Anzeige

Edelman-Trustbarometer: Klassische Medien verlieren an Vertrauen, Online-Medien legen zu

Das Misstrauen gegen die klassischen Medien schreitet in Deutschland immer weiter voran. Zu diesem Ergebnis kommt das jährliche Trustbarometer von Edelman. Die PR-Profis beobachten einen massiven Vertrauensverlust bei Zeitungen und TV-Sendern. Dagegen konnten die Online-Medien in Fragen Reputation erheblich zulegen.

Anzeige

„War sich Gerhard Schröder in seiner Zeit als Bundeskanzler noch sicher, dass er zum Regieren nicht mehr brauche als ‚Bild, BamS und Glotze‘, zeichnet das Edelman Trust Barometer heute ein anderes Bild“, heißt es in der Analyse. Innerhalb der vergangenen fünf Jahren büßten die Traditionsmarken beim Vertrauen sechs Prozentpunkte ein. Sie erreichen nun einen Wert von 57 Prozent.

Mit 56 Prozent haben die Suchmaschinen die klassischen Medien fast eingeholt. „Besonders augenfällig ist in diesem Jahr der rapide Vertrauensgewinn von Medien, die nur im Internet erscheinen, die nun 46 Prozent der Befragten für glaubwürdig halten (plus elf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr, seit 2012 plus 16 Prozentpunkte)“, heißt es in dem Bericht.

Nach Einschätzung der Autoren dürfte dieser Trend anhalten. Als Beleg dafür ziehen sie die Mediennutzung der Millennials sowie deren Einstellung zu den Medienangeboten heran. Die Gruppe der zwischen 1980 und 1999 geborenen „Digital Natives“, nähert sich schon heute mit einer gänzlich anderen Einstellung den unterschiedlichen Mediengattungen.

So genießen in der Generation Y Suchmaschinen mit 59 Prozent das höchste Vertrauen. Darauf folgen die traditionellen Medien (55 Prozent) und dann die Marken, die nur im Internet erscheinen (53 Prozent).

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung unterscheiden sich die Millennials vor allem auch in ihrem Umgang mit Owned Media, also Informationen von Unternehmenswebsites oder von Corporate Magazinen. „Unter den jungen Menschen sagen 43 Prozent, dass sie diesen Medien vertrauen, zehn Prozentpunkte mehr als in der allgemeinen Bevölkerung. Der Aufbau eigener Medien-Plattformen und -Kanäle sowie eine Strategie für Suchmaschinenoptimierung sind vor diesem Hintergrund Investitionen in die Zukunft der Kommunikation“, heißt es in der Studie.

Vor allem in PR-Agenturen und bei CP-Dienstleistern dürfte dieser Satz schon bald zur Standard-Ausstattung jeder Basis-Präsentation gehören.

Anzeige