Kino-Vorschau: Filme, die uns 2016 bewegen werden

Von „Star Wars: Rogue One“ bis „Snowden“: Diese Filme laufen 2016 in den Kinos
Von "Star Wars: Rogue One" bis "Snowden": Diese Filme laufen 2016 in den Kinos

2015 war ein gutes Jahr für die Kino-Industrie. Blockbuster wie "Spectre" und "Star Wars: Das Erwachen der Macht" sorgten für volle Kassen. Schräge Hits ("Mad Max: Fury Road", "Minions") waren ebenso dabei wie knallhart kalkulierte Business-Erfolge ("Fifty Shades of Grey", "Jurassic World"). 38 Milliarden Dollar nahm die Industrie 2015 weltweit ein, allein in China wuchsen die Einnahmen um fast 50 Prozent! Was erwartet uns 2016?

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Von Thomas Weiß

Es sind fette Jahre für US-Kinoproduzenten. Die großen Studios scheinen wieder einige Formeln gefunden zu haben, um ein großes Publikum anzulocken – und generieren dabei durch Spin-offs, Prequels, Ableger-TV-Serien und auf den chinesischen Markt zugeschnittene Werke noch mehr Cash. Sequels und Superhelden waren 2015 eine sichere Bank. Zwei Studios, Disney und Universal, bekamen das größte Stück vom Kuchen ab, durch Filme wie „Furious 7“, „Avengers: Age of Ultron“ und natürlich „Star Wars“. Vermutlich wird auch 2016 ein gutes Kinojahr für die Kinoverleiher werden. MEEDIA blickt auf die interessantesten Kino-Kandidaten des Jahres.

„Dr. Strange“

Dt. Kinostart: 27.10.2016

Worum geht’s?
Neurochirurg Stephen Strange hat einen schlimmen Autounfall, der seine Karriere beendet und ihn auf neue Wege in alternative, magische Welten führt. Der bislang ziemlich unbekannte Charakter aus dem Marvel-Universum wird gespielt von Benedict Cumberbatch, der schon in „Star Trek“ und „Der Hobbit“ Erfahrung mit Franchises sammelte.

Was muss ich wissen?
Eine Vielzahl von Superhelden-Geschichten prasselt 2016 auf uns herab. Von „Deadpool“ mit Ryan Reynolds über „X-Men: Apocalypse“, „Suicide Squad“ mit Will Smith, „Captain America: Civil War“ bis hin zum spektakulären „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ mit Ben Affleck. Bislang dominierten vor allem die zu Disney gehörenden Marvel Studios den Markt der Superheldenfilme. Jetzt will auch DC Comics mitmischen, der Verlag, der einst Charaktere wie Superman und Batman ersann. Er ist 2016 mit den genannten „Suicide Squad“ und „Batman V Superman“ vertreten.

MEEDIA-Prognose:
Schon einmal wurde die obskure Marvel-Geschichte von Dr. Strange verfilmt, 1978. Das Lexikon des internationalen Films unterteilte damals: „Dramaturgisch und tricktechnisch niveauloser Fantasy-Film, gedacht als Pilotfilm einer Fernsehserie.“ Diesmal stehen die Chancen besser. Der obskure Charakter könnte die inzwischen etwas zu sehr ausgetretenen Pfade der Marvel-Mega-Verfilmungen verlassen und einen neuen Twist bieten. Wie Marvel-Studios-Präsident Kevin Feige erklärte: „Dr. Strange ist sehr wichtig für uns… Er wird eine völlig neue Welt des Geschichtenerzählens für uns eröffnen.“ Der Superhelden-Trend geht also weiter, unterfüttert auch durch zahllose TV-Serien aus dem Marvel-Universum wie „Jessica Jones“ oder „Daredevil“.

„The Big Short“

Dt. Kinostart: 14.1.2016

Worum geht’s?
Eine Gruppe von US-Immobilienmaklern sieht die weltweite Finanzkrise von 2007/2008 voraus und versucht aus diesem Wissen Kapital zu schlagen.

Was muss ich wissen?
Laut Wirtschaftsmagazin „Economist“ der wirklich erste Film, der das komplexe Thema Finanzkrise exzellent erklärt: „Hollywood war sich lange uneins über die Wallstreet. Endlich hat es eine phantastische Story über die Welt der Finanzen zu erzählen,“, schreibt die Zeitschrift. Die Filme „Wall Street“ und „The Wolf of Wall Street“ konzentrierten sich auf charismatische Schurken und erzählten nur oberflächlich von Hintergründen. Hier werden sie erklärt, mit skurrilen Einblendungen, etwa von Koch-Star Anthony Bourdain, der „besicherte Schuldverschreibungen“ durch einen Fisch-Eintopf anschaulich macht. Im Stile der Serie „House of Cards“ sprechen einige Hauptpersonen den Zuschauer sogar direkt an. Stars wie Ryan Gosling, Steve Carell, Christian Bale und – in einer grandiosen Nebenrolle – Brad Pitt sind dabei.

MEEDIA-Prognose:
Sicher kein großer kommerzieller Hit, aber jeder, der sich eine Erklärung der Finanzkrise erwartet, die nicht dröge daherkommt, ist hier gut aufgehoben.

„Ein Hologramm für den König“

Dt. Kinostart: 28.2.2016

Worum geht’s?
Ein US-Geschäftsmann reist nach Saudi-Arabien, um dort König Abdullah eine neue, aufwendige Holografie-Technik für Business-Kommunikation zu verkaufen. Der Monarch taucht jedoch nicht auf und der Amerikaner erlebt eine Reihe von bizarren Ereignissen, die typisch sind für unsere globalisierte Welt.

Was muss ich wissen?
Dave Eggers schrieb den gleichnamigen Bestseller und wurde dafür als hellsichtiger Globalisierungs-Erklärer gefeiert. Eggers ist bekannt dafür, dass er in rasanter Geschwindigkeit Romane über aktuelle gesellschaftliche Trends verfasst. Sein letzter Roman, „Der Circle“ (2013), beschreibt eine mächtige Internet-Firma ganz im Stile von Google, die eine kleine Angestellte immer mehr in ihre Fänge und dabei benutzt, um seine Macht auszubauen. Tom Hanks spielt die Hauptrolle in „Ein Hologramm…“, Tom Tykwer führt Regie. Gedreht wurde in Marokko, Hurghada/Ägypten und Berlin.

MEEDIA-Prognose:
2014 wurde gefilmt, seitdem legt sich Schweigen über die Produktion. Die Story ist spannend, Tom Hanks (ab 13.10.2016 auch wieder als Robert Langdon in „Inferno“ zu sehen) genau der Richtige für die Story. Wir sind gespannt.

„Snowden“ von Oliver Stone

Dt. Kinostart: 19.5.2016

Worum geht’s?
Verschwörungsexperte Oliver Stone nimmt sich die Story von Whistleblower Edward Snowden vor, klar, wo da die Sympathien liegen. Die Story setzt ein, als sich Snowden entscheidet, seine Kenntnisse des NSA-Spionage-Programms zu veröffentlichen.

Was muss ich wissen?
„Platoon“ und „Wall Street“ zementieren Olivers Stones Ruhm, in letzter Zeit lief es nicht mehr so flüssig. „W.“ über George W. Bush und die Fortsetzung von „Wall Street“ überzeugten nicht. Immerhin: Die Besetzung von Kritikerliebling Joseph Gordon-Levitt („Inception“) und Jugend-Blockbuster-Star Shailene Woodley („Die Bestimmung – Divergent“) ist geschickt.

MEEDIA-Prognose:
Der US-Start war für Weihnachten 2015 vorgesehen und wurde nun auf Mai verlegt. So kann Hauptdarsteller Joseph-Gordon Levitt nicht mehr am Oscar-Rennen teilnehmen. Nach Stones letzten schwachen Filmen ist Skepsis angebracht.

„Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“

Dt. Kinostart: 17.11.2016

Worum geht’s?
Wir befinden uns im Harry-Potter-Kosmos, allerdings in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Zauberer Newt Scamander besucht einen Magischen Kongress in den USA – und führt dabei einige unheimliche Wesen mit sich. Diese entkommen und gefährden das Zusammenleben von Zauberern und Nicht-Zauberern.

Was muss ich wissen?
Alle Harry-Potter-Bände sind verfilmt, da juckte es dem produzierenden Studio Warner Bros. arg in den Fingern, das Franchise weiter auszubauen. Passenderweise kommt in der Potter-Reihe ein Lehrbuch mit dem Titel „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ vor. Autorin J.K. Rowling brachte 2001 eine reale Buchversion des Titels heraus, eine witzige Aufzählung von Tierwesen des Potter-Reichs. Für den Film verfasste sie dann ein Drehbuch – ihr erstes – mit einer Rahmenhandlung. Eddie Redmayne (Oscar für „Die Entdeckung der Langsamkeit“) spielt den fiktiven Autor des Buches, Newt Scamander.

MEEDIA-Prognose:
Klassisches Harry-Potter-Kino, das wird sicher funktionieren. Typisch Warner, dem Studio hinter den „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Trilogien: Auch hier wird es drei Teile geben, die nächsten Filme folgen 2018 und 2020.

„Star Wars: Rogue One“

©Lucasfilm 2016

©Lucasfilm 2016


Dt. Kinostart: 15.12.2015

Worum geht’s?
Das böse galaktische Imperium hat sich breit gemacht im Universum. Eine kleine Gruppe von Rebellen versucht, die Pläne des unheimlichen Todessterns zu stehlen, um dessen Schwachpunkt zu finden.

Was muss ich wissen?
Disney-Chef Robert Iger hat es versprochen: Das Star-Wars-Universum wird in alle Richtungen ausgedeht: TV-Serien, Sequels, Spin-offs, Themenparks. Das hier ist also das erste Spin-off, zeitlich angesiedelt zwischen Episode III und IV. Vielversprechend: Regisseur Gareth Edwards dreht mit wenigen Dollars die coole Low-Budget-Produktion „Monsters“ und später seinen ersten Blockbuster, „Godzilla“. Die Besetzung ist top, u.a. Felicity Jones (spielte Hawkings Ehefrau in „Die Entdeckung der Langsamkeit“) und Mads Mikkelsen.

MEEDIA-Prognose:
Wird funktionieren, Disney weiß geschickt mit kreativen Talenten umzugehen. Jung und alt ist bereits im Star-Wars-Universum zuhause.

Welche TV-Highlights erwarten uns 2016? Lesen Sie hier auch unsere Serien-Prognose.

Über den Autor:
Thomas Weiß ist Journalist und Consultant für NewTV. Er arbeitete 10 Jahre in der Chefredaktion führender TV-Zeitschriften und ist Experte für Video-on-Demand, SmartTV, Streaming und NewTV-Content. Auf seinem youtube-Kanal tvcheck.info bespricht er neue Serien bei Netflix, Amazon Video & Co. Twitter: https://twitter.com/TVCHECKinfo

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