SWR-Debatte: Dreyer beharrt auf AfD-Auschluss, Chefredakteur jammert über Politiker

Malu Dreyer (SPD) und SWR-Chefredakteur Fritz Frey
Malu Dreyer (SPD) und SWR-Chefredakteur Fritz Frey

Fernsehen Die rheinland-pfälzische Ministerpräsident Malu Dreyer (SPD) bleibt bei ihrer Weigerung, vor der Landtagswahl an einer TV-Debatte mit einem Vertreter der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) teilzunehmen. Damit wäre die Talkrunde inhaltlich gescheitert. Unterdessen kritisiert SWR-Chefredakteur Fritz Frey das Politiker-Verhalten und jammert, dass ihm bereits mehrmals das Konzept "zerschossen" wurde.

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„Die AfD hat sich stark radikalisiert“, erklärte Dreyer am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz machte deutlich: „Es gibt für mich deshalb gar keinen Grund, mich in eine ‚Elefantenrunde‘ zu setzen, in der die AfD anwesend ist, obwohl sie nicht Mitglied im Landtag ist.“ Zuvor hatte bereits Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betont, dass man der AfD „keine Bühne“ geben wolle. Auch in Baden-Württemberg – ebenfalls SWR-Sendegebiet – ist die AfD ausgeschlossen worden.

Wegen Dreyers Haltung hatte der SWR entschieden, dass in Rheinland-Pfalz nur die Spitzenkandidaten von SPD, CDU und Grünen zum Talk eingeladen werden. AfD, FDP und Linke sollten nur per Interviews eingespielt werden. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner hatte deshalb am Donnerstag schon abgesagt.

Während SWR-Intendant Peter Boudgoust, der die Entscheidungen der Parteien mit einem Zähneknirschen hingenommen hatte, an die Parteien appellierte, noch einmal zu beraten, beschwert sich Boudgousts Chefredakteur Fritz Frey im aktuellen Spiegel. „Die Parteien haben uns jetzt zweimal unser journalistisches Konzept zerschossen. Ich halte das für fatal. So muss doch der Eindruck entstehen, wir würden uns unsere journalistischen Sendungskonzepte von den Parteien diktieren lassen.“ Frey sei über das „Demokratieverständnis der Regierungsparteien“ verärgert. „Man möchte denen fast zurufen: Was seid ihr eigentlich für Schönwetterdemokraten, wenn ihr euch jetzt wegduckt, anstatt euch auf die Bühne zu begeben!“

Frey kritisierte insbesondere die Grünen. Die Partei hätte bei der Landtagswahl 2011 in Rheinland-Pfalz davon profitiert, dass auch Parteien in die Sendung eingeladen waren, die nicht im Landtag waren. „Wenn dieselbe Partei heute sagt, wir haben zwar damals von diesem Prinzip profitiert, aber heute sind wir gegen dieses Prinzip, weil es dem politischen Konkurrenten nutzt, dann ist das mehr als nur ironisch.“

Die mitregierenden Grünen in Rheinland-Pfalz zeigten sich am Freitag bereit, auch mit der AfD zu debattieren. „An uns rheinland-pfälzischen Grünen werden keine Wahlkampfdiskussionen zur Landtagswahl scheitern“, erklärten die Spitzenkandidaten Eveline Lemke und Daniel Köbler.

 

(ms/dpa)

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Alle Kommentare

  1. Ich hoffe,dass diese Undemokratin und Vorsitzende der Rundfunkkommission
    Dreyer die Antwort vom Wähler bekommt und in die Bedeutungslosigkeit verschwindet.
    Erstaunlich die offenen Worte vom Chefredakteur des SWR Fritz Frey,der den rot/grünen Parteien Diktatur—pardon– Diktat vorwirft.

    Dies muss auch einmal lobend erwähnt werden,dass nun ein Chefredakteur auch den Mut hat,das auszusprechen,was wir Bürger längst wissen!

  2. Winfried Kretschmann … ehem. Mitglied des KBW.
    Die haben PolPot und die RotenKhmer unterstützt und finanziert und haben während der Massenmorde Solidaritätsreisen nach Kambodscha gemacht.
    … dagegen war die ebenfalls vorgenommene Unterstützung Mugabes Kleingeld. 🙂

    1. ja das sind halt , bei grünen , linken roten , jugendsünden und wer das nicht kapiert wird eben von den gemeinten selbst und ihren in den staatssendern und anderen medien tätigen ,automatisch zum nazi erklärt.

    2. ja das sind halt , bei grünen , linken roten , jugendsünden und wer das nicht kapiert wird eben von den gemeinten selbst und ihren in den staatssendern und anderen medien tätigen ,automatisch zum nazi erklärt.

      antwort war, das hätte ich schon mal gesendet. ist wohl richtig. und ich sende es jetzt zum dritten mal und es wird wohl wieder nicht veröffentlicht.gruss

  3. Das übliche Schwarzer- Peter-Geschiebe, dasselbe Katz-und Mausspiel wie immer.

    Dem SWR wäre dabei nur zu wünschen, das er künftig mehr Katze ist – und weniger Maus.

    Herr Frey – respektive die gesamte Teppichetage des SWR – ergeht sich hier gehörig in Selbstmitleid aber die Ursache des jetzigen Dilemmas ist doch nicht, das SPD und Grüne eine Erpressung begangen haben. – Das wird die Politik immer versuchen, wenn sie eine Möglichkeit wittert

    Nein, das wirkliche Problem ist doch, das der SWR dieser nachgegeben hat.

    Die SPD und auch die Grünen, waren zu feige sich der Diskussion mit allen Parteien zu stellen. Also sind sie mit dem SWR so verfahren, wie es Ludwig Börne schon vor Jahrhunderten auf den Punkt brachte:

    „Das Geheimnis der Macht besteht darin, zu wissen, dass andere noch feiger sind als wir.“

  4. Mich stört das Verb „jammern“ im Zusammenhang mit der Kritik des SWR-Chefredakteurs Fritz Frey an der Haltung der Politiker im Zusammenhang mit AfD-Beteiligung an TV-Duellen. Ihrem Text entnehme ich, dass er gegenüber dem „Spiegel“ deutliche Worte für deren merkwürdiges Demokratieverständnis gefunden hat. Seine Meinung kann man teilen – oder nicht (ich teile sie). Ihm aber Jammern zu attestieren, bedeutet seine Kritik pejorativ, also negativ zu rahmen. Da Sie diesen Begriff in der Überschrift nutzen, ist damit die Lesart des Textes quasi vorgegeben. Seriös ist das nicht.

    1. Der SWR gießt mit Fleiß Wasser auf die Mühlen derer, die „schon immer gewusst“ haben, dass die Öffentlich-Rechtlichen „Staatsfernsehen“ sind (was natürlich Unfug ist). Wie kann man sich auf so einen Erpressungsversuch einlassen, anstatt sofort zu drohen, den Vorgang (die Einflussnahme von Dreyer und Kretschmann auf die Gästeliste) öffentlich zu machen. Ich vermute eher, dass es dem SWR zunächst ganz recht war, dass die AfD draußen bleibt. Insofern sind das jetzt wirklich Krokodilstränen, die Intendant Boudgoust und Chefredakteur Frey hier vergießen.

    2. Volle Punktzahl an Frau Geiler. Wer hochwertigen Journalismus fordert, sollte ihn auch selbst beherrschen!!!

  5. Man kann nur hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht nun endlich begreift, wie naiv und weltfremd seine Annahmen über die Segnungen des „öffentlich-rechtlichen“ Rundfunks bisher noch sind (vgl. Rundfunkurteil von 2007). Recht bald wird wegen der „Haushaltsabgaben“-Abzockerei für das teuerste Staatsfunk-System der Welt Gelegenheit für eine grundlegende Änderung der Rechtsprechung sein. Zwangsgebühren für von machtkorrupten Salon-Linken a la Reschke okkupiertes, einseitig andere Meinungen unterdrückendes Agitprop-TV verstoßen gegen Art. 1 GG – ich zahle nicht für Manipulation nach WDR-Art und für Schleimerei nach SWR-Art.

    Nur noch die richtig Doofen glauben an das von charakterlich verwahrlosten Parteibonzen und ihren journalistischen Günstlingen verbreitete Lügenmärchen vom „Rundfunk für alle“, von „Grundversorgung“ und „Ausgewogenheit“. Inzwischen besitzen breite Bevölkerungskreise die Qualifikation, selbst zu entscheiden, aus welchen Quellen sie sich informieren möchten und wofür sie ihr Geld ausgeben; sie müssen nicht – wie bei Hitler/Goebbels oder Honecker/Hager – am Nasenring geführt und von korrupten Propagandaknechten der jeweils Herrschenden (Goldhagen: „Willige Vollstrecker“) im Wege des „Nanny-Journalismus“ zur „richtigen“ Meinung erzogen und von der Wahrheit ferngehalten werden, weil die „beunruhigen“ könnte.

    Unbeschadet der Erwartung an das BVerfG wird man fragen müssen:
    Was ist das für ein Volk von Memmen und Deppen, das sich für das Staatsfernsehen auch noch abkassieren lässt? Warum sind die Funkhäuser noch in Betrieb, obwohl dort viel luxuriöser Platz für Flüchtlinge wäre?

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