Werbejahr 2015: Nur Zeitungen und Publikumszeitschriften liegen unter den Umsätzen des Vorjahres

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Das Jahr 2015 hat den deutschen Medien laut Nielsen ein Plus von 3,5% bei den Brutto-Werbeumsätzen beschert. Vor allem für die Werbung auf mobilen Geräten und in Kinos ging es prozentual gesehen nach oben, aber auch Fernsehen und Out-of-Home-Werbung legten kräftig zu. Die beiden einzigen Verlierer des Jahres sind die Publikumszeitschriften und die Zeitungen.

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29,2 Mrd. Euro setzten die von Nielsen erfassten Medien im Jahr 2015 mit Werbung um – brutto versteht sich, also ohne Miteinberechnung von Rabatten, Gegengeschäften, etc. Über die wissen schließlich nur die jeweiligen Medien, Vermarkter und Mediaagenturen Bescheid. 47,2% des Gesamt-Umsatzes geht auf das Konto des Fernsehens. Auch ein gehöriger Anteil des Wachstums: So steigerten sich die untersuchten Sender von 13,07 Mrd. auf 13,78 Mrd. Euro – also um 5,5%.

Prozentual noch besser schnitten 2015 die Branchen Out of Home, Kino und Mobile ab. Die Außenwerbung verbesserte ihre Brutto-Umsätze um 9,7%, die Kinos um 20,2% und die Reklame auf mobilen Geräten steigerte sich um 58,1%. Mit 159,8 Mio., 31,4 Mio. und 32,8 Mio. Euro gehören die drei Segmente allerdings zu den kleineren Playern im Werbemarkt.

Die größeren Segmente Zeitungen und Publikumszeitschriften landeten hingegen unter dem Vorjahr. Die Zeitungen büßten 0,2% ein, die Publikumszeitschriften 1,8%. Fachzeitschriften und Internetmedien stagnierten mit einem kleinen Plus von 0,5% und 0,1%.

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Am meisten geworben wurde auch im Jahr 2015 wieder für Autos: 1,72 Mrd. Euro verbuchte Nielsen auf das Brutto-Konto der PKW-Industrie – das waren allerdings 5,4% weniger als 2014. Die nächsten Branchen im Werbeumsatz-Ranking sind der E-Commerce mit 1,69 Mrd. Euro, Zeitungen mit 1,41 Mrd. (das dürften vor allem Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte sein, für die wenig bis gar kein Geld geflossen ist), sowie Online-Dienstleistungen (1,32 Mrd.) und Arzneimittel (1,06 Mrd.).

Größter Werbungtreibender bleibt Procter + Gamble mit 564,1 Mio. ausgegebenen Euro, dahinter folgen L’Oreal mit 394,8 Mio. und die Media-Saturn-Holding mit 394,2 Mio. Um satte 30% gesteigert hat seine Brutto-Ausgaben Lidl – auf nun 296,3 Mio.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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