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KJM entscheidet: Bild-Foto aus Bataclan-Innenraum verstößt nicht gegen Menschenwürde

Bild.de-Chef Julian Reichelt und das Bataclan in Paris
Bild.de-Chef Julian Reichelt und das Bataclan in Paris

Meistens beschäftigt sich der Presserat mit der Frage, ob bestimmte Bild-Stories oder -Bilder gerügt werden müssen. Jetzt wurde auch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) einmal aktiv und nahm sich ein umstrittenes Foto aus dem Innenraum der Konzerthalle Bataclan vor, das Bild.de nach den Anschlägen in Paris veröffentlicht hatte. Die Bewertung der Prüfer: "Nach Einschätzung der KJM liegt kein Verstoß gegen die Menschenwürde vor".

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Der Artikel, den sich die Jugendschützer vornahmen, beschrieb das Geschehen im Konzertsaal während der Anschläge. Bebildert war die Story mit einem Foto aus dem Innenraum auf dem unzählige blutverschmierten Leichen zu sehen sind.

Die KJM prüfte daraufhin, ob der Bericht gegen die Menschenwürde verstößt und somit unzulässig wäre. „Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Menschen leidend oder sterbend dargestellt und dabei zum Objekt herabgewürdigt werden“, heißt es in einer Erklärung der Medienwächter. „Um als Menschenwürdeverstoß bewertet zu werden, muss die Darstellung darüber hinaus ein tatsächliches Geschehen wiedergeben, ohne dass ein berechtigtes Interesse gerade für diese Form der Darstellung oder Berichterstattung vorliegt. Reine Geschmacksfragen spielen bei Prüfungen der KJM keine Rolle.“

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Das trifft bei dem Bild-Foto jedoch nicht zu. Denn es gebe einen Überblick über einen großen Ausschnitt des gesamten Tatorts. „Die Leichen nehmen dabei nur einen geringen Teil an der Gesamtfläche der Abbildung ein. Gesichter sind nicht zu erkennen und es werden keine Verletzungen in den Fokus der Abbildung gerückt. Somit wurde die Subjektqualität der abgebildeten Menschen nicht missachtet“, heißt es in der Erklärung.

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