkbeitrags vollständig ausgeglichen werden müssen“, sagte die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille.

„Wir haben die Veränderungen bei der Hörfunkwerbung gegenüber der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs bei ARD und ZDF) grundsätzlich angezeigt und erwarten eine Berücksichtigung im Rahmen  des 20. KEF-Berichts“, so Wille.

Werbeanzeige

Alle Kommentare

  1. Man Michaela, dieser Danisch-Kommentar ist ja nicht nur grottig homophob. Er ist auch falsch. Rundfunkräte in öffentlich-rechtlichen Anstalten nehmen ja vielleicht auf vieles Einfluss. Aber gerade nicht auf die Programmgestaltung. Hoffentlich versteht der Mann von Informatik mehr …

    Gruß, der Küstenfunker

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige