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Zschäpe-Film interessiert nur wenige, RTL stark mit „CSI“-Serien und Dschungel

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ZDF-Film "Letzte Ausfahrt Gera" mit Lisa Wagner als Beate Zschäpe (M.)

Das Doku-Drama "Letzte Ausfahrt Gera" über Beate Zschäpe war für das ZDF kein Erfolg. Nur 2,46 Mio. sahen ab 20.15 Uhr zu - ernüchternde 7,5%. Viel besser lief es für die ARD-Serien "Um Himmels Willen" und "In aller Freundschaft", sowie "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus". Im jungen Publikum punktete RTL zudem mit "CSI: Vegas" und "CSI: Cyber".

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Dienstag wissen müssen:

1. „Letzte Ausfahrt Gera“: langweilig und erfolglos

Warum zum jetzigen – wohl zu frühen – Zeitpunkt überhaupt ein Film über Beate Zschäpe gedreht wurde – glänzend besetzt noch dazu – bleibt fraglich. „Letzte Ausfahrt Gera“ jedenfalls hat keinerlei neue Erkenntnisse gebracht und nervte vor allem mit jeder Menge Smalltalk zwischen Zschäpe und den beiden Berfragern. Das Publikum fand den Film ebenfalls nicht spannend genug: 2,46 Mio. Zuschauer reichten nur für schwache 7,5%. Eine reine Doku über die NSU-Morde und Zschäpe – ohne mit dramatischer Musik hinterlegtem Smalltalk – wäre wohl die bessere und spannendere Lösung gewesen.

2. RTL stark mit „CSI“s und Dschungel

Zu den Gewinnern des Tages gehört wieder RTL. „Ich bin ein Star“ verlor im Vergleich zum Montag zwar wieder rund 1 Mio. Zuschauer, doch das lag zu großen Teilen an der längeren Sendezeit, denn die Marktanteile von 30,1% im gesamtpublikum und 43,5% bei den 14- bis 49-Jährigen waren die besten seit acht Tagen und die zweitbesten der aktuellen Staffel. Gut lief es vorher auch für die Serien „CSI: Vegas“ und „CSI: Cyber“: „CSI: Vegas“ schalteten um 20.15 Uhr 1,73 Mio. junge Menschen ein, den „CSI: Cyber“-Staffelstart danach 1,76 Mio. Der Marktanteil lag jeweils bei 15,7%.

3. ARD siegt um 20.15 Uhr mit Serien-Hits

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Die 6,19 Mio. Dschungel-Seher reichten der RTL-Show auch im Gesamtpublikum für den Tagessieg. In den Stunden davor hatte aber Das Erste die Nase vorn. So sahen 6,11 Mio. (18,5%) um 20.15 Uhr „Um Himmels Willen“, 6,12 Mio. (18,6%) danach „In aller Freundschaft“. Die beiden Serien-Hits dominierten damit die beiden Stunden ab 20.15 Uhr. RTL kam mit „CSI: Vegas“ und „CSI: Cyber“ auf 3,43 Mio. und 3,11 Mio. Seher – also nur etwas mehr als die Hälfte, das ZDF mit „Letzte Ausfahrt Gera“ wie weiter oben berichtet, auf nur 2,46 Mio.

4. „Simpsons“ ordentlich, „Vom Spinner zum Gewinner“ weiter desaströs

Abseits von RTL hieß der stärkste Privatsender im jungen Publikum ProSieben. Immerhin 1,36 Mio. bis 1,44 Mio. 14- bis 49-Jährige entschieden sich ab 20.15 Uhr für die drei „Simpsons“-Folgen – gute Marktanteile von 12,4% bis 12,7%. „Family Guy“ erzielte um 21.40 Uhr mit 1,39 Mio. ebenfalls 12,7%. Unter dem Soll landete hingegen Sat.1-Film „Heiter bis wolkig“: 880.000 14- bis 49-Jährige reichten nur für 8,0%. Noch schlimmer erwischte es kabel eins, wo die Gründer-Doku-Soap „Vom Spinner zum Gewinner“ erneut mit nur 380.000 und 3,4% versagte. RTL II kam mit „Zuhause im Glück“ auf 830.000 und 7,5%, Vox mit „Goodbye Deutschland!“ auf 950.000 und 8,5%.

5. Jimmy Fallon sorgt bei Eins Festival nicht für Aufsehen, „Lewis“ bei zdf_neo hingegen schon

Seit Dienstag zeigt Eins Festival die US-Late-Night-Show mit Jimmy Fallon. Der Auftakt lief dabei noch nicht sonderlich gut. Zwar werden die Quoten des Mini-Senders nicht offiziell veröffentlicht, doch aus ARD-Kreisen erfuhr MEEDIA, dass nur etwa 20.000 bis 30.000 ab 23 Uhr zusahen. Der Marktanteil dürfte damit nur bei 0,1% oder 0,2% gelegen haben. Ganz andere Zahlen erzielte zdf_neo mit der Krimiserie „Lewis“. Um 20.15 Uhr sahen 1,46 Mio. (4,4%) zu, um 21.45 Uhr 1,18 Mio. (4,6%). zdf_neo war damit der stärkste Prime-Time-Sender abseits der großen Acht – bzw. sieben, denn auch kabel eins landete hinter zdf_neo.

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums und der 14- bis 49-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Für einen Merkel-Film wäre es genauso wie für den Zschäpe-Film noch zu früh, da man auch bei Mekel noch nicht genau weiß wie es endet. Geht sie mit ihrer zuletzt entdeckten Hilfsbereitschaft unter oder findetet sie einen genialen Schachzug um die Flüchtlingskrise europaweit in den Griff zu kriegen.

    Ich denke frühestens nach der nächsten Bundestagswahl wäre ein möglicher Zeitpunkt um einen guten Film mit einem klaren Ende zu drehen.

  2. Die unsympatische Tzschäpe als aktuell-kritisches ZDF-Pflicht-Thema, bei der sich die Zuschauer schon aus Abneigung angeekelt abwenden – das war von vornherein eine Fehlentscheidung der ZDF-Programmdirektion. Die maue Quote ist die Quittung,

    Dabei liegt doch ein Mega-Stoff vor der Tür: Ein Dokudrama oder einen Spielfilm über Merkels Kampf in der Flüchtlingskrise: Dazu fallen jedem von uns variantenreiche Dramatisierungen ein. Persönlich-moralische Sozialisation, historische Prägung (vor/nach der DDR), die Tragödie in Nahost, das Drama in Europa, der Wankelmut von Menschen und Medien, das Berliner Raumschiff innen – und die Welt draußen, EU, Willkommen & Haß, Ungarn, Seehofer, Flüchtlings-Seenotrettung, der Terror der ISIS, die Füchtlingsinvasion nach Deutschland… Da kommt alles an Entscheidungszwängen, positiver Tapferkeit Idelismus und menschlichen Fehlern zusammen. Reale Bilder zum Unterfüttern liegen tonnenweise in den Archiven. Alles ist „wahr“!

    Das Thema „Merkel“ ist doch ein Jahrhundert-Stoff! Ganz Deutschland und halb Europa würde vor der Glotze hängen. Oder ist das zu wirklichkeitsnah für einen Spielfilm , viel dramatischer als „Borgen“?

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