BDZV-Studie: Jugendportale wie Bento, Ze.tt und Co. sind erst der Anfang

Laut BDZV-Studie wird es bald noch mehr Jugendportale wie Ze.tt, bento oder BYou geben
Laut BDZV-Studie wird es bald noch mehr Jugendportale wie Ze.tt, bento oder BYou geben

Publishing Die deutschen Zeitungsverlage wollen 2016 den Ausbau ihrer Digitalgeschäfte vorantreiben und hoffen im umkämpften Online-Markt auf die Kraft ihrer Marken. Bei der Etablierung neuer Portale geht der Trend offenbar weiter in Richtung Angebote für junge Zielgruppen. Umsätze erhoffen sich Verleger hingegen vor allem aus dem E-Commerce-Geschäft.

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Weil Digitalumsätze Verluste aus dem Printgeschäft noch nicht auffangen, wollen Zeitungsverleger in diesem Jahr vermehrt ihre Online-Aktivitäten ausbauen. Das geht aus einer Studie des BDZV und der Unternehmensberatung Schickler hervor. Erreichen wollen Verlage dabei unter anderem den Ausbau ihrer Reichweiten durch neue Produkte. Ein Trend scheint dabei in Richtung neuer Angebote für junge Leser zu gehen. Laut der Studie planen 70 Prozent der Verlage, in diesem Jahr den Markt um Jugendprodukte zu erweitern. Motivation seien dabei vor allem – wie bereits aktive Player am Markt deutlich gemacht haben – die Heranführung beziehungsweise Bindung an bestehende Marken (79 Prozent) wie auch neue Erlöse (49 Prozent), beispielsweise aus der Werbevermarktung. Diese sollen nach Angaben der Befragten 2016 im Digitalsegment um insgesamt 8,3 Prozent wachsen.

Wachstum erwarten Verlage auch durch die Zusammenarbeit mit neuen Vertriebsplattformen. So wollen 48 Prozent ihre redaktionelle Inhalte auch über Aggregatoren wie die Online-Kiosks Blende oder Pocketstory vertreiben, 49 Prozent setzen im Online-Bereich auf Distributionspartner wie Facebook mit seinen Instant Articles oder Angebote wie Apple News. Mit 59 Prozent sind mehr als die Hälfte gewillt, sowohl Aggregatoren als auch Distributed Content zu nutzen. Erhofft werden auch hier in erster Linie höhere Reichweiten, gefolgt von Markenpräsenz und neuen Erlösen. Als auffällig heben die Macher der Studie hervor, dass große Verlage (laut Studie Verlage mit Auflagen >100.000 Exemplaren) doppelt so häufig neue Plattformen nutzen wollen (65 Prozent) wie kleine (31 Prozent). Ein Grund dafür könne sein, dass nur zwölf Prozent der kleinen Häuser erwartet, dass die neuen Möglichkeiten auf die Marke einzahlen.

Abseits des Inhaltegeschäfts ist zu erwarten, dass Verlage in diesem Jahr auch ihre Aktivitäten im Bereich des E-Commerce ausbauen. Für 60 Prozent der befragten Medienunternehmen hat der Online-Handel von eigenen Webshops über Online-Marktplätze bis hin zu E-Learning-Plattformen mittlerweile eine „strategische Bedeutung“. Laut den Machern der Studie bedeute dies, dass E-Commerce als langfristiges Geschäftsfeld gesehen werde. Für 2016 werde der E-Commerce-Markt in Deutschland auf 65 Milliarden Euro Umsatzvolumen (+ 22 Prozent zum Vorjahr) geschätzt. Etwa zwei Drittel jener Verlage, die im E-Commerce ein Geschäftsfeld sehen, wollen sich den Markteintritt mithilfe von Kooperationen erleichtern, wenn es um Fragen der Organisation von Marktplätzen geht. In Fragen der Logistik will die Hälfte ohne Partner zurechtkommen. Gute Möglichkeiten gebe es vor allem im regionalen Markt, wo sich langsam auch der lokale Handel mit E-Commerce auseinandersetze. Verlage hätten erkannt, an diesen Stellen ihre Kompetenzen, beispielsweise in der Zustellung von Produkten, als Wettbewerbsvorteil nutzen zu können.

Für die Studie wandte sich die Unternehmensberatung Schickler im Zeitraum vom 14.12.2015 und 08.01.2015 an 250 Verleger und Geschäftsführer. Die Teilnahmequote betrug 28 Prozent (69 Antworten).

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