„Aufzeigen, dass und wie Rechtsextreme Jagd auf Journalisten machen“: DJV startet Augenzeugen.info

DVJ-Boss Frank Überall
DVJ-Boss Frank Überall

Das Thema könnte aktueller kaum sein. Vor zwei Tagen rief die Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling u.a. dazu auf, die Eliten aus den Pressehäusern zu prügeln. Am heutigen Mittwoch startet der Deutsche Journalisten Verband nun sein Blog-Projekt Augenzeugen.info, das Journalistinnen und Journalisten zu Wort kommen lassen will, "die Opfer von rechtsextremer Gewalt wurden oder Übergriffe auf Journalisten miterlebt haben".

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Die Augenzeugenberichte sollen sowohl in Wort, Bild und Videos festgehalten werden. Zudem sind Interviews mit Experten und Politikern geplant. Zum Start bietet das Blog einen eindringlichen Text vom DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall („Pegida brutal (nicht nur) in Köln: Knalltrauma, Schnittwunden, blaue Flecken“), dazu gibt es ein Interview mit Jörg Zajonc, Geschäftsführer und Chefredakteur von RTL West. In Sachen Augenzeugenberichte bietet das Blog bislang einen Text. Er kommt von Marcus Arndt über eine Pegida-Demonstration in Duisburg.

Der neue Bundesvorsitzende des DJV, Frank Überall, meint eine klare Tendenz erkennen zu können, dass einige Rechte Journalisten immer öfter zu Zielscheiben ihres Hasses auserkoren hätten. Gerade im Umfeld von Pegida-Demonstrationen war in der Vergangenheit immer wieder über Übergriffe auf Journalisten berichtet worden. Am Montag dann folgte der Aufruf von Festerling. Im Zuge dessen liegt mittlerweile eine Anzeige wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten vor, die von der Staatsanwaltschaft geprüft wird.

Zum Start schreibt Überall über die Zunahme der Gewaltbereitschaft gegen Journalisten: „Seit mehr als 20 Jahren berichte ich über Aufmärsche von Rechtsextremen und Rechtspopulisten. Angenehm war das nie. Aber was man in diesen Monaten bei solchen Demonstrationen erlebt, stellt alles in den Schatten“.

Der DJV-Chef ist auch Initiator des Projektes: „Viel zu lange haben Politik, Polizei und weite Teile der Öffentlichkeit über die Entwicklungen am rechten Rand der Gesellschaft hinweg gesehen. Hier artikulieren sich erklärte Gegner unserer demokratischen Werte.“ Augenzeugen.info will nun aufzeigen, dass und wie Rechtsextreme Jagd auf Journalisten machen – mitten in Deutschland. „Die Politik nimmt das Problem immer noch nicht wahr. Das wollen wir ändern.“

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Alle Kommentare

  1. Naja die Linkspartei warb mit blutigem Fallbeil-damit wollen sie anscheinend Kapitalisten legen.Aber die dürfen das!

  2. Dem DJV laufen die Mitglieder scharenweise davon, die Beitragseinnahmen sinken von Jahr zu Jahr überproportional. Allein der Landesverband Nordrhein-Westfalen hat in einem Jahr ca. tausend Mitglieder verloren; wenn das so weiter geht, kann um 2020 herum der Letzte das Licht ausmachen. Eine Trendumkehr ist nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil wird immer klarer, dass knapp 400 (!) Euro Jahresbeitrag verschenktes Geld sind, schon weil die (Gegen-) Leistung fehlt.

    In dieser Lage neigt der luxuriös alimentierte „Gewerkschafts“-Funktionär zur Panik wegen seiner Pfründe, gern auch zu theatralischem Selbstmitleid. Freilich darf es nichts kosten; der immer weiter steigende Löwenanteil der (Noch-) Einnahmen des DJV geht an Dutzende Angestellte, von denen man nicht weiß, was sie tun. Für „Sacharbeit“ reicht’s nicht mehr.

    Das erklärt das Projekt „Augenzeuge“ (was haben die eigentlich vorher gemacht?) – kostenlos, sinnlos, charakterlos, eine Art Denunzianten-Hotline für Hungerleider, die keine Abnehmer für ihre doch recht subjektiven Berichte von der ideologischen Front finden. Wer von der Antifa niedergeknüppelt wird, hat halt Pech gehabt?

    Ein einziger (!) Bericht handelt eher von Mücken, die Elefanten sein sollen; der Vorsitzende wehklagt in einem Besinnungsaufsatz über die Schlechtigkeit der Welt. Nachrecherchierbar ist nichts davon, denn dann würde es Strafanzeigen wegen §§ 185 ff. StGB hageln und einstweilige Verfügungen dem „Kampf gegen Rechts“ und der Fantasie journalistischer „Opfer“ ein jähes Ende setzen. Was übrig bleibt, ist die übliche tatsachenfreie wolkige Stimmungsmache gegen Leute, die eine andere politische Meinung haben und sich den „Leitmedien“ verweigern. Für die Straftaten, die es wirklich gibt, ist nicht der „Pranger“ des DJV nach Nazi- und Stasi-Vorbild, sondern die Justiz zuständig.

    Warum Meedia über die Totgeburt „Augenzeuge“ berichtet, erhellt sich nicht. In einem halben Jahr sollte man jedenfalls einmal nachschauen. Es wird kommen, wie stets beim DJV: Viel Lärm um nichts.

  3. Und wer denkt überhaupt an die rechte gewalt der staat und die merheit der bevölkerung jedenfalls nicht! und immer ist das geschrei ganz groß wenn ein Nazi was auf die schnauze bekommt. Aber wenn die Nazis terror machen ist das allen scheiß egal!.

  4. Ist der Böllerpressenheini da auch dabei? Kann man den da melden oder den von RTL, der da als infiltrierter bei Pegida auftrat? Oder ist das hier nur für linksgrüne „Qualitätspresse“ gedacht? Sind hier auch die verharmlosenden neuen Feministinnen meldbar, die die Tagespressen mit ihren Jubelarien vollmüllen? Was ist mit diesen ganzen linken Gewerschaftsjournalistenschrott, was da in erster Reihe rumgröhlt (und im übertragenen Sinne die Steine schmeißt und Autos abfackelt)?

    Fragen über Fragen.

  5. Ich habe den nachfolgenden Kommentar zwar heute bei meedia.de bei einem anderen Artikel eingestellt, aber hier ist er angesichts eines solchen erschreckenden Ausmaßes von Journalistenverachtung viel passender:

    Liebe meedia-Redaktion, bitte verschonen Sie einen langjährigen interessierten Leser wie mich (Redakteur im Ruhestand) endlich mit den widerwärtigen Kommentaren aus der Pegida-, Compact- und Kopp-Ecke. Die „Lügenpresse“-Fraktion kann sich von mir aus auf ihren einschlägigen verschwörungstheoretischen Seiten austoben, aber bitte nicht mit Hetzkommentaren auf einem seriösen Medienportal. Oder will meedia.de auf diese Weise möglichst viele Klicks erzeugen – auch auf die Gefahr hin, dass die Hetze immer mehr Lesern auf die Nerven geht?

    1. Für einen Journalisten ist die Forderung, andere Meinungen aus dem öffentlichen Diskurs zu entfernen und nur noch eine Ansicht – lassen Sie mich raten: die rot-grüne? – überhaupt zu Wort kommen zu lassen, schon etwas unprofessionell; so etwas wird gemacht, aber doch nicht zugegeben. Sind Sie sicher, dass Sie nicht Teil des Problems der Medienindustrie sind, der lt. Umfragen eine breite Mehrheit nicht mehr traut, aber jede Lüge zutraut?

      Offenbar haben Sie Schwierigkeiten mit dem Respekt vor Andersdenkenden und dem Gebot der Pluralität als liberalem abendländischen Grundwert.

      Jeder darf alles meinen und sagen, muss aber gar nichts. Jeder darf „Gutmensch“ und jeder darf „Pack“ sein, nur Gewalt bei der Meinungskundgabe ist unzulässig. Ob organisiertes „Totschweigen“ (wie Köln Hbf. im Staats-TV) Gewalt ist, hat das BVerfG noch nicht geklärt. Niemand muss zuhören oder lesen, niemand muss Medien kaufen, niemand darf am Kauf von Medien gehindert werden Jeder darf Journalisten glauben, jeder darf ihnen misstrauen. Niemand schuldet irgendjemandem Rechenschaft über seine Meinung. Jeder darf jeden „liebhaben“, jeder darf jeden „hassen“.

      Niemals darf eine Mehrheit der Minderheit den Mund verbieten. Denn es gilt: Anything goes!

    2. Doch doch @wm1948: Dein Schreibverbot für unliebsame, nicht ins eigene Weltbild passende Kommentare ist schon beim anderen Artikel zu lesen gewesen. Wortwörtlich. Ich finde einige der Beiträge hier, die auf den alternden DJV (auch in Bayern sind fast nur ältere, oft verrentete Journalisten aktiv) hinweisen und gleichzeitig darauf, wo man sich darüber beschweren kann, wenn man von der unglaublich gewälttätigen Antifa verletzt und bedroht wurde, sehr wichgtig. Haben Sie da – ausser Ihren Gemeinplätzen eines Redakteurs im Ruhestand (dann dürften Sie 68er sein…da weiß man ja, was man hat) – etws konstruktives hinzuzufügen? Oder wollen Sie nur auf diejenigen Organisatoren und Bürger, die sich unter der …gida-Fahne vereinen oder bei der AFD zu hunderttausenden landen, losgehen? Ich finde es eine unglaubliche Leistung, wenn überhaupt leute etwas organisieren und auf die Straße gehen. Das ist mehr als die bräsigen Bürger und Poster leisten. Wenn man ans Zusammentragen von Informationen denkt, kann man guten Gewissens ab und zu bei Pegida vorbeischauen, denn dort wird von 200.000 und mehr Leuten bun desweit alles gesammelt, was in den Medien berichtet wird. Die Posts aller Couleur darunter kann man sich sparen. Aber was aus Medien und anderen Quellen direkt verlinkt wird, dürfte dem entsprechen, was der DJV grade vorhat… Man wird sich das anschauen… vielleicht könnte es das Muster für eine anonyme Melde-Böre über das, was bei öffentlich-rechtlichen Sendern alles abgeht, sein oder bei anderen (wie man sieht unfähigen) Behörden, in Parteien, Ämtern und und und.

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