Neue Übernahme-Gerüchte: „Die Twitter-Aktie ist schlecht – nicht das Unternehmen“

Tief, tiefer, Twitter: Der Absturz des 140-Zeichen-Dienstes nimmt kein Ende
Tief, tiefer, Twitter: Der Absturz des 140-Zeichen-Dienstes nimmt kein Ende

Digital Economy Die Spatzen pfeifen es wieder von den Dächern: Jemand sollte Twitter kaufen. Nach dem dramatischen Börsencrash, der in der Spitze inzwischen 80 Prozent an Wert vernichtete, erleben die Übernahmegerüchte eine Renaissance und bescherten dem 140-Zeichen-Dienst gestern einen kurzen Höhenflug, der schnell wieder verebbte. Angesichts der ermäßigten Bewertung von inzwischen nicht einmal mehr 12 Milliarden Dollar könnten sich die Spekulationen in Zukunft wiederholen.

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Eine Überraschung ist es nicht – höchstens, dass es so lange gedauert hat: das neuste Gerücht um eine Übernahme des strauchelnden Social Media-Lieblings Twitter. Seit den Nullerjahren geht das so: Apple könnte Twitter kaufen. Google sollte Twitter kaufen. Passiert ist bis heute – nichts.

Als neuster möglicher Käufer wurde gestern für eine knappe Stunde Rupert Murdochs Medien-Imperium News Corp. gehandelt. Die angeschlagene Twitter-Aktie, die 2016 bis zu dem Zeitpunkt der Gerüchte schon wieder über 30 Prozent an Wert eingebüßt hatte, legte darauf eine kleine Kursexplosion hin.

In der Spitze schoss Twitter um 14 Prozent nach oben, ehe das Absehbare passiert: News Corp. dementierte – die kurzfristigen Gewinne lösten sich fast wieder in Luft auf; am Ende blieb ein Plus von 4 Prozent. Rupert Murdoch wird dem angeschlagenen 140-Zeichen-Dienst also nicht zu Hilfe kommen. Und doch könnten die gestrigen Gerüchte der Auftakt zu neuen Turnaround- oder Übernahme -Spekulationen sein.

Twitter-Aktie implodiert brutal – Wert in drei Monaten halbiert

Twitter befindet sich praktisch seit dem Börsengang im November 2013, der vollkommen überzogene Erwartungen weckte, in einem endlosen Abwärtstrend, der vom Allzeithoch bei über 70 Dollar Ende 2013 bis zum erneuten Allzeittief gestern bei rund 15 Dollar unfassbare 80 Prozent an Wert vernichtet hat. Allein in den vergangenen drei Monaten hat sich das Papier beim Sturz von über 31 Dollar mehr als halbiert!

Das bedeutet auch: Twitters Börsenwert wurde von knapp 50 Milliarden Dollar auf gerade mal 12 Milliarden Dollar pulverisiert – in der Spitze wurde Twitter gestern zum Allzeitteif bei 15,48 Dollar nur noch mit ganzen 10,57 Milliarden Dollar bewertet.

„Die Twitter-Aktie ist schlecht – nicht das Unternehmen“

Angesichts von Jahreserlösen deutlich oberhalb von 2 Milliarden Dollar und einem Umsatzwachstum, das mit zuletzt 58 Prozent immer noch deutlich dynamischer als das von Facebook, Alphabet oder auch Amazon ausfiel, ist das ein Niveau, das Begehrlichkeiten wecken könnte – bei Anlegern, einem neuen Großaktionär (Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer investierte im Oktober zu doppelt so hohen Kursen) oder einem potenziellen Käufer.

„Die Twitter-Aktie ist schlecht – nicht das Unternehmen“, fasst der Hedgefondsmanager Doug Kass die aktuelle Marktmeinung zusammen. Einen weiteren Anlauf, die Stimmung zu drehen, bekommt CEO Jack Dorsey Anfang Februar bei Vorlage der nächsten Quartalsbilanz. Die ersten beiden Male endeten bekanntermaßen im Debakel.

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