Apple-Ablösung: Alphabet steht vor dem Sprung zum wertvollsten Konzern der Welt

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Es ist passiert: Google-Mutter Alphabet hat Apple an der Börse überholt

Digital Economy Das Duell um den Börsenthron zwischen den Erzrivalen des Silicon Valley spitzt sich weiter zu. In der vergangenen Woche rückte Alphabet bereits bis auf weniger als ein halbes Prozent an den langjährigen Platzhirsch Apple heran, ehe Schnäppchenjäger dem iKonzern noch einmal den Platz an der Börsensonne retteten. Montag nach Handelsschluss könnte sich nun jedoch die Wachablösung vollziehen, wenn Alphabet sein neustes Zahlenwerk vorlegt.

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Im Tennis würde man es einen Matchball nennen, den Alphabet heute nach Handelsschluss auf dem Schläger hat. Dann legt der Internet-Pionier seine Geschäftsbilanz für das abgelaufene Weihnachtsquartal vor.

Wiederholt sich die Geschichte der vergangenen zwei Quartale, würde der Internet-Gigant seinen Anlegern nicht nur wieder üppige Kursgewinne bescheren, sondern stünde nach 17,5 Jahren auf dem Olymp der (Börsen-) Welt: als wertvollster Konzern der Welt – vor Apple.

Dreijährige Aufholjagd

Die Ablösung des iPhone-Herstellers vom Börsenthron durch seinen nicht mal halb so alten Rivalen aus Mountain View deutet sich bereits seit drei Jahren an. 2013 stürzte Apple wie in den vergangenen Monaten dramatisch an der Wall Street ab und vernichtete in der Spitze knapp 300 Milliarden Dollar Börsenwert. Fast nach identischer Blaupause erfolgte Apples jüngster Börsencrash, der in der Spitze bereits 31 Prozent oder 250 Milliarden Dollar Börsenwert egalisierte.

Google-Mutter Alphabet haussiert unterdessen, als gäbe es kein Morgen: Allein im vergangenen Jahr schickten Investoren den wertvollsten Internetkonzern der Welt um 50 Prozent nach oben. Bis auf 523,6 Milliarden Dollar ist der Börsenwert von Alphabet per Schlusskurs am Freitag angeschwollen – demgegenüber stehen 539,7 Milliarden Dollar von Apple.

Bereits bis auf 3 Milliarden Dollar zu Apple aufgeschlossen

Der Abstand von 16 Milliarden Dollar klingt komfortabler als er ist: Gerade mal 3 Prozent liegt Apple damit noch vor Alphabet. Im Handelsverlauf am vergangenen Donnerstag hätte sich die Wachablösung bereits fast schon vollzogen, als Alphabet bis auf ganze 3 Milliarden Dollar oder 0,5 Prozent an Apple herangerückt war.

Dann jedoch griffen Schnäppchenjäger zu und sicherten Apple zumindest noch die vergangene Woche unter der Börsensonne. Allerdings fielen die Kurszuwächse nach Alphabets Quartalszahlen zuletzt höchst explosiv aus: Im Oktober legte die Aktie nach Vorlage der Geschäftsbilanz um zehn Prozent zu, im Juli gar um 16 Prozent.

Apple hatte vor sechs Monaten noch 300 Milliarden Dollar Vorsprung auf Alphabet

Es sollte der Auftakt zu einer spektakuläreren Aufholjagd sein, bei der Apple Alphabet freilich mit immer rasanteren Kursverlusten Schützenhilfe leistete. Es liegt der Verdacht nahe, dass das Kapital, das aus Apple in der Folge abgeflossen ist, zum Gutteil in Google reinvestiert wurde.

Vor Verkündung der Geschäftszahlen im vergangenen Juli, nach denen Google haussieren und Apple abstürzen sollte, betrug der Abstand zwischen den beiden Erzrivalen des Silicon Valley noch enorme 300 Milliarden Dollar, im Frühjahr waren es gar 350 Milliarden Dollar.

Es geht also schnell an der Börse. Dass beide Unternehmen fundamental freilich noch viel trennen, dokumentiert Alphabet heute nach Handelsschluss mit seiner Quartalsbilanz, bei der Analysten durchschnittlich mit Umsätzen in Höhe von 20,77 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie in Höhe von 8,10 Dollar erwarteten, der einem Nettogewinn von knapp 4,4 Milliarden Dollar entsprechen würde. Zum Vergleich: Apple hatte im gleichen Zeitraum bei Umsätzen von 75,9 Milliarden Dollar einen Nettogewinn von 18,4 Milliarden Dollar erzielt.

Der Börse sind die Größenunterschiede indes recht gleichgültig. Alles, was an der Wall Street zählt, ist bekanntlich das Wachstum. Das wird bei Apple zumindest im kommenden Quartal negativ ausfallen, während bei Alphabet zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn als gesetzt gelten. In anderen Worten: Für die Börse stellt Apple die Vergangenheit und Alphabet die Zukunft da.

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Alle Kommentare

  1. Die Sprache des Herrn Jacobsen hat etwas unfreiwillig Komisches. Ohne Übertreibungen geht es bei ihm nicht und „extremsportlich“ muss es auch noch sein. Das setzt die Aktie „zum Sprung an”, geht „rasant auf Talfahrt” und dergleichen mehr. Kriegerische Metaphern dürfen ebenfalls nicht fehlen. ”Hunderte Milliarden Börsenwert wurden vernichtet”. Klingt nach Weltuntergang, ist aber nur ein laues Lüftchen. – Seriös wirkt diese Sprache nicht! Als Berliner möchte ich fragen: „Hamses nich ’ne Nummer kleener?“

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/auf-deutsch-gesagt-in-keinster-weise-ist-in-keiner-weise-zu-rechtfertigen/432436.html

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