140 Zeichen-Grenze fällt: Twitter will Texte bis 10.000 Zeichen erlauben

Blick ins Leere: Twitter-CEO Jack Dorsey ist ein Mann auf einer Mission – aber ohne Fortune
Blick ins Leere: Twitter-CEO Jack Dorsey ist ein Mann auf einer Mission – aber ohne Fortune

Digital Economy Twitter schafft möglicherweise seine 140-Zeichen-Obergrenze ab. Demnächst soll es möglich sein, Texte mit bis zu 10.000 Zeichen zu veröffentlichen. Die Leute würden sich nach der Möglichkeit sehnen, längere Texte zu veröffentlichen, erklärte Twitter-CEO Jack Dorsey am Dienstag gegenüber der Tech-Site Re/code. Außerdem wolle er so Twitter-Neulingen den Einstieg vereinfachen.

Werbeanzeige

Er habe beobachtet, dass immer mehr Menschen Screenshots ihrer (langen) Texte twittern, da 140 Zeichen oftmals nicht ausreichen würden, so Dorsey. Bei Twitter veröffentlichte er selber einen Screenshot, um die Vorteile der neuen Obergrenze zu erläutern. „Texte können durchsucht werden. Texte können markiert werden. Das bringt uns mehr Nutzen und mehr Leistung“, so Dorsey.

Die Begrenzung auf 140 Zeichen habe Twitter zu Beginn eingeführt, um sich dem kurzen SMS-Schreibstil der damaligen Zeit anzupassen, erklärt er. Doch tatsächlich geht der Trend mittlerweile in die entgegengesetzte Richtung: So nutzen Journalisten und Blogger längst Facebook oder auch Medium, um ihre Gedanken zu publizieren; und auch immer mehr Verlagshäuser veröffentlichen vollständige Texte als Instant Articles bei Facebook.

Im Sommer dieses Jahres löste Twitter die 140-Zeichen-Grenze bereits für die direkten Nachrichten von Nutzer zu Nutzer auf. Jack Dorsey will mit den Neuerungen vor allem den Einstieg für Neulinge vereinfachen und gleichzeitig das Wachstum der schwächelnden Nutzerzahlen ankurbeln. Im Oktober 2015 nutzten 320 Millionen Menschen den Service aktiv (zum Vergleich: Facebook hat zurzeit 1.55 Milliarden Nutzer) – gerade einmal 1 Prozent mehr als drei Monate zuvor.

Die geplanten Neuerungen kommen offensichtlich (noch) nicht gut an. Wie der US-Branchendienst Cnet berichtet, sind die die Twitter-Aktien am Dienstag, nach Bekanntwerden der Gerüchte, um 3 Prozent gesunken.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige