Harper’s Bazaar zieht um: Burda bündelt Luxus-Magazine in München

Künftig alle Luxus-Titel unter einem Dach: BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz
Künftig alle Luxus-Titel unter einem Dach: BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz

Bye, bye Berlin: Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Marktstart der deutschen Ausgabe zieht Harper's Bazaar aus der Hauptstadt nach München, wo Burda die Zeitschrift ins Reich seiner dort ansässigen Magazine Elle und Elle Decoration integriert. Im Zuge der Bündelung des Luxus-Segments wird es auch Kündigungen geben. Rund 15 Jobs sollen betroffen sein. Gleichzeitig soll digital aufgerüstet werden.

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Von der Konzentration der drei Titel an der Isar verspricht sich Burda auch einen Schub für die  Weiterentwicklung digitaler Produkte. Wie es heißt, werde Harper’s Bazaar dort von der digitalen Kompetenz und der Infrastruktur der BurdaStyle-Zentrale profitieren, die neben übergreifenden Abteilungen wie Marketing oder Vertrieb auch das digitale Produktmanagement unter einem Dach vereint. Redaktionsübergreifende Labs wird sollen marken-übergreifend Synergien zu heben, beispielsweise in der Grafik, vor allem aber im Digitalbereich.

Gegenüber den Mitarbeitern kündigte der Verlag an, die Redaktionsstrukturen von den Chefredakteurinnen Sabine Nedelchev (Elle) und Kerstin Schneider (Harper’s Bazaar) neu zu ordnen. Einem Stellenabbau in printnahen Bereichen beider Redaktionen stünden dabei Investitionen und Stellenaufbau im Digitalsegment gegenüber. Dies gilt als Teil der von Publishing-Vorstand Philipp Welte forcierten Strategie des digitalen Wachstums. Die beiden Luxus-Titel sowie der Ableger Elle Decoration werden im 50:50-Joint Venture mit dem US-Verlag Hearst betrieben. Kerstin Schneider, ehemals langjährige Elle-Modechefin, hatte das Magazin von der exzentrischen Gründungschefin Margit J. Mayer erst im Januar vergangenen Jahres übernommen.

Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz über die Maßnahme: „Durch die Vernetzung unserer Kompetenzen werden wir künftig noch besser auf die sich im Zuge der Digitalisierung wandelnden Ansprüche von Konsumenten und Werbekunden eingehen können. Elle ist Marktführerin im High-End-Segment der monatlichen Frauenzeitschriften; auch digital erzielen wir dank unserer Offensive seit einem Jahr sehr erfreuliche Ergebnisse. Harper’s Bazaar verzeichnet nach zwei Jahren in Deutschland positive Umsatzentwicklungen im Vertriebs- und Anzeigenmarkt. Hier sehen wir noch Potenzial, das wir in München effizienter erschließen können.“

Obwohl Harper’s Bazaar in Deutschland seit Januar 2014 wieder regelmäßig erscheint, meldet Burda erst seit dem zweiten Quartal 2015 die Auflagen an die IVW. Im zweiten und dritten Quartal lag die verkaufte Auflage bei etwas über 85.000 Exemplaren. Nur etwa die Hälfte davon geht aber auf das Konto der beiden aussagekräftigsten Kategorien Abonnements (III/2015: 20.071) und Einzelverkauf (23.878). Der Rest kommt vor allem durch Lesezirkel (18.010) und Bordexemplare (22.780) zustande.

Elle verkaufte sich im dritten Quartal 2015 noch 186.948 mal pro Ausgabe. Im Vergleich zum Vorjahr gingen dabei rund 10.000 Exemplare verloren, im Vergleich zu III/2013 über 23.000. Während die Zahl der Abos sogar leicht wächst, verliert Elle vor allem am Kiosk: Der Einzelverkaufswert liegt nur noch bei 67.140, zwei Jahre zuvor waren es noch 88.679 Exemplare. Auch bei Elle kommt ein großer Teil der verkauften Auflage aus den Lesezirkeln (33.766) und den Bordexemplaren (50.550).

 

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