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„Keine Anzeige“: taz druckt CDU-Wahlplakat als Titelaufmacher

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Buzzer Kaum etwas ärgert den politischen Gegner mehr, als wenn man ihn mit Hilfe seiner eigenen, alten Forderungen bloßstellt. So gesehen bedient sich die taz bei ihrem heutigen Cover eines Klassikers unter den Polit-Kniffen. Das macht die Titelseite jedoch nicht weniger unterhaltsam.

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Auf ihrem Cover streichen die Genossen von der Tageszeitung der CDU aufs Brot, dass die offenen Grenzen innerhalb von Europa seit Jahrzehnten eines der Herzensprojekte der Union ist. Als Beweis drucken sie ein Wahlplakat aus dem Jahr 1984.

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Allerdings dürften sich die meisten Unionspolitiker dabei an einen weiteren alten Polit-Kniff erinnern: Einfach alles Alte verdrängen. Getreu dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

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Alle Kommentare

  1. Stimmt!

    Die Grünen wollen an ihren Kindersex auch nicht mehr erinnert werden, ebenso die Linken an den Schießbefehl …

    Aber das is was GANZ ANDERES …

    1. Ist vielleicht nichts gänzlich anderes, tut bloß bei der aktuellen politischen Diskussion um die Schließung der EU-Binnengrenzen und bei der Bewertung des taz-Covers reichlich wenig zur Sache – und um Letzteres geht es hier.
      Ein wenig mehr Sachlichkeit würde dem Meedia-Forum guttun, Herr Schabrunksi.

    2. Mal wieder FUD vom Erwin. Die Grünen haben die Pädophilie-Geschichten aus den 80ern aufwändig und prominent aufarbeiten lassen (von Franz Walter)

      So prominent, dass vor der Bundestagswahl 2013 die Medien alle zwei Wochen altbekannte Vorfälle mit längst aus der Partei geworfenen Ex-Grünen neu aufgelegt haben. Trotzdem haben die Grünen das Projekt durchgezogen.

      http://www.demokratie-goettingen.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-Zwischenbericht.pdf

  2. Dazu nur einige Zitat zum Thema »Meinung ändern«:
    Adenauer: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern
    Friedrich Hebbel: Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Joseph Joubert: Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit.
    Erich Kästner: Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.
    Gustav Knuth: Wer einen Standpunkt allzu lange vertritt, bekommt schiefe Absätze.
    James Russel Lowell: Nur die Narren und die Toten ändern niemals ihre Meinung.

    Das Plakat ist von 1984, über 30 Jahre alt, quasi von einer Vorgängergeneration. Die Frage ist, wer blamiert sich mehr durch die Veröffentlichung, die CDU oder die taz, die so olle Kamellen ausgräbt?
    Oder Meedia, weil Ihr denen noch hämisch beipflichtet?
    Wo wären wir denn, wenn CDU (und SPD, SED – Entschuldigung, Die Linke) nicht mal gelegentlich »alles Alte verdrängen würden« und sich der Zeit anpassen würden?
    Vielleicht werden demnächst noch Wahlplakate aus den 50er Jahren veröffentlicht? Oder Zitate vom alten Adenauer?

    Mal ganz abgehen davon: ich glaube kaum, dass die CDU im Prinzip in der Hinsicht ihre Meinung geändert hat (was unterstellt und angegriffen wird).
    1984, vielleicht wissen es es die Meedia- und Taz-Redakteure nicht (mehr), gab es noch die DDR, den Ostblock und den »Eisernen Vorhang«.
    Damals (1984) war mit »offenen Grenzen« sicher vor allem an Westeuropa und die damalige EG gedacht worden und an den freien Warenverkehr innerhalb der EG (man beachte den LKW auf dem Plakat). Die Außengrenzen der EG sollten ja weiter dicht bleiben.

    Aber besondere Umstände erfordern manchmal besondere Maßnahmen. Und Ausnahmen für besondere Umstände sind beim Schengen-Abkommen ja vorgesehen.

    Also was soll der Sturm im Wasserglas?

  3. WER hier im Forum, WER in den Medien, WER bei der taz…
    ——————————————————————————————
    war jemals gegen offene Grenzen in Europa? Man brauch einfach nur die alten taz-Kommentare gegen die Fremdenfeinde und gegen Grenzsicherung geht.

    Die taz will kleinlaut von ihrer eigenen, damals gutgemeinten „Welcome“-Kampagne ablenken und hämt jetzt gegen Merkel, die den Vorstellungen der taz entgegengekommen ist. Das weckt klammheimliche, fremdenfeindliche Instinkte. Oder findet die Redaktion die Titelseite nur „geil“, wie heute in der Konferenz?

    Zu Merkels Flüchtlingskurs gab es im Herbst engagierte taz-Kommentare, zähneknirschend zwar, aber doch von Herzen kommend. Doch jetzt ist Kehrtwende-Opportunismus angesagt, weil selbst der gütigste taz-Leser inkonsistent nervös wird. Taz titelt scheinheilig, fördert allerdings auch Flüchtlingsfeindlichkeit, wenn es deren Schutzengel Angela der Lächerlichkeit preis gibt. Ist der Preis diese Schlagzeile wert? Die steht ja bereits unkommentiert im Pegida-Blog.

    Ey – und was denkt der anonyme (!) Autor bei Meedia.de bei sich? Ach so – der zitiert ja nur mal so fremde Schlagzeilen, ohne sich zu outen. Ist ja auch Scheiße, so ein heimlicher moralischer Zwiespalt…

  4. Die Grenzen werden offen bleiben, ob nun mit CSU , taz oder ohne.
    Und das ist auch gut so.
    Die in der Zwischenzeit geäußerte „Drohung“ von Herrn Seehofer, die CSU-Minister aus Berlin abzuziehen, sollte sich an der Politik der Kanzlerin nichts im CSU-Sinne ändern … ich muß schon zugeben, dieser Gedanke hat was. Das wäre einen Versuch wert … Das würde ein wenig Bewegung in das sich ansonsten immer wiederholende Staatsschauspiel bringen.

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