Börsencrash: Internetaktien brechen in Sorge um neues 2008 ein

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29 Prozent in einem Jahr weg: Apple in der Dauer-Börsenkrise

Digital Economy Es ist ein Jahresstart, wie man ihn lange nicht gesehen hat – seit 16 Jahren nicht. So dramatisch wie zuletzt im Jahr nach der Millenniumswende brechen die Aktienmärkte in der ersten Handelswoche des Jahres ein. Vor allem hoch gewettete Internetwerte zahlen die Zeche für exorbitanten Kursgewinne des Vorjahres. Die Kursverluste nach nur vier Tagen sind rasant: Twitter stürzt auf neue Allzeittiefs, Wearable-Hersteller Fitbit hat seit dem 1.1. schon fast 30 Prozent an Wert verloren.

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Plötzlich sind die alten, bösen Geister wieder da: Das Gespenst von der Finanzkrise  2008 geht wieder um. Börsenaltmeister George Soros war der Überbringer der schlechten Nachrichten:  „China hat große Probleme, sich anzupassen“, erklärte die Börsenlegende heute. „Das aktuelle Marktumfeld erinnert mich an die Krise, die wir im Jahr 2008 erlebt haben“, sagte Soros – und löste damit weltweit die nächste Schockwelle aus.

Tatsächlich gleicht der Start ins neue Börsenjahr einem veritablen Desaster. Der Dow Jones liegt nach nur vier Handelstagen um mehr als fünf Prozent hinten – es ist der schlechteste Jahresstart seit Beginn der Aufzeichnungen 1928.

Die Technologiebörse Nasdaq liegt um 6 Prozent hinten, der deutsche Leitindex Dax hat gar schon 7 Prozent verloren. Enorme 2,5 Billionen Dollar an Aktienwerten wurden seit Beginn des Jahres bereits vernichtet. Ganz vorne mit dabei: Hoch kapitalisierte Internetwerte mussten im heutigen Handelsverlauf zum Teil dramatische Kursverluste verkraften.

Seit dem Start ins neue Börsenjahr am Montag sind die Minuszeichen indes noch weitaus größer:

• Alphabet: – 5 %
• Facebook: – 6,4 %
Apple: – 8,4 %
• Amazon: – 10 %
• Twitter: – 12 %
• Fitbit: – 27 %

Lediglich Netflix kann nach dem überraschenden Start in 130 neuen Ländern eine ausgeglichene Kursbilanz präsentieren. In den einschlägigen Finanz- und Techportalen werden die Bedeutung und die Auswirkungen des Kurssturzes unterdessen kontrovers diskutiert.

Business Insider-Gründer Henry Blodget, der seit Jahren vor einem Crash in Dimensionen von 50 Prozent warnt, hat entsprechend Oberwasser für sein Szenario bekommen:

Für Pando Daily-Gründerin und -Chefredakteurin Sarah Lacy steht fest, dass 2016 zum „harten Jahr“ werden wird.

Lacy sieht vor allem Start-ups, für die ein Börsengang als Exit-Strategie überlebensnotwendig ist, als große Verlierer der Zeitenwende an der Börse. In 1743 Finanzierungsrunden wurden im vierten Quartal 2015 27,3 Milliarden Dollar erlöst, rechnet Lacy vor – das niedrigste Niveau seit 2013.

Eine Menge Unternehmen würden daher mit dramatischen Abstrichen an die Börse stolpern, folgert Lacy und erklärt 2016 zum „Jahr der brennenden Einhörner„.

So oder so: 2016 dürfte ein verdammt spannendes Jahr für die Internetbranche werden.

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