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„Aus der Zeit gefallen“: Süddeutsche Zeitung streicht Sonderseiten von Jetzt

Stefan Plöchinger gestaltet jetzt, das Angebot für junge Leser der SZ, neu
Stefan Plöchinger gestaltet jetzt, das Angebot für junge Leser der SZ, neu

Vor wenigen Wochen kündigte SZ-Digitalchef Stefan Plöchinger an, jetzt.de, das Online-Magazin der Süddeutschen Zeitung, rundum zu erneuern und stärker an die Bedürfnisse der jungen digitalen Zielgruppe anzupassen. Dafür werden zunächst die jetzt.de-Seiten in der gedruckten SZ gestrichen. Diese seien nicht mehr zeitgemäß, so die Redaktion.

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„Muss eine Zeitung, die in dieser neuen Zeit neue Leser sucht, nicht in ihrer Summe jünger sein, statt zwei Seiten gebündeltes Jungsein pro Woche zu drucken? Und wer liest diese Seiten eigentlich: mehr Junge, für die sie mal erfunden wurden, oder mehr Eltern und Großeltern?“ Diese Fragen habe sich die jetzt.de-Redaktion gestellt, erklärt sie in der Süddeutschen Zeitung (Paid Content), und sei zu dem Entschluss gekommen: „Die jetzt-Seiten als Inseln in der SZ sind aus der Zeit gefallen.“

Bislang erschien in der SZ Montags bundesweit und Mittwochs für München jeweils eine jetzt-Seite. Damit ist ab sofort Schluss – dennoch sollen jetzt.de-Inhalte weiterhin in den gedruckten Ausgaben erscheinen. Auch nach dem Relaunch und der Modernisierung bleiben „Reportagen und Interviews, Porträts und Nachdenktexte“ werden nach wie vor „das Herzstück von jetzt.de“ bleiben. Schließlich sei es keineswegs so, dass „dass im Internet am liebsten nur Zehnzeiler gelesen werden“. Die besten Inhalte sollen auch künftig in der SZ gedruckt werden – allerdings auf verschiedensten Seiten der Zeitung.

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Wie die jetzt.de-Redaktion außerdem verkündete, wird es vier- bis fünfmal im Jahr ein beigelegtes monothematisches Magazin in der Süddeutschen Zeitung geben. Die erste Ausgabe der Zeitungsbeilage beschäftigt sich mit dem Thema „Reset – wie erfindet man sich im Leben neu?“ und erscheint im März. Zwar bieten diese Neuerungen sowohl der SZ als auch jetzt.de eine erhöhte Flexibilität. Doch gleichermaßen sind durch die Reduzierung der gedruckten Inhalte als Beilage auch Sparmaßnahmen der SZ denkbar. Es könnte also sein, dass das Mutterhaus beim „freiwilligen“ Verzicht der Jugend-Redaktion auf die Sonderseiten nachgeholfen hat.

Im Dezember 2015 hatte Stefan Plöchinger erklärt, der Grund für die Rundumerneuerung seien „eindeutig erodierende Nutzerzahlen„. Das Verhalten der jungen Leser habe sich geändert und darauf müsse man reagieren. Von Jugendangeboten wie Ze.tt oder bento soll sich jetzt.de aber dennoch abheben. Schließlich seien auch oder gerade die Millennials politisch deutlich interessierter als oftmals angenommen und bräuchten „eine geistige Heimat des Weltoffenen, des Weltenöffnens“.

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Alle Kommentare

    1. Welche abenteuerliche Interpunktion? Die Kommata sind an der richtigen Stelle. Vielleicht wäre „jetzt“, also in Anführungszeichen, hilfreicher gewesen. Wenn es bei „jetzt“ nicht um die Marke ginge, sondern um das Synonym für „derzeit, heute“ hätten Sie Recht, dann käme dort kein einziges Komma hin.

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