DuMont-CEO Bauer zur Zukunft des Berliner Verlags: „Das wird nicht ohne Schmerzen gehen“

Christoph Bauer, CEO der DuMont Mediengruppe, zu der auch der Berliner Verlag gehört
Christoph Bauer, CEO der DuMont Mediengruppe, zu der auch der Berliner Verlag gehört

Publishing Seit 1. Januar ist der Berliner Verlag zu 100 Prozent im Besitz der DuMont Mediengruppe. Am Dienstag gab CEO Christoph Bauer in der Hauptstadt einen Neujahrsempfang, bei dem er sich auch zur Zukunft der Blätter Berliner Kurier und Berliner Zeitung äußerte. Mit Blick auf die angestrebte Kooperation mit Funke und dem Tagesspiegel hat der Manager nach Aussage von Teilnehmern deutlich gemacht: "Das wird nicht ohne Schmerzen gehen."

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DuMont, der zu Holtzbrinck gehörende Tagesspiegel und die Funke Mediengruppe (Berliner Morgenpost) verhandeln seit Monaten über eine Kooperation in verschiedenen Verlagsbereichen wie Technik, Buchhaltung und Anzeigenvermarktung, um die Betriebe finanziell zu entlasten. Alle drei Blätter haben im traditionell schwierigen Berliner Zeitungsmarkt zu kämpfen. DuMonts Berliner Verlag schloss das vergangene Geschäftsjahr mit acht Millionen Euro Verlust ab. Vor allem der Mindestlohn sorge für hohe Belastungen, heißt es aus Verlagskreisen.

In die verlagsübergreifende Zusammenarbeit legen Bauer und sein Management große Hoffnungen. Bisher stellt sich aber das Bundeskartellamt den Verlagshäusern in den Weg. Doch Bauer ist (noch) zuversichtlich, dass diese Hürde genommen werden kann. Denn er und seine Mitstreiter erwarten die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Lockerung des Wettbewerbsrechtes, nach dem „die Möglichkeiten der betriebswirtschaftlichen Zusammenarbeit von Verlagen unterhalb der redaktionellen Ebene“ erleichtert werden sollen. Die Regierungskoalition aus Union und SPD wolle damit „den Gefahren für die Pressevielfalt im Umbruch der digitalen Medienlandschaft begegnen“.

Wann die Reform zu erwarten ist, ist derzeit noch unklar. Ein Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium werde im zweiten Quartal erwartet, heißt es. Dann werde geschaut, was in Berlin möglich ist. Wie weiter zu hören ist, scheint Bauers Zuversicht aber auch allmählich zu bröckeln. Kommt der Referentenentwurf bis Jahresmitte nicht, rechne Bauer aufgrund des anstehenden Bundestagswahlkampfes nicht mehr mit einer Umsetzung des Vorhabens in dieser Legislaturperiode.

Sollten die Kooperationspläne zur Umsetzung kommen, werde diese keine Wochen, sondern vermutlich zwei bis drei Jahre dauern, soll Bauer in Berlin weiter erklärt haben. Es solle für alle Parteien „verträgliche Lösungen“ geben. Bauer machte aber auch klar: „Das wird nicht ohne Schmerzen gehen.“ Wie genau die Schmerzen aussehen könnten, präzisierte der Konzernchef dem Vernehmen nach nicht.

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